25 Jahre IWH

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IWH-Flash-Indikator I. und II. Quartal 2017

Die deutsche Konjunktur konnte nach der kurzen Verschnaufpause im dritten Quartal 2016 zum Jahresende wieder mehr Fahrt aufnehmen, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg mit 0,4% merklich schneller als im Vorquartal. Der IWH-Flash-Indikator deutet darauf hin, dass das Expansionstempo zu Beginn des Jahres 2017 nochmals leicht zulegen und es danach etwas gemächlicher zugehen wird. Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland dürfte im ersten Quartal 2017 um 0,5% und danach um 0,4% steigen.

28. Februar 2017

Autoren Birgit Schultz

Das Bruttoinlandsprodukt expandierte im vierten Quartal 2016 mit einer Rate von 0,4% wieder kräftiger als im Quartal zuvor. Die Impulse kamen dabei hauptsächlich vom inländischen Konsum; hier stieg der staatliche Verbrauch deutlich, der private nahm nur leicht zu. Auch die Investitionen legten in der Summe zu. Vor allem in Bauten wurde deutlich mehr investiert. Hingegen wurde das Wachstum vom Außenhandel rechnerisch gebremst, da die Importe stärker stiegen als die Exporte.

Die in der GfK-Konsumklimaumfrage zu Beginn des Jahres 2017 befragten privaten Haushalte gehen von einer weiteren Verbesserung der konjunkturellen Lage aus. Hier dürften insbesondere der stabile Arbeitsmarkt sowie die günstige Einkommensentwicklung die privaten Haushalte weiter optimistisch stimmen. Auch die laut Befragung deutlich gestiegene Anschaffungsneigung der Konsumenten zeigt dies. Für Februar 2017 prognostiziert die GfK einen weiteren Anstieg des Konsumentenklimas.

Für das Verarbeitende Gewerbe signalisieren die Indikatoren im ersten Quartal 2017 eine überwiegend günstige Geschäftslage, jedoch gibt es eine gewisse Unsicherheit bezüglich der weiteren Aussichten. So zogen die Ende 2016 gemeldeten und wohl überwiegend im ersten Quartal 2017 wirksam werdenden Auftragseingänge an; vor allem bei den Investitionsgüterbestellungen aus dem Inland und dem Euroraum gab es einen deutlichen Anstieg. Auch nahmen im Dezember die Großaufträge überdurchschnittlich zu. Das Ordervolumen in der Vorleistungs- und Konsumgüterindustrie ging hingegen leicht zurück. Der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) legte im Januar 2017 weiter zu und befindet sich damit auf dem Dreijahreshoch. So stiegen laut dieser Umfrage in der Industrie sowohl die Produktion als auch die Auftragseingänge. Zudem haben die Unternehmen kräftig Stellen aufgebaut. Etwas dämpfend wirkte hingegen der Anstieg der Einkaufspreise insbesondere im Rohstoffbereich. Laut ifo Geschäftsklima-Umfrage ist die Stimmung in der gewerblichen Wirtschaft etwas gesunken. Hier haben sich insbesondere die Geschäftserwartungen zu Beginn des Jahres weiter merklich abgekühlt, die Lage hat sich hingegen nochmals leicht verbessert Diese Beurteilung wurde insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe geteilt. Im Groß- und im Einzelhandel berichteten die Unternehmen zuletzt von einer leichten Verschlechterung der Geschäftslage. Auch die vom ZEW befragten Finanzexperten aus Banken, Versicherungen und großen Industrieunternehmen korrigierten ihre allzu positive Einschätzung der konjunkturellen Lage und deren Aussichten in Deutschland leicht. Der Early-Bird-Indikator der Commerzbank zeigt hingegen einen deutlichen Aufwärtstrend.

Laut Bankenumfrage der Bundesbank (Bank Lending Survey) vom Januar 2017 sind die Kreditrichtlinien für Unternehmen in den vergangenen drei Monaten unverändert geblieben und werden wohl auch demnächst per saldo so bleiben. Die Kreditrichtlinien für Wohnungsbaukredite der privaten Haushalte dürften demnächst sogar weniger restriktiv sein. Zuletzt waren sie nach mehrfacher Verschlechterung konstant geblieben. Bei den Konsumentenkrediten ist die Verbesserung der Bedingungen bereits eingetreten und dürfte sich auch weiter fortsetzen.

Die internationale Konjunktur hat sich im zweiten Halbjahr 2016 belebt. Unternehmensumfragen sprechen dafür, dass auch zu Beginn des Jahres 2017 der weltweite Produktionszuwachs etwas kräftiger ausfällt als im Schnitt der vergangenen Jahre. Allerdings ist das Bruttoinlandsprodukt in den meisten fortgeschrittenen Volkswirtschaften im vierten Quartal 2016 etwas langsamer gestiegen als zuvor. Dies dürfte vielfach am Außenhandel gelegen haben. Zumindest in den USA und in Deutschland sind die Importe stärker gestiegen als die Exporte. Davon sowie von den etwas höheren Rohstoffpreisen dürften insbesondere Exporteure aus den Schwellenländern profitiert haben. Der Welthandel scheint im Winter deutlich angezogen zu haben.

Alles in allem ist zu konstatieren, dass die erheblichen Unsicher-heiten bezüglich der neuen US-Wirtschaftspolitik gegenwärtig kaum dämpfend auf die internationale Konjunktur wirken. Alles in allem signalisiert der IWH-Flash-Indikator für Deutschland einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,5% im ersten Quartal und um 0,4% im zweiten Quartal 2017.

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