Sonderheft 2/2008

(136 Seiten, 25 Abbildungen, 10 Tabellen, Preis: 20,00 Euro, ISBN 978-3-930963-93-5)
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Neue Branchen an altindustriellen Standorten:
Das Beispiel der Medienwirtschaft in der Stadt Halle (Saale)

Jede Stadt steht heute vor der Frage, wie sie auf die Herausforderungen des zunehmenden Standortwettbewerbs sowie des demographischen Wandels reagieren sollte, um die lokale Wirtschaft nachhaltig weiterzuentwickeln. Für die Städte im Osten Deutschlands kommen als weitere Herausforderungen noch die Folgewirkungen der Systemtransformation sowie die bereits längerfristig festgelegten Kürzungen staatlicher Fördermittel hinzu. Eine von zahlreichen Städten gewählte Strategie ist der Versuch, ihre Position im Standortwettbewerb durch eine gezielte Förderung wissensintensiver und kreativer Branchen zu verbessern. Zu diesen Branchen gehört u. a. die Medienwirtschaft, die eng mit anderen Bereichen der Kreativ- und Kulturwirtschaft verbunden ist. Der Medienwirtschaft werden nach wie vor beträchtliche Zukunftspotenziale zugebilligt. Gegenüber anderen Teilen der Kulturwirtschaft zeichnet sich die Medienwirtschaft durch einen relativ hohen Anteil des überregionalen Absatzes am Gesamtabsatz aus. Zudem sind in der Medienwirtschaft Personen tätig, die als Multiplikatoren das positive Image eines Standorts nach außen kommunizieren können. Auch für die sachsen-anhaltische Kulturhauptstadt Halle wird von Seiten der lokalen Politik sowie der Landesregierung seit Mitte der 1990er Jahre das Ziel verfolgt, die Stadt als einen bedeutsamen Standort der Medienbranche zu etablieren.
Vor dem skizzierten Hintergrund untersucht die Studie zunächst die Entwicklung sowie die aktuelle Bedeutung des Mediensektors am Standort Halle und die hier gegebene sektorale Ausrichtung des Mediensektors. Anschließend erfolgt eine Untersuchung der Ausstattung der Region Halle mit jenen Standortfaktoren, die für Unternehmen des Mediensektors von Bedeutung sind, sowie der bisherigen Politik zur Förderung der Medienwirtschaft am Standort Halle. Die Grundlage hierfür bilden sekundärstatistische Daten und Expertengespräche mit Akteuren aus der Medienbranche sowie aus Politik und Verwaltung. Es wird gezeigt, dass politische Maßnahmen zur Förderung der Medienwirtschaft in Halle durchaus erfolgreich waren; allerdings konnte das zunächst erreichte Beschäftigungsniveau in jüngster Zeit nicht noch weiter gesteigert werden. Abschließend werden mögliche Ansatzpunkte für politische Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Medienstandorts Halle diskutiert.

Autoren: Martin T. W. Rosenfeld, Peter Franz, Christoph Hornych, Michael Schwartz

Inhaltsübersicht

1. Aufgabenstellung und Anliegen der Untersuchung

2. Erläuterung der Vorgehensweise

3. Allgemeine Entwicklungschancen und Standortanforderungen von Unternehmen im Bereich der Medienwirtschaft sowie Möglichkeiten zur Verbesserung der
Standortbedingungen
3.1 Konkretisierung und Abgrenzung der Branche „Medienwirtschaft“
3.2 Potenziale und Perspektiven der Medienwirtschaft
3.3 Relevante Standortfaktoren
3.4 Mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der regionalen Standortbedingungen für die Medienbranche

4. Stärken und Schwächen der Region Halle als Standort der Medienwirtschaft
4.1 Struktur und Entwicklung der Medien-Unternehmenslandschaft in der Region Halle
4.2 Stärken, besondere Kompetenzen und Schwächen des Medienstandorts Halle
4.3 Vergleich der Medienbranchen der Städte Halle und Bremen

5. Stärken und Schwächen der bisherigen Politik zur Förderung der Medienwirtschaft in Sachsen-Anhalt und am Standort Halle
5.1 Allgemeine Unternehmensförderung
5.2 Mitteldeutsche Medienförderung
5.3 Das Mitteldeutsche Multimediazentrum
5.4 Institutionelle und projektgebundene Förderung medienrelevanter Einrichtungen
5.5 Förderung medienrelevanter Events und Vermarktung des Standortpotenzials
5.6 Weitere Fördermaßnahmen zugunsten der Medienwirtschaft

6. Mögliche Ansatzpunkte für eine Optimierung der Politik zur Entwicklung des Medienstandorts Halle
6.1 Verbesserung der vorhandenen Standortfaktoren
6.2 Standortmarketing

7. Weiterführende Forschungsaufgaben