25 Jahre IWH

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IWH-Flash-Indikator II. und III. Quartal 2017

Die deutsche Konjunktur konnte weiter an Fahrt gewinnen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2017 mit 0,6% nochmals deutlich schneller als im Vorquartal. Der IWH-Flash-Indikator deutet darauf hin, dass das Expansionstempo auch im zweiten Quartal 2017 hoch bleibt und sich danach leicht abschwächen wird. Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland dürfte im zweiten Quartal 2017 um knapp 0,6% und danach um 0,4% steigen.

30. Mai 2017

Autoren Birgit Schultz

Das Bruttoinlandsprodukt expandierte im ersten Quartal 2017 mit einer Rate von 0,6% nochmals kräftiger als im Quartal zuvor. Die Impulse kamen zum einen aus dem Inland: Hier legten vor allem die Investitionen zu. Vor allem stiegen mit zunehmender Kapazitätsauslastung die Ausrüstungsinvestitionen deutlich an. Aber auch der Bau zog nochmals kräftig an. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates nahmen ebenfalls leicht zu. Zum anderen stützte der Außenhandelsbeitrag rechnerisch das Wachstum, da die Exporte kräftiger als die Importe stiegen.

Die in der GfK-Konsumklimaumfrage im April 2017 befragten privaten Haushalte gehen von einer deutlichen Verbesserung der konjunkturellen Lage aus. Damit einhergehend nahmen die Einkommensaussichten der befragten Konsumenten merklich zu, und es wurde eine gestiegene Anschaffungsneigung signalisiert. Für Mai 2017 prognostiziert die GfK einen weiteren Anstieg des Konsumentenklimas.

Für das Verarbeitende Gewerbe deuten die Indikatoren auf eine weiterhin günstige Geschäftslage im zweiten Quartal 2017. So zogen die im Februar und im März 2017 gemeldeten und wohl überwiegend im zweiten Quartal 2017 wirksam werdenden Auftragseingänge deutlich an; zuletzt kamen die Aufträge vor allem aus dem Euroraum, hier wurden insbesondere mehr Konsum- und Investitionsgüter bestellt. Der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) legte im April 2017 weiter zu und weist auf eine ausgesprochen gute konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie hin. Laut dieser Umfrage stiegen in der Industrie die Produktion, die Auftragseingänge und die Beschäftigung weiter kräftig an. Allerdings dämpfte der Anstieg bei den Einkaufspreisen insbesondere im Rohstoffbereich und bei den Lohnkosten die gute Laune etwas. Laut ifo Geschäftsklima-Umfrage ist die Stimmung in der gewerblichen Wirtschaft im April 2017 weiter gestiegen. Insbesondere die Beurteilung der Geschäftslage ist nochmals deutlich besser als zuvor ausgefallen. Bei den Geschäftserwartungen gibt es hingegen keine weitere Stimmungsverbesserung mehr. Diese Beurteilung wurde insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe und im Großhandel geteilt. Im Baugewerbe wurde die Lage nochmals deutlich optimistischer, fast schon euphorisch beurteilt, allerdings scheinen die Unternehmen nicht davon auszugehen, dass sich die gegenwärtige Lage weiterhin so fortsetzt. Im Einzelhandel haben sich die Lage und die Aussichten zuletzt wieder verbessert und damit die kurze pessimistische Phase zu Beginn des Jahres 2017 beendet. Auch die Konjunkturerwartungen für Deutschland der vom ZEW befragten Finanzexperten aus Banken, Versicherungen und großen Industrieunternehmen verbesserten sich im April 2017 deutlich. Diesen auf breiter Front positiven konjunkturellen Einschätzungen der Stimmungsindikatoren folgt auch der Early-Bird-Indikator der Commerzbank, der im April – nach einem Rückgang im Vormonat – wieder zugelegt hat und sich damit weiterhin auf sehr hohem Niveau befindet.

Laut Bankenumfrage der Bundesbank (Bank Lending Survey) vom April 2017 haben sich die Kreditrichtlinien für Unternehmen in den vergangenen drei Monaten verbessert und werden sich auch demnächst nochmals günstiger entwickeln. Dies gilt auch für die Kreditrichtlinien für Wohnungsbaukredite der privaten Haushalte. Die Verbesserung der Bedingungen bei den Konsumentenkrediten wird sich hingegen wohl nicht weiter fortsetzen.

Die internationale Konjunktur hat im vergangenen Jahr immer mehr an Schwung gewonnen und dürfte auch in diesem Frühjahr kräftig geblieben sein. Die Stimmung bei den Unternehmen ist weltweit gut, und besonders deutlich hat sie sich im Euroraum verbessert. Allerdings fallen vielfach die harten Daten nicht ganz so günstig aus, wie die Stimmung vermuten ließe. Das gilt besonders für die USA, wo das Bruttoinlandsprodukt nun schon zum wiederholten Mal im ersten Jahresquartal überraschend schwach ausfiel. Bemerkenswert deutlich hat aber der internationale Handel zugenommen, insbesondere in Asien.

Alles in allem signalisiert der IWH-Flash-Indikator für Deutschland einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um knapp 0,6% im zweiten Quartal und um 0,4% im dritten Quartal 2017.

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