04.06.2010 • 30/2010
Gemeinschaftsdiagnose: IWH-Forscher weiter im Kreis der führenden Konjunkturexperten
Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wird auch in den kommenden drei Jahren an dem gemeinsamen Konjunkturgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute für die Bundesregierung mitarbeiten. Am Donnerstag verkündete das Bundeswirtschaftsministerium die Entscheidung zugunsten der Bietergemeinschaft des IWH mit dem neuen Partner, der Kiel Economics Research & Forecasting GmbH & Co. KG. Ebenfalls beteiligt sind das ifo Institut für Wirtschaftsforschung e. V. an der Universität München gemeinsam mit der Konjunkturforschungsstelle an der ETH Zürich KOF, das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel gemeinsam mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim und das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung e. V. Essen mit dem Institut für Höhere Studien Wien.
Oliver Holtemöller
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Should We Trust in Leading Indicators? Evidence from the Recent Recession
Katja Drechsel, Rolf Scheufele
Abstract
The paper analyzes leading indicators for GDP and industrial production in Germany. We focus on the performance of single and pooled leading indicators during the pre-crisis and crisis period using various weighting schemes. Pairwise and joint significant tests are used to evaluate single indicator as well as forecast combination methods. In addition, we use an end-of-sample instability test to investigate the stability of forecasting models during the recent financial crisis. We find in general that only a small number of single indicator models were performing well before the crisis. Pooling can substantially increase the reliability of leading indicator forecasts. During the crisis the relative performance of many leading indicator models increased. At short horizons, survey indicators perform best, while at longer horizons financial indicators, such as term spreads and risk spreads, improve relative to the benchmark.
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A First Look on the New Halle Economic Projection Model
Sebastian Giesen, Oliver Holtemöller, Juliane Scharff, Rolf Scheufele
Abstract
In this paper we develop a small open economy model explaining the joint determination of output, inflation, interest rates, unemployment and the exchange rate in a multi-country framework. Our model – the Halle Economic Projection Model (HEPM) – is closely related to studies recently published by the International
Monetary Fund (global projection model). Our main contribution is that we model the Euro area countries separately. In this version we consider Germany and France, which represent together about 50 percent of Euro area GDP. The model allows for country specific heterogeneity in the sense that we capture different adjustment patterns to economic shocks. The model is estimated using Bayesian techniques. Out-of-sample and pseudo out-of-sample forecasts are presented.
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Konjunktur aktuell: Die Erholung legt nur eine kurze Pause ein
Wirtschaft im Wandel,
No. 3,
2010
Abstract
Die weltwirtschaftliche Erholung wird sich im Jahr 2010 weiter fortsetzen. Besonders hoch ist die Dynamik in den asiatischen Volkswirtschaften. Auch in den USA erholt sich die wirtschaftliche Aktivität trotz weiterhin bremsender Einflüsse aus dem Immobiliensektor und vom Arbeitsmarkt so weit, dass das
Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr bereits wieder das Vorkrisenniveau erreichen wird. Im Euroraum verläuft die Erholung hingegen schleppend. Für einige Länder bestehen Zweifel daran, ob die Wirtschaftspolitik über die Handlungsspielräume verfügt, die hohen Haushalts- und Leistungsbilanzdefizite einzudämmen. Dies erhöht die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung und bremst die Konsum- und Investitionsgüternachfrage. In Deutschland kam die Erholung Ende 2009 ins Stocken; der private Konsum und die Bauinvestitionen fielen schwach aus. Der Arbeitsmarkt zeigt sich hingegen weiterhin sehr robust. Die Unternehmen haben bisher trotz des starken Einbruchs weitgehend auf Entlassungen verzichtet, und eine abrupte Entlassungswelle im Nachgang der Krise wird wohl ausbleiben. Erklären lässt sich dies durch die ausgeweiteten Kurzarbeiterregelungen und die Kosten, die bei Entlassung und erneutem Personalaufbau im Zuge der wirtschaftlichen Erholung entstehen. Die Arbeitsproduktivität wird somit noch einige Zeit unter dem Vorkrisenniveau liegen und keinen großen Spielraum für Lohnerhöhungen bieten, sodass die realen Einkommen nur wenig steigen werden. Der private Konsum dürfte jedoch von der robusten Arbeitsmarktlage tendenziell gestützt werden. Die Hauptantriebskraft für die deutsche Konjunktur ist allerdings nach wie vor die weltwirtschaftliche Dynamik. Sie wird die Exporte nach dem Einbruch in der Krise wieder beflügeln und nach und nach zu einer Wiederbelebung der Unternehmensinvestitionen führen. Insgesamt wird das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2010 um 1,8% zulegen, und auch 2011 setzt sich der Erholungskurs fort. Das Produktionsniveau wird aber Ende 2011 noch unter dem Vorkrisenniveau und unter dem Produktionspotenzial liegen. Für die Wirtschaftspolitik bleibt der sanfte Ausstieg aus der expansiven Geld- und Finanzpolitik die zentrale Aufgabe. Die Nachwehen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise können nicht als Vorwand dienen, die notwendige Konsolidierung aufzuschieben. Denn eine wichtige Erkenntnis aus der jüngsten Vergangenheit ist, dass nur einem auch finanziell handlungsfähigen Staat die Stabilisierung schwerer wirtschaftlicher Krisen gelingen kann.
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The ADR Shadow Exchange Rate as an Early Warning Indicator for Currency Crises
Stefan Eichler, Alexander Karmann, Dominik Maltritz
Journal of Banking and Finance,
Vol. 33 (11),
2009
Abstract
We develop an indicator for currency crisis risk using price spreads between American Depositary Receipts (ADRs) and their underlyings. This risk measure represents the mean exchange rate ADR investors expect after a potential currency crisis or realignment. It makes crisis prediction possible on a daily basis as depreciation expectations are reflected in ADR market prices. Using daily data, we analyze the impact of several risk drivers related to standard currency crisis theories and find that ADR investors perceive higher currency crisis risk when export commodity prices fall, trading partners’ currencies depreciate, sovereign yield spreads increase, or interest rate spreads widen.
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Konjunktur aktuell: Prognose-Update des IWH: Deutsche Konjunktur am Ende der Talfahrt – mit Ausnahme des Arbeitsmarktes
Wirtschaft im Wandel,
No. 9,
2009
Abstract
Die scharfe Rezession der Weltwirtschaft scheint im Sommer zu ihrem Ende gekommen zu sein. Die Industrieproduktion nimmt in den meisten entwickelten Volkswirtschaften in der Tendenz wieder zu, ebenso der Welthandel. Schon im zweiten Quartal war die gesamtwirtschaftliche Produktion in den USA und in Großbritannien nur noch stark verlangsamt gesunken, im Euroraum stagnierte sie. In Japan haben Nachfrage und Produktion sogar deutlich zugelegt; das Land profitiert wie der gesamte ostasiatische Raum von der raschen Wiederbelebung der chinesischen Konjunktur. Dort haben die staatlich verordnete Kreditexpansion sowie die Infrastrukturprogramme schon seit dem Frühjahr die gesamtwirtschaftliche Aktivität stimulieren können.
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Foreign Investors and Domestic Suppliers: What Feeds Positive External Effects?
Jutta Günther, Björn Jindra, Daniel Sischka
Wirtschaft im Wandel,
No. 9,
2009
Abstract
Die vorliegende empirische Untersuchung analysiert unter Verwendung der IWH-FDI-Mikrodatenbank das Potenzial für positive externe technologische Effekte bei einheimischen Zulieferunternehmen unter Berücksichtigung firmenspezifischer Merkmale ausländischer Investoren in ausgewählten mittel- und osteuropäischen Staaten sowie in Ostdeutschland. Die Analyse zeigt, dass nur knapp die Hälfte aller ausländischen Tochtergesellschaften davon ausgeht, eine hohe Bedeutung für technologische Aktivitäten in einheimischen Zulieferunternehmen zu besitzen. Dabei ist das Potenzial für externe technologische Effekte in Mittel- und Osteuropa höher als in Ostdeutschland. Dieses Ergebnis kann darin begründet liegen, dass die einheimischen Zulieferer in Ostdeutschland bereits auf einem im Vergleich zu Mittel- und Osteuropa technologisch deutlich höheren Niveau produzieren. Analysiert man das Potenzial für externe technologische Effekte ausländischer Investoren in Abhängigkeit vom Anteil ihrer einheimischen Zulieferungen, so zeigt sich, dass diese allein genommen nur bis zu einem bestimmten Punkt positiv wirken. Hingegen stellt sich heraus, dass ausländische Tochtergesellschaften, die innovativ sind, konzernintern und -extern technologisch kooperieren, Entscheidungsbefugnis in Forschungsfragen besitzen und durch Akquisitionen entstanden sind, die besten Voraussetzungen für das Entstehen positiver externer Effekte bieten. Der Anteil der ausländischen Beteiligung sowie die Dauer der Präsenz am jeweiligen Standort haben hingegen keinen statistisch signifikanten Einfluss. Die Wirtschaftspolitik sollte daher nicht nur auf die Ansiedlung beschäftigungsintensiver ausländischer Investoren abzielen, sondern weiterhin verstärkt deren technologische Leistungsfähigkeit und regionale Integration fördern.
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