(142 Seiten, 84 Abbildungen, 20 Tabellen, Preis: 20,00 Euro, ISBN 978-3-930963-97-3)
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An der Schwelle zur Wissensgesellschaft werden die Leistungsfähigkeit
und das Entwicklungspotenzial einer Region immer stärker durch die vorhandene
Wissensbasis bestimmt, bzw. ganz konkret durch das Know-how der in der Region
zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte. Vor dem Hintergrund des rasanten
demographischen Umbruchs ist immer häufiger zu fragen, ob ein Defizit an
Fachkräften droht und die wirtschaftliche Entwicklung vor allem in Ostdeutschland
ausbremsen wird. Immerhin verlassen bald mehr Menschen altersbedingt die Arbeitswelt
als junge nachrücken. Es verwundert somit nicht, dass in letzter Zeit der
Begriff „Fachkräftemangel“ Einzug ins Zentrum der wirtschaftspolitischen
Diskussion gehalten hat. Kann es wirklich einen Mangel geben? In Zentralverwaltungswirtschaften
war der Mangel tatsächlich an der Tagesordnung, aber wo der Markt herrscht,
sollte ein Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage über Preisanpassungen
erfolgen. Unternehmen mit entsprechend hoher Zahlungsbereitschaft werden über
höhere Löhne ihre Fachkräfte halten können bzw. neue hinzugewinnen.
Manche Projekte werden dagegen möglicherweise nicht mehr durch- bzw. weitergeführt,
wenn die veränderten Rahmenbedingungen zu stark auf die Rentabilität
drücken. Offensichtlich muss der Begriff des Mangels differenziert betrachtet
werden.
Zunächst sind wissenschaftlich gesicherte Prognosen über die Entwicklung
von Fachkräfteangebot und -nachfrage Ausgangspunkt jeder fundierten Analyse.
Aus diesem Grund wurde das IWH vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft,
Technologie und Arbeit (TMWTA) beauftragt, die Entwicklung des thüringischen
Fachkräftebedarfs bis ins Jahr 2015 vorauszuschätzen. Das vorliegende
Sonderheft umfasst wesentliche Ergebnisse dieses Projekts und diskutiert darüber
hinaus zusätzliche Aspekte, die über den Umfang der vom Ministerium
veröffentlichten Studie hinausgehen. Neben einer detailierten Prognose,
die zwischen verschiedenen Qualifikationen unterscheidet und dabei auf die zunehmende
Bedeutung hochqualifizierter Tätigkeiten im Freistaat eingeht, beinhaltet
der Beitrag Auswertungen einer speziell entwickelten Unternehmensbefragung.
Hierfür hat das IWH im Sommer 2008 rund 1 000 Entscheidungsträger
in thüringischen Unternehmen zur Personalpolitik und zu erwarteten Problemen
bei der Suche nach Fachkräften interviewt. Mit den erhobenen Daten lassen
sich auch Erkenntnisse darüber gewinnen, wie die Unternehmen auf die Herausforderungen
reagieren und welche Lösungs- bzw. Verbesserungsvorschläge sie unterbreiten.
Herbert S. Buscher, Eva Dettmann, Christian Schmeißer, Dirk Trocka, Marco
Sunder
Inhaltsübersicht
1 Einleitung
2 Struktur und Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts in Thüringen
2.1 Wirtschaftliche Entwicklung
2.2 Aktuelle Beschäftigungsstruktur
2.3 Erwerbsbeteiligung, Arbeitslosigkeit und offene Stellen
2.4 Hinweise auf berufsspezifische Fachkräfte-Engpässe
2.5 Formale Bildung und Berufsausbildung
2.6 Weiterbildung
2.7 Pendler
2.8 Zu- und Fortzüge
3 Unternehmensbefragung in Thüringen
3.1 Studiendesign
3.2 Aktuelle Instrumente der Personalpolitik
3.3 Offene Stellen
3.4 Ausbildung
3.5 Weiterbildung
3.6 Einschätzung der zukünftigen Entwicklung und Maßnahmen der
Unternehmen
3.7 Anregungen der Unternehmen für Verbände und staatliche Institutionen
4 Prognose des Arbeitskräfteangebots und des Arbeitskräftebedarfs
bis 2015
4.1 Projektion des Arbeitskräfteangebots bis 2015
4.2 Prognose des Arbeitskräftebedarfs bis 2015
4.3 Entwicklung von Arbeitskräftenachfrage und Arbeitskräfteangebot
im Vergleich
5 Handlungsempfehlungen