25 Jahre IWH

Konjunktur aktuell: Konjunktur weiter stark, aber Risiken nehmen zu

Die Weltwirtschaft dürfte im Jahr 2018 wie in den Jahren zuvor deutlich expandieren. Die deutsche Wirtschaft ist derzeit in einer Hochkonjunktur, sie stößt aber mehr und mehr an Kapazitätsgrenzen. „Das Bruttoinlandsprodukt expandiert nach vorliegender Prognose im Jahr 2018 um 2,2%, und der gesamtstaatliche Finanzierungsüberschuss dürfte 1,1% in Relation zum Bruttoinlandsprodukt betragen. Der Zuwachs der Produktion in Ostdeutschland dürfte im Jahr 2018 etwas unter dem in Westdeutschland liegen“, so Oliver Holtemöller, Leiter der Abteilung Makroökonomik und Vizepräsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

Autoren Oliver Holtemöller

Die internationale Konjunktur ist seit Herbst 2016 kräftig, und auch im Jahr 2018 dürfte die Weltwirtschaft deutlich expandieren, nach vorliegender Prognose um 3,3%. Dazu trägt bei, dass die US-Steuerreform der Konjunktur in den USA einen weiteren Schub gibt. Allerdings dürften die Steuersenkungen auch Sorgen ver­stärkt haben, dass höhere US-Zinsen bald weltweit Aktienkurse sinken und Finan­zierungkosten steigen lassen könnten. Vor diesem Hintergrund ist Anfang Februar 2018 die Volatilität auf den Finanzmärkten deutlich nach oben gesprungen. Auch trübt das Risiko einer Spirale protektionistischer Maßnahmen die weltwirtschaft­lichen Aussichten, seit die USA im März Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte erhoben haben.

Die deutsche Wirtschaft ist derzeit in einer Hochkonjunktur. Allerdings haben die Unternehmen ihre Aussichten im Januar und vor allem im Februar sehr viel vor­sichtiger beurteilt als zuvor. Zweifelhaft ist, ob die deutsche Wirtschaft über die Kapazitäten verfügt, um das Tempo des Aufschwungs noch lange durchzuhalten. Zwar ist gegenwärtig die Preisdynamik noch mäßig, sie zieht aber langsam an. Dass schon gegenwärtig deutlich mehr produziert werden könnte, wenn Kapazi­täten vorhanden wären, darauf deutet das Rekordhoch bei der Zahl an offenen Stellen hin. Alles in allem dürfte das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2018 mit 2,2% noch einmal recht kräftig und im Jahr 2019 mit 1,6% deutlich mo­derater expandieren. Der gesamtstaatliche Haushaltsüberschuss beläuft sich im Jahr 2018 auf 1,1% in Relation zum Bruttoinlandsprodukt. Im kommenden Jahr wird er aufgrund der verstärkt expansiv ausgerichteten Finanzpolitik auf 0,6% zurückgehen. Der Zuwachs der Produktion in Ostdeutschland dürfte im Jahr 2018 mit 2,0% etwas unter dem in Westdeutschland liegen.

Die Langfassung der Prognose (Konjunktur aktuell: Konjunktur weiter stark, aber Risiken nehmen zu) enthält drei Kästen:

Kasten 1: Annahmen und Prognosen bezüglich der Rahmenbedingungen

Kasten 2: Zur Schätzung des Produktionspotenzials

Kasten 3: Zum Einfluss der Fluchtmigration auf den deutschen Arbeitsmarkt


Langfassung:
Bershadskyy, Dmitri; Brautzsch, Hans-Ulrich; Claudio, Joao Carlos; Drygalla, Andrej; Exß, Franziska; Heinisch, Katja; Holtemöller, Oliver; Kämpfe, Martina; Lindner, Axel; Rehbein, Oliver; Scherer, Jan-Christopher; Schultz, Birgit; Wieschemeyer, Matthias; Zeddies, Götz: Konjunktur aktuell: Konjunktur weiter stark, aber Risiken nehmen zu. Konjunktur aktuell, Jg. 6 (1), 2018. Halle (Saale) 2018.

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