Contents
Page 1
Die Bedeutung relativer Stärken für den BildungswegPage 2
Können relative Stärken durch Bildungspolitik beeinflusst werden?Page 3
Bildungspolitische ImplikationenPage 4
Endnoten All on one pageBildungspolitische Implikationen
Unsere Ergebnisse zeigen: Relative Stärken – insbesondere im Vergleich von Mathematik zu Sprache – hängen nicht allein mit genetischer Begabung zusammen („nature“), sondern werden auch maßgeblich durch Schule und Lernumfeld beeinflusst („nurture“). Damit liegt ein zentraler Hebel in der Bildungspolitik: Die Entwicklung relativer Stärken spielt sich nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch in Schulen und Lernumgebungen ab.
Ein gezielter Fokus auf die Förderung mathematischer Fähigkeiten relativ zu sprachlichen Fähigkeiten kann nicht nur kurzfristig mehr MINT-Absolventinnen bringen, sondern auch langfristig die Bildungs- und Studienentscheidungen der nächsten Generation beeinflussen. Unsere Daten deuten darauf hin, dass eine Verschiebung im relativen Stärkenprofil heutiger Schülerinnen und Schüler sich unmittelbar in den Entscheidungen ihrer Kinder niederschlagen kann.
Wie Bildungspolitik gezielt relative Stärken fördern kann, zeigt das bundesweite Fortbildungsprogramm QuaMath – eine auf zehn Jahre (2023-2033) angelegte Qualitätsoffensive, die Lehrkräfte aller Schularten dabei unterstützt, den Mathematikunterricht zu verbessern.8 Unsere Ergebnisse legen nahe, dass solche Investitionen in fachspezifische Qualität eine doppelte Dividende zahlen – sie beeinflussen heutige Bildungsentscheidungen und prägen relative Stärkenprofile, die sich später auch auf die Kinder der heutigen Schülerinnen und Schüler auswirken. Diese Langfristwirkungen sollte die Bildungspolitik mitbedenken