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Konjunktur aktuell: Ölpreisschock gefährdet Erholung in Deutschland

Weltweit höhere Energiepreise infolge des neuen Golfkriegs verschlechtern die Aussichten für die deutsche Konjunktur, auch wenn Mehrausgaben der öffentlichen Hand die gesamtwirtschaftliche Expansion in diesem und im kommenden Jahr stützen werden. Die Produktion dürfte im Jahr 2026 um 0,7% und im Jahr darauf um 1% zunehmen. Ähnliche Expansionsraten sind auch für Ostdeutschland zu erwarten.

12. March 2026

Authors Arbeitskreis Konjunktur des IWH

Im Frühjahr 2026 kommt die Weltwirtschaft in unruhiges Fahrwasser, denn infolge des Kriegsausbruchs am Golf ist der Ölpreis (Brent) zuletzt auf über 100 US-Dollar je Barrel geklettert. Der Preisschock trifft auf eine Weltwirtschaft, die sich bislang angesichts der drastischen US-Zollerhöhungen als bemerkenswert robust erwiesen hat. Das gilt auch für den Welthandel und speziell für die chinesische Exportwirtschaft. In den USA wird die Konjunktur von Investitionen in den Tech-Sektor getrieben. Auch ist die US-Finanzpolitik, wie die in Deutschland und in Japan, im laufenden Jahr expansiv ausgerichtet. Im Euroraum wird die Konjunktur weiter von steigenden Reallöhnen und recht günstigen Finanzierungsbedingungen gestützt. Die vorliegende Prognose unterstellt, dass die Energiepreise im zweiten Halbjahr 2026 wieder deutlich zurückgehen. Sowohl im Jahr 2026 als auch im Jahr darauf dürfte die Weltproduktion um 2,6% zunehmen.

Der Krieg am Golf verschlechtert die Aussichten auch für die deutsche Konjunktur: Die gestiegenen Energiepreise belasten die Einkommen der privaten Haushalte und erhöhen die Produktionskosten. In der vorliegenden Prognose wird unterstellt, dass die Energiepreise in der zweiten Jahreshälfte 2026 wieder sinken. Unter solchen Voraussetzungen beträgt der Effekt auf die Inflation in Deutschland im Jahr 2026 etwa 0,5 Prozentpunkte, und der Dämpfer für die Realwirtschaft ist nicht groß. Gestützt wird die Konjunktur in diesem und im kommenden Jahr von Mehrausgaben der öffentlichen Hand für Verteidigung und Infrastrukturinvestitionen. Was die Konjunktur im laufenden Jahr zusätzlich stützen dürfte, ist eine Stabilisierung der Exporte. Denn es wird wohl kein weiterer negativer Impuls vonseiten der US-Zollpolitik kommen, und die internationale Konjunktur bleibt nach vorliegender Prognose robust. Im ersten Halbjahr 2026 dürfte die Erholung aber nur verhalten ausfallen, auch weil die höheren Energiekosten den privaten Konsum etwas dämpfen. In der zweiten Jahreshälfte dürfte die Belebung dann etwas an Schwung gewinnen

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