25 Years IWH

Refugees - a global humanitarian crisis reaches Germany

Dossier

 

In short

Millions of refugees are currently posing enormous challenges for EU Member States, with regard to both the distribution and integration of the refugees themselves and supportive social cohesion. The IWH demonstrates how refugees and costs could be distributed in an economically efficient manner – even taking account of demographic developments in Germany and other countries.

Our expert

 

Europe's task of the century

Between summer 2015 and March 2016, thousands of refugees arrived in Germany every day. While the agreement with Turkey has diffused the situation for the EU in the short-term, the underlying problem has not disappeared. This is because the existing European asylum system is fundamentally flawed. It is unable to cope with the current situation – despite the fact that the issue itself is not new. A coherent European asylum policy is now more important than ever. The Common European Asylum System (CEAS) last revised in 2013 has made no impact and refugees are still distributed extremely unevenly throughout Europe. The IWH has already considered a fair distribution that takes account of the distribution of both people and costs.

The integration of the new arrivals in society and the employment market has linguistic, educational, cultural and political dimensions. Whether and how Germany can make economic use of the opportunities provided by immigration is currently under discussion. Due to the complexity of the topic, however, an interdisciplinary scientific approach such as that by the “Crisis in a Globalised World” Research Alliance is essential, in order to understand the mutual mechanisms and dynamics. Analyses by the IWH, for instance, show that measures to tackle immigration in the latter part of 2015 triggered additional economic impetus. The Federal and State Governments increased their budgets and spending on housing, food, healthcare and general refugee assistance stimulated demand and production, especially in the construction, hospitality and corporate services sectors. According to the calculations of the Joint Economic Forecast Project Group, migration-related spending across Germany contributed 0.1 per cent to the growth in gross domestic product in 2015.

One in 113 people across the globe are now considered to be refugees, a total of 65 million. In order to combat the complex “refugee” problem, politicians need to be much better organised and ideally develop collective actions. Only then can the most efficient - and above all humanitarian - solution be achieved.

Current IWH Publications

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IWH-Konjunkturbarometer Ostdeutschland: Ostdeutsche Konjunktur belebt sich

Udo Ludwig Franziska Exß

in: Konjunktur aktuell , No. 5, 2015

Abstract

Im dritten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt in den ostdeutschen Flächenländern – saisonbereinigt nach dem Berliner Verfahren – nur um 0,2% gegenüber dem zweiten Vierteljahr gestiegen (Alte Bundesländer: 0,5%). Gebremst hat der Leistungsrückgang im Produzierenden Gewerbe, wohingegen im Dienstleistungssektor – auch infolge der wirtschaftlichen Impulse von der Versorgung und Betreuung der Flüchtlinge – die Wertschöpfung verstärkt expandierte. Insgesamt nimmt das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2015 um 1,3% zu. Der Zuwachs bleibt damit erneut hinter der Entwicklung in den Alten Bundesländern zurück (1,7%).

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Zur Wirtschaftspolitik: Ökonomische Überlegungen zur Verteilung von Flüchtlingen und zur Finanzierung der Kosten der Flüchtlingsmigration in der EU

Martin Altemeyer-Bartscher Oliver Holtemöller Axel Lindner Andreas Schmalzbauer Götz Zeddies

in: Konjunktur aktuell , No. 5, 2015

Abstract

Die aktuelle Fluchtmigration kann nur durch engere internationale Kooperation auf dem Gebiet der Asylpolitik effizient bewältigt werden. Aus ökonomischer Perspektive wäre es sinnvoll, die ankommenden Flüchtlinge nach einem Verteilungsschlüssel auf alle EU-Länder zu verteilen. Dieser Verteilungsschlüssel sollte widerspiegeln, dass die Integrationskosten in den einzelnen Ländern unterschiedlich ausfallen. Effizient ist eine Verteilung, die die Kosten für die Integration zusätzlicher Flüchtlinge – auch unter Berücksichtigung positiver Effekte etwa auf das Erwerbspersonenpotenzial in alternden und schrumpfenden Gesellschaften – nivelliert. Die Kosten zusätzlicher Integration dürften allerdings nicht automatisch dort am niedrigsten sein, wo die ökonomische Leistungsfähigkeit am höchsten ist. Ferner sind die einzelnen Länder gegenwärtig sehr unterschiedlich betroffen. Um eine politische Einigung zu erzielen, ist neben einem Verteilungsschlüssel für die Personen auch ein Verteilungsschlüssel für die Kosten erforderlich, der sich an der Leistungsfähigkeit der Länder und an dem Umfang der positiven externen Effekte orientiert, von denen Länder profitieren, die vergleichsweise wenige Flüchtlinge aufnehmen. Der von der EU-Kommission vorgelegte Verteilungsschlüssel greift prinzipiell die richtigen Faktoren auf, ist jedoch im Detail intransparent und könnte verbessert werden. Die Kompensationszahlungen an Länder, die aus Gründen der Kosteneffizienz relativ viele Flüchtlinge gemäß dem Verteilungsschlüssel aufnehmen, sollten durch Umschichtungen innerhalb des EU-Haushalts finanziert werden.

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Refugee Migration – A Global Humanitarian Crisis Reaches Germany

Leibniz-Forschungsverbund “Krisen einer globalisierten Welt“

in: Policy Brief Nr. 01/2015 , No. 1, 2015

Abstract

In this Policy Brief, the issue of current refugee migration to Europe will be discussed from various perspectives and literature on this topic from the participating institutes will be put into context. The current situation bears characteristics of a crisis. On the one hand this is due to the high numbers of refugees. On the other hand, there are fundamental problems with the existing asylum system in Europe, meaning that it is unable to handle the situation effectively – even though the problem itself is not new. The integration of incoming people into society and the labour market has linguistic, qualification-related, cultural and political dimensions. In the Leibniz Research Alliance 'Crises in a Globalised World', 23 Leibniz institutes are working together in an interdisciplinary and transdisciplinary manner to enhance understanding of the mechanisms and dynamics of crises and their mutual interdependencies.

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Joint Forecast: Migration of Refugees will Challenge Economic Policy

Roland Döhrn F. Fichtner Oliver Holtemöller T. Wollmershäuser

in: Wirtschaftsdienst , No. 10, 2015

Abstract

According to the Autumn 2015 Joint Forecast German GDP will grow by 1.8% in this year and in the next year also. Thus the business cycle upswing will continue to be moderate. Lower growth in the emerging markets will show a dampening effect on exports whereas private consumption will gain momentum, given a strong labor market and an increase in real wages. However, new workers are increasingly recruited from the non-active population and among immigrants, leaving unemployment more or less unchanged. In the next year, the huge current inflow of refugees will increasingly influence the number of unemployed. For economic policy the challenge is to integrate refugees into the labour market as soon as possible.

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Zur Wirtschaftspolitik: Strukturreformen auch in Deutschland erforderlich!

Oliver Holtemöller Martin Altemeyer-Bartscher Tobias Knedlik Axel Lindner Götz Zeddies

in: Konjunktur aktuell , No. 1, 2014

Abstract

Die günstige konjunkturelle Lage in Deutschland scheint der Wirtschaftspolitik den Blick auf die mittel- bis langfristigen Probleme zu verstellen. Im Bereich der Finanzpolitik liegt der Fokus derzeit auf der Ausweitung von Sozialleistungen. Wachstumsfreundliche Maßnahmen stehen hinten an. Zwar plant die neue Koalition zusätzliche investive Ausgaben, die grundsätzlich das Produktionspotenzial erhöhen könnten. Aber die konsumtiven Ausgaben stehen eindeutig im Vordergrund. Das wichtige Thema der Bund-Länder-Finanzbeziehungen wird auf die lange Bank geschoben, obwohl das Auslaufen der aktuellen Regeln Dringlichkeit gebietet und die Anreizprobleme des aktuellen Länderfinanzausgleichs offenkundig sind. Letztere könnten durch eine höhere Steuerautonomie der Bundesländer, etwa durch Zuschlagsrechte bei der Einkommensteuer, abgemildert werden. Im Bereich der Geldpolitik besteht derzeit die Gefahr, dass das mittelfristige Inflationsziel unterschritten wird. Es gibt zwar noch einige geldpolitische Instrumente, die für zusätzliche Liquiditätsbereitstellung genutzt werden könnten. Allerdings ist die Wirkung der Maßnahmen durch Probleme im Bankensektor derzeit gestört. Deshalb hat der im Jahr 2014 anstehende Stresstest eine hohe Bedeutung für die Wiederherstellung des Vertrauens im Bankensektor. Die Bankenunion sollte beherzt vollendet und nicht durch immer weitere Abstriche in ihrer Wirkung gefährdet werden. Die Europäische Kommission untersucht, ob der hohe deutsche Leistungsbilanzüberschuss auf ein gesamtwirtschaftliches Ungleichgewicht hinweist. Gegenwärtig gibt es allerdings kaum Anzeichen dafür, dass die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland ungleichgewichtig ist. Der Leistungsbilanzüberschuss erklärt sich daraus, dass in einer alternden Gesellschaft wie der deutschen viel gespart wird und auch wegen der in Zukunft zu erwartenden Knappheit des Faktors Arbeit nicht genug rentierliche Investitionsprojekte im Land zu finden sind. Aus dieser Perspektive steht die Wirtschaftspolitik vor zwei Aufgaben: zum einen, die Risiken ungleichgewichtiger wirtschaftlicher Entwicklungen im Ausland für die Zukunft zu senken, um deutsche Anlagen vor Wertverlusten zu schützen. Zum anderen würde eine erfolgreiche Zuwanderungs- und Integrationspolitik über bessere langfristige Wachstumsperspektiven auch die Attraktivität von Investitionen im Inland erhöhen.

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