25 Jahre IWH

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IWH-Konjunkturbarometer Ostdeutschland: Moderater Anstieg der Produktion im Winterhalbjahr 2016/2017

Auf die Stagnation im dritten Quartal des vergangenen Jahres folgte in den Monaten Oktober bis Dezember ein moderater Zuwachs der Produktion. Das Bruttoinlandsprodukt ist in den Neuen Bundesländern – saisonbereinigt nach dem Berliner Verfahren – um 0,3% gestiegen (Alte Bundesländer: 0,4%). Die Steigerung beruht auf einem Wechsel der Auftriebskräfte: Das Produzierende Gewerbe legte nach dem Minus an Wertschöpfung im Sommer wieder zu, und das Plus der Dienstleister hat sich erhöht.

28. März 2017

Autoren Udo Ludwig Franziska Exß

Für die Industrie kamen die konjunkturellen Impulse im vierten Quartal 2016 von der zunehmenden Nachfrage sowohl im Inland als auch im Ausland. Vor allem die Hersteller von Konsumgütern profitierten vom ungetrübt expansiven Verbrauchsverhalten der privaten und öffentlichen Haushalte. Obwohl die Investitionskonjunktur in Deutschland bei der Anschaffung von Ausrüstungsgütern schwächelte, erzielten die Hersteller von Maschinen, Geräten und Anlagen aus den Neuen Bundesländern reale Umsatzzuwächse. Allein die Vorleistungsgüterproduzenten konnten ihren Umsatz erneut nicht erhöhen. Die weiterhin gestiegene Nachfrage nach Wohnimmobilien, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und die Investitionsförderung zugunsten von finanzschwachen Kommunen regten die Bauproduktion im Schlussquartal an.

Im Dienstleistungssektor erzielten fast alle Bereiche Wertschöpfungszuwächse. Kräftig zogen die Finanz- und Unternehmensdienstleister sowie die Immobilienwirtschaft an. Der Handel, Kommunikation und Information sowie weitere Dienstleister im haushaltsnahen Bereich hatten Anteil an der Konsumfreude der Verbraucher. Dagegen nahmen das Verkehrsgewerbe und das Gastgewerbe Einbußen hin. Die öffentlichen Verwaltungen der Länder und Kommunen, vor allem aber das Gesundheitswesen setzten ihre Leistungserbringung im Zusammenhang mit der Integration der Asylsuchenden auf hohem Niveau fort.

Im ersten Quartal 2017 dürfte der moderate Anstieg der Produktion angehalten haben. Die Umsätze des Verarbeitenden Gewerbes haben zu Jahresbeginn zugenommen, und die Auftragseingänge sind auf breiter Basis aufwärtsgerichtet. Zuversichtlich schätzten auch die regelmäßig vom IWH befragten Industriebetriebe ihre Geschäftsaussichten ein. Laut Konjunkturberichten der Fachverbände gehen sowohl die für die ostdeutsche Wirtschaft wichtigen Chemiebetriebe als auch die Maschinen- und Anlagenbauer von einem Aufwärtstrend aus. Im Baugewerbe ist der Optimismus laut IWH-Konjunkturumfrage ungebrochen, auch wenn die etwas ungünstigere Witterung in den Wintermonaten die Produktion vorübergehend abbremsen dürfte. Alles in allem ist mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 0,3% zu rechnen. 

Außerdem in diesem Heft

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Konjunktur aktuell: Beschäftigungsboom in Deutschland – aber gesamtwirtschaftlich keine Überhitzung

Oliver Holtemöller Hans-Ulrich Brautzsch Andrej Drygalla Katja Heinisch Martina Kämpfe Konstantin Kiesel Axel Lindner Brigitte Loose Jan-Christopher Scherer Birgit Schultz Matthias Wieschemeyer Götz Zeddies

in: Konjunktur aktuell , Nr. 1, 2017

Abstract

Die deutsche Wirtschaft ist in recht guter Verfassung. So hält der Beschäftigungsaufbau an, und der private Konsum legt aufgrund steigender Realeinkommen robust zu. Die Ausrüstungsinvestitionen werden allerdings weiterhin nur verhalten ausgeweitet. Insgesamt expandiert die Nachfrage in etwa so schnell wie das Produktionspotenzial, und die Auslastung ist normal. Im Jahr 2017 dürfte die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts mit 1,3% nicht aufgrund einer schwächeren Konjunktur, sondern vor allem wegen einer geringeren Anzahl an Arbeitstagen niedriger als im Vorjahr ausfallen.

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IWH-Bauumfrage zum Jahresauftakt 2017: Bauunternehmen blicken mit großer Zuversicht in das Jahr 2017

Brigitte Loose

in: Konjunktur aktuell , Nr. 1, 2017

Abstract

Das Baugewerbe in Ostdeutschland dürfte das Jahr 2016 laut IWH-Umfrage bei 300 Bauunternehmen mit einem Umsatzplus abgeschlossen haben. Die vor Jahresfrist geäußerten Erwartungen der Unternehmen sind sogar übertroffen worden. Am günstigsten fällt der Jahresabschluss im Ausbaugewerbe aus. Wegen der stärkeren Orientierung nach Westdeutschland und dort günstigerer Preisüberwälzungsspielräume konnten in dieser Sparte erhebliche Produktionszuwächse und auch Gewinne erzielt werden. Für das Jahr 2017 sind die Bauunternehmen recht zuversichtlich. Der Anteil der Unternehmen, die steigende Umsätze erwarten, fällt fast doppelt so hoch aus wie der Anteil von Unternehmen, die von schrumpfenden Umsätzen ausgehen. Diese Tendenz zieht sich durch alle Bausparten, was auf eine breit angelegte Ausweitung der Bauproduktion im Jahr 2017 hindeutet. Die entscheidenden Hoffnungsträger bleiben wie im Jahr zuvor der Wohnungsneubau und die Wohnungsmodernisierung, die vor allem den Hoch- und Ausbauunternehmen zugutekommen. Im Unterschied zu den Vorjahren überwiegen nunmehr aber auch im Tiefbau die Hoffnungen auf eine Expansion gegenüber der Furcht vor Rückgängen, was wohl auf die tendenziell steigenden Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und in den Breitbandausbau zurückzuführen ist. Die positiven Produktionserwartungen dürften im Jahr 2017 auch Zuwächse bei der Beschäftigung nach sich ziehen. Den stärksten Personalaufbau sieht dabei der Hochbau vor.

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IWH-Industrieumfrage zum Jahresauftakt 2017: Ostdeutsche Hersteller gehen nach Aufschwung im Jahr 2016 von weiterhin günstigen Geschäftsaussichten aus

Birgit Schultz

in: Konjunktur aktuell , Nr. 1, 2017

Abstract

Die vom IWH befragten rund 300 Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes Ostdeutschlands gehen nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2016 zuversichtlich in das neue Jahr. Die Umsätze stiegen im Jahr 2016 meist stärker als vor einem Jahr von ihnen erwartet. Bei den Konsumgüterherstellern war die Umsatzentwicklung besonders erfreulich. In allen Sparten war die Industriekonjunktur mit viel Schwung in das Jahr 2016 gestartet und bremste erst im späteren Verlauf des Jahres etwas ab. Mit Blick auf das Jahr 2017 zeigt sich die überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmen aber wieder optimistisch. Die Ertragslage konnte sich im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr zwar nicht weiter verbessern, jedoch schafften es mehr Unternehmen, aus der Verlustzone zu kommen. Die Exportunternehmen, die in den Jahren zuvor eine besonders gute Performance gezeigt hatten, konnten diesmal nicht durchweg überdurchschnittlichen glänzen. Das soll im Jahr 2017 wieder aufgeholt werden, wie Umsatz- und Beschäftigungspläne zeigen. Insbesondere die größeren ostdeutschen Industrieunternehmen planen häufig, ihren Personalbestand zu erhöhen.

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