25 Jahre IWH

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IWH-Industrieumfrage im ersten Quartal 2017: Ostdeutsche Industrie ausgesprochen optimistisch

Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe Ostdeutschlands hat sich zum Jahresbeginn 2017 weiter aufgehellt, wie die Ergebnisse der IWH-Industrieumfrage unter rund 300 Unternehmen zeigen. Die Geschäftslage wird per saldo sechs Punkte besser als im Vorquartal bewertet. Auch der Saldo aus positiven und negativen Meldungen über die Geschäftsaussichten ist nochmals günstiger ausgefallen (vgl. Abbildung 1 und Tabelle).

05. Juli 2017

Autoren Birgit Schultz

Die gegenwärtige Produktionslage hat sich nach einer kurzen Stagnation im vierten Quartal wieder verbessert, und die Auftragslage ist weiterhin aufwärtsgerichtet. Dies dürfte auch Einfluss auf die deutlich günstigeren Bewertungen der Ertragserwartungen haben. Lediglich die Produktionserwartungen folgten zuletzt nicht mehr dem allgemeinen Aufwärtstrend (vgl. Abbildung 2 und Tabelle).

In den fachlichen Hauptgruppen (Vorleistungsgütergewerbe, Investitionsgütergewerbe und Konsumgütergewerbe) gab es durchweg eine freundlichere Bewertung der Geschäftslage. Im Vorleistungsgüter- und dem Investitionsgütergewerbe setzt sich damit der Trend aus den vorangegangenen Quartalen fort. Die Konsumgüterproduzenten, die im zweiten Halbjahr 2016 ihre Geschäftslage deutlich pessimistischer sahen als noch zu Beginn des Jahres, waren zuletzt wieder etwas besser gestimmt.

Die Geschäftsaussichten der Produzenten von Vorleistungs- und Investitionsgütern sind weiterhin aufwärtsgerichtet und befinden sich fast auf Allzeithoch. Lediglich im Konsumgütergewerbe wurden sie kräftig nach unten korrigiert. Dies war jedoch absehbar, da sich in den vergangenen zwei Quartalen eine deutliche Diskrepanz zwischen gestiegenen Geschäftserwartungen und einer verschlechterten Geschäftslage aufgebaut hatte.

Die Produktionslage wurde in den Hauptgruppen ebenfalls durchweg günstiger eingeschätzt. Insgesamt scheint es hier momentan kaum noch Unterschiede zwischen den verschiedenen Sparten zu geben.
Hingegen sinken die Produktionserwartungen in allen Spar­ten, am deutlichsten bei den Vorleistungsgüterbetrieben; bei den Investitionsgüterherstellern deutet sich der Rückgang bislang nur an. Die Konsumgüterproduzenten, die in den vergangenen Quartalen ausgesprochen hohe Produktionserwartungen geäußert hatten, korrigierten ihre Annahmen sehr leicht. Das dürfte wohl auf die weiterhin sehr günstig bewertete Auftragslage in dieser Sparte zurückzuführen sein. Aber auch die Investitionsgüter- und Vorleistungsgüterproduzenten hatten zuletzt von einer ähnlich günstigen Auftragslage berichtet.

Bei den Investitionsgüterherstellern sanken die Ertragserwartungen leicht. Hingegen wachsen die Ertragserwartungen der Konsumgüterproduzenten gerade in den Himmel und werden wohl demnächst korrigiert werden (vgl. Abbildung 2).
Alles in allem geht die ostdeutsche Industrie von einem robusten Aufschwung in den nächsten beiden Quartalen aus.

Außerdem in diesem Heft

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Trumps Bilanz nach sechs Monaten

Reint E. Gropp

in: Wirtschaft im Wandel , Nr. 2, 2017

Abstract

Nach einem halben Jahr im Amt hat die Unsicherheit über Donald Trumps wirtschaftspolitisches Programm ein wenig abgenommen. Bei seiner Wahl hatte ich an dieser Stelle noch argumentiert, das wirtschaftspolitische Programm des künftigen Präsidenten sei „schemenhaft und widersprüchlich.“ Der Protektionismus und die expansive Fiskalpolitik würden gegeneinander wirken, das erstere tendenziell das Wirtschaftswachstum verlangsamen, das zweite es (zumindest kurzfristig) erhöhen. Nach sechs Monaten kann man sagen: Keins von beidem ist tatsächlich so eingetreten wie befürchtet/erwartet.

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Aktuelle Trends: Sachsen-Anhalt kann beim Wirtschaftswachstum nicht mit Ostdeutschland mithalten

Oliver Holtemöller

in: Wirtschaft im Wandel , Nr. 2, 2017

Abstract

Die Daten zum Wirtschaftswachstum des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder für das Jahr 2016 zeigen erneut, dass Sachsen-Anhalt von der wirtschaftlichen Entwicklung im übrigen Ostdeutschland abgekoppelt ist. Während das Wirtschaftswachstum in Ostdeutschland im Jahr 2016 insgesamt 2,1% betrug, stellte Sachsen-Anhalt mit nur 1,0% wieder einmal das ostdeutsche Schlusslicht dar. Im gesamtdeutschen Vergleich schnitt lediglich das Saarland noch schlechter ab. Berlin und Sachsen waren mit jeweils 2,7% bundesweit die Spitzenreiter beim Wirtschaftswachstum, Thüringen lag mit 1,8% gleichauf mit Westdeutschland (vgl. Abbildung a).

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Politische Determinanten staatlicher Ausfallrisiken

Stefan Eichler

in: Wirtschaft im Wandel , Nr. 2, 2017

Abstract

Staatliche Zahlungsausfälle haben nicht selten politische Ursachen. Während ökonomische Rahmenbedingungen wie etwa Wirtschaftswachstum, Finanzstabilität oder globale Investorenstimmungen die Zahlungsfähigkeit eines Staates beeinflussen, wird die tatsächliche Rückzahlung von Staatsschulden letztendlich von der einheimischen Regierung entschieden. Die Zahlungswilligkeit einer Regierung spielt daher eine entscheidende Rolle für das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls. In diesem Artikel wird der Einfluss politischer Faktoren auf das staatliche Ausfallrisiko für 27 Schwellen- und Entwicklungsländer im Zeitraum von 1996 bis 2009 untersucht. Die Auswertung von Anleihedaten zeigt, dass Investoren ein höheres Ausfallrisiko fürchten, falls ein Land politisch instabil ist oder von einer Rechts- bzw. Linkspartei regiert wird. Der Einfluss politischer Faktoren auf das staatliche Ausfallrisiko eines Landes sinkt mit dessen Grad an Demokratie und Integration in die Weltwirtschaft.

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IWH-Bauumfrage im ersten Quartal 2017: Lage anhaltend gut, Aussichten etwas gedämpft

Brigitte Loose

in: Wirtschaft im Wandel , Nr. 2, 2017

Abstract

Das Geschäftsklima im Baugewerbe Ostdeutschlands trübt sich laut Umfrage des IWH zu Beginn des Jahres 2017 geringfügig ein. Ausschlaggebend sind die Geschäftsaussichten, die sich über alle Sparten etwas weniger günstig darstellen als zuvor, freilich ausgehend von einem hohen Niveau. Damit scheint sich für die Zukunft eine Normalisierung der Stimmung am Bau anzudeuten. Die Auftragslage und die finanziellen Indikatoren wie Erträge, Preise und Liquidität sind zurzeit allerdings immer noch ausgezeichnet. Auch die Geschäftslage, die schon zum Jahresende 2016 den Höchststand seit Beginn der Umfrage im Jahr 1993 erreichte, wird zu Jahresbeginn nochmals besser als zuvor bewertet (vgl. Abbildung 1 und Tabelle).

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Von der Transformation zur europäischen Integration: Wachstumsfaktor Bildung besser nutzen – ein Tagungsbericht

Gerhard Heimpold

in: Wirtschaft im Wandel , Nr. 2, 2017

Abstract

Unter dem Titel „Von der Transformation zur europäi­schen Integration: Wachstumsfaktor Bildung besser nutzen“ hat das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) gemeinsam mit Partnern aus Forschungseinrichtungen und Universitäten in Deutschland am 22. Februar 2017 Forschungsergebnisse zur besseren Nutzung von Bildung als Wachstumsfaktor vorgestellt und diskutiert. Der Präsident des IWH, Professor Reint E. Gropp, Ph.D., unterstrich, dass es Investitionen in Humankapital seien, die langfristig das Wirtschaftswachstum treiben. Andere Länder investierten deutlich mehr in Humankapital als Deutschland. Dies sollte zu denken geben.

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22. Spring Meeting of Young Economists in Halle (Saale) – ein Tagungsbericht

Andrej Drygalla Helge Littke Gregor von Schweinitz Aida Ćumurović Geraldine Dany Chi Hyun Kim Juliane Müller

in: Wirtschaft im Wandel , Nr. 2, 2017

Abstract

Das Spring Meeting of Young Economists (SMYE) – eine große Konferenz von jungen Wirtschaftswissenschaftlern für junge Wirtschaftswissenschaftler – wird jedes Jahr im Auftrag der European Association of Young Economists (EAYE) in einer anderen europäischen Stadt durchgeführt. Vom 23. bis 25. März 2017 wurde das 22. SMYE vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) ausgerichtet und von sieben PostDocs und PhD-Studenten dieser Institutionen organisiert.

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