25 Jahre IWH

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IWH-Industrieumfrage im vierten Quartal 2015: Gute Stimmung bei den Unternehmen hält an

Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe Ost­deutschlands hat sich zum Jahresende 2015 weiter erwärmt, wie die Ergebnisse der IWH-Industrieumfrage unter rund 300 Unternehmen zeigen. Die Lage wird per saldo drei Punkte besser als im Vorquartal bewertet, und der Saldo aus positiven und negativen Meldungen über die Geschäftsaussichten steigt um vier Punkte (vgl. Abbildung 1 und Tabelle).

29. Februar 2016

Autoren Cornelia Lang

Die positiven konjunkturellen Signale, die bereits im Herbst aus den Industrieunternehmen kamen, haben sich gefestigt. Dafür spricht auch, dass sich die Auftragslage zum zweiten Mal in Folge verbessert hat und die Produktionserwartungen ihr hohes Niveau beibehalten (vgl. Abbildung 2 und Tabelle). Die ostdeutsche Industrie zeigt sich weitgehend unbeeindruckt von globalen Krisen und setzt wohl auf eine moderate Belebung der Inlandsnachfrage.

Im Vorleistungsgütergewerbe scheint die konjunkturelle Schwächephase vorerst überwunden. Die Salden aller Indikatoren haben sich erhöht. Dennoch kann das gegenwärtige Niveau der Geschäftsaktivitäten nicht an das Vorjahresquartal heranreichen. Vor allem die Auftragslage als wichtigen vorlaufenden Indikator beurteilten die Unternehmen vor einem Jahr sehr viel positiver (vgl. Tabelle).

Bereits im dritten Quartal signalisierten die Hersteller von Investitionsgütern eine konjunkturelle Erholung. Zum Jahresende hat sich das Geschäftsklima weiter erwärmt. In der Sparte werden die aktuelle Lage und auch die Geschäftserwartungen zum zweiten Mal positiver als im Vorquartal eingeschätzt. Die Auftragslage ist um sechs und die Produktionserwartungen sind um sieben Saldenpunkte gestiegen. Die Branche rechnet mit guten Geschäften.

Bei den Herstellern von Konsumgütern hingegen hat sich die Stimmung leicht eingetrübt. Nach der Hochstimmung im Herbst kann dies aber Ausdruck einer Normalisierung sein. Die saldierten Urteile über die Geschäftslage haben sich geringfügig um drei Saldenpunkte verschlechtert. Die hohe Zufriedenheit mit der gegenwärtigen Produktion ist gegenüber dem Vorquartal sogar nochmals angestiegen Die Auftragslage wird zwar etwas schlechter beurteilt. Aber die Aussichten für die nächsten sechs Monate bewerten die Unternehmen unverändert sehr positiv. Im Vergleich der fachlichen Hauptgruppen haben die Geschäftsaktivitäten der Sparte nach wie vor das höchste Niveau (vgl. Abbildung 1 und 2). 

Außerdem in diesem Heft

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„Challenges for Forecasting – Structural Breaks, Revisions and Measurement Errors” 16th IWH-CIREQ Macroeconometric Workshop

Matthias Wieschemeyer

in: Wirtschaft im Wandel , Nr. 1, 2016

Abstract

Am 7. und 8. Dezember 2015 fand am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zum 16. Mal der IWH-CIREQ Macroeconometric Workshop statt. Die in Kooperation mit dem Centre interuniversitaire de recherche en économie quantitative (CIREQ), Montréal, durchgeführte Veranstaltung beschäftigte sich dieses Mal mit zentralen Herausforderungen, denen sich die ökonomische Prognose zu stellen hat: Strukturbrüche in den Daten, statistische Revisionen und Fehler bei der Messung wichtiger Indikatoren.

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Agrarrohstoffpreise und Lebensmittelpreise in armen Ländern

Oliver Holtemöller

in: Wirtschaft im Wandel , Nr. 1, 2016

Abstract

In der Politik und in den Medien wird darüber diskutiert, ob spekulativer Handel mit Agrarrohstoffen den Hunger in der Welt vermehrt. In diesem Aufsatz wird untersucht, in welchem Umfang sich Schwankungen von Agrarrohstoffpreisen auf nationale Verbraucherpreise für Lebensmittel in Indien als einem großen Land mit einem großen Anteil an armen Menschen übertragen. Es wird gezeigt, dass Agrarrohstoffpreisschwankungen mit einem Quartal Verzögerung signifikante Effekte auf die Verbraucherpreisinflation für Lebensmittel und die Verbraucherpreisinflation insgesamt in Indien haben. Quantitativ bedeutend waren diese Effekte etwa 2007/2008 und 2010/2011. Aufgrund der restriktiven Reaktion der indischen Zentralbank auf einen Anstieg der Verbraucherpreisinflation kommt es zusätzlich zu negativen Auswirkungen auf die Konjunktur. Allerdings sind andere Faktoren für die Schwankungen der Lebensmittelpreise in Indien wesentlich bedeutender.

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Aktuelle Trends: Nach Einführung des Mindestlohns: Höherer Stundenlohn, aber geringere Arbeitszeit bei Ungelernten

Oliver Holtemöller

in: Wirtschaft im Wandel , Nr. 1, 2016

Abstract

Ein Jahr nach Einführung des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro brutto je Stunde ist die Diskussion über die Beschäftigungseffekte dieser Maßnahme in vollem Gange. Die momentan verfügbaren Daten deuten zwar nicht darauf hin, dass Arbeitsplätze in großem Umfang weggefallen sind, aber die wöchentliche Arbeitszeit Ungelernter ist in vom Mindestlohn besonders betroffenen Bundesländern gesunken.

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Im Fokus: Interkommunale Kooperation ist deutlich im Kommen – Ergebnisse einer Kommunalbefragung des IWH und der Universität Kassel

Martin T. W. Rosenfeld Ivo Bischoff C. Bergholz Simon Melch Peter Haug F. Blaeschke

in: Wirtschaft im Wandel , Nr. 1, 2016

Abstract

Interkommunale Kooperation wird vielfach als ein Mittel angesehen, mit dem speziell Städte und Gemeinden außerhalb der großen Ballungsräume die Folgen des demographischen Wandels und des zunehmenden interregionalen Standortwettbewerbs besser bewältigen könnten. Obschon immer mehr Gemeinden bei ihrer Aufgabenerfüllung zusammenarbeiten, fehlen für Deutschland bislang großflächige empirische Untersuchungen zum Phänomen der interkommunalen Kooperation. Der vorliegende Beitrag stellt Ergebnisse aus einer Befragung von 6 745 Gemeinden abseits der großen Ballungsräume zu ihrem Kooperationsverhalten in den Aufgabenbereichen Allgemeine Verwaltung, Bauhof und Tourismusmarketing vor. Die Auswertung der 1 321 Antworten gewährt aktuelle Einblicke in Merkmale und Tendenzen der interkommunalen Zusammenarbeit. Es werden unter anderem Befunde zum räumlichen, zeitlichen und thematischen Auftreten sowie zu den dahinterstehenden Rechtsformen und Motiven vorgestellt. Abschließend wird ein Ausblick auf die Möglichkeiten gegeben, mit den erhobenen Daten die Fragen nach den Wirkungen und den Bedingungen für das Zustandekommen von interkommunaler Kooperation zu beantworten.

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IWH-Bauumfrage im vierten Quartal 2015: Geschäftsaussichten hellen sich in allen Sparten deutlich auf

Brigitte Loose

in: Wirtschaft im Wandel , Nr. 1, 2016

Abstract

Das Geschäftsklima im ostdeutschen Baugewerbe hat sich laut Umfrage des IWH zum Jahresende verbessert. Die aktuelle Geschäftslage beurteilen die Unternehmen etwas besser als im Quartal zuvor (vgl. Abbildung 1). Hinsichtlich der Geschäftsaussichten für das nächste halbe Jahr sind die Unternehmen sogar erheblich optimistischer. Hier steigt der Saldo aus den positiven und negativen Meldungen der Unternehmen um neun Saldenpunkte (vgl. Tabelle).

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Kommentar: Bleibt Sachsen-Anhalt abgehängt?

Oliver Holtemöller

in: Wirtschaft im Wandel , Nr. 1, 2016

Abstract

Das Hauptthema in den Medien ist zurzeit die Flüchtlingskrise. Im Jahr 2015 sind über eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Darüber hinaus gibt es weiterhin Zuwanderung aus ost- und südeuropäischen EU-Ländern nach Deutschland. Bei monatsgenauer Rechnung und unter Berücksichtigung von Fortzügen ergibt sich für das Jahr 2015 eine Nettozuwanderung von 900 000 Personen nach Deutschland. Ohne diese Zuwanderung würde die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in Deutschland sinken.

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