Risikobewertung von Staatsanleihen im Euroraum während der Staatsschuldenkrise von Ansteckungseffekten getrieben
Manuel Buchholz, Lena Tonzer
Wirtschaft im Wandel,
No. 1,
2015
Abstract
Die europäische Staatsschuldenkrise hat in vielen Ländern zu Zinsaufschlägen auf Staatsanleihen geführt. Dies war vor allem in den Jahren 2010 und 2011 in Ländern wie Griechenland, Italien oder Spanien zu beobachten. Zur gleichen Zeit blieben die Kreditrisiken deutscher oder französischer Staatsanleihen auf einem moderaten Niveau. Trotz der unterschiedlichen Entwicklung in den Niveaus findet man ein hohes Maß an Gleichbewegung von Kreditrisiken in den Ländern des Euroraums. Dieser Beitrag untersucht, inwieweit dies durch strukturelle Ähnlichkeiten, internationale Verflechtungen und globale Marktentwicklungen erklärt werden kann.
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Interbank Lending and Distress: Observables, Unobservables, and Network Structure
Ben Craig, Michael Koetter, U. Krüger
Deutsche Bundesbank Discussion Paper, No. 18/2014,
No. 18,
2014
Abstract
We provide empirical evidence on the relevance of systemic risk through the interbank lending channel. We adapt a spatial probit model that allows for correlated error terms in the cross-sectional variation that depend on the measured network connections of the banks. The latter are in our application observed interbank exposures among German bank holding companies during 2001 and 2006. The results clearly indicate significant spillover effects between banks’ probabilities of distress and the financial profiles of connected peers. Better capitalized and managed connections reduce the banks own risk. Higher network centrality reduces the probability of distress, supporting the notion that more complete networks tend to be more stable. Finally, spatial autocorrelation is significant and negative. This last result may indicate too-many-to-fail mechanics such that bank distress is less likely if many peers already experienced distress.
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Islamic Finance in Europe
Pierluigi Caristi, Stéphane Couderc, Angela di Maria, Filippo di Mauro, Beljeet Kaur Grewal, Lauren Ho, Sergio Masciantonio, Steven Ongena, Sajjad Zaher
ECB Occasional Paper,
No. 146,
2013
Abstract
Islamic finance is based on ethical principles in line with Islamic religious law. Despite its low share of the global financial market, Islamic finance has been one of this sector's fastest growing components over the last decades and has gained further momentum in the wake of the financial crisis. The paper examines the development of and possible prospects for Islamic finance, with a special focus on Europe. It compares Islamic and conventional finance, particularly as concerns risks associated with the operations of respective institutions, as well as corporate governance. The paper also analyses empirical evidence comparing Islamic and conventional financial institutions with regard to their: (i) efficiency and profitability; and (ii) stability and resilience. Finally, the paper considers the conduct of monetary policy in an Islamic banking context. This is not uncomplicated given the fact that interest rates - normally a cornerstone of monetary policy - are prohibited under Islamic finance. Liquidity management issues are thus discussed here, with particular reference to the euro area.
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A Model for the Valuation of Carbon Price Risk
Henry Dannenberg, Wilfried Ehrenfeld
Antes, R.; Hansjürgen, B.; Letmathe, P.; Pickl, S. (Hrsg.), Emissions Trading - Institutional Design, Decision Making and Corporate Strategies (Second Edition),
2011
Abstract
Die Modellierung des CO2-Zertifikatepreisrisikos ist ein wichtiger Teilaspekt eines ganzheitlichen Managements von mit dem Emissionshandel verbundenen Unternehmensrisiken. Das Papier diskutiert ein Preisbildungsmodell, auf dessen Grundlage das Zertifikatepreisrisiko bewertet werden kann. Es wird davon ausgegangen, dass der Zertifikatepreis durch die erwarteten Grenzvermeidungskosten der Handelsperiode determiniert wird und stochastisch um dieses Niveau schwankt. Dieses Verhalten wird mit einem Mean-Reversion-Prozess modelliert. Aufgrund von Unsicherheiten bezüglich künftiger Umweltzustände ist jedoch zu vermuten, dass innerhalb einer Handelsperiode durch das Bekanntwerden neuer Informationen sprunghafte Veränderungen der erwarteten Grenzvermeidungskosten auftreten können, womit sprunghafte Verschiebungen des erwarteten Preisniveaus einhergehen. Neben der ParameterSchätzung ist es daher auch ein Ziel der Arbeit, den Mean-Reversion-Prozess so zu modifizieren, dass solche sprunghaften Veränderungen des erwarteten Reversion-Niveaus abgebildet werden können.
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Konjunktur aktuell: Aufschwung in Deutschland geht weiter – Krisenprävention und Krisenmanagement in Europa unter Reformdruck
Wirtschaft im Wandel,
No. 1,
2011
Abstract
Das deutsche Bruttoinlandsprodukt steigt im Jahr 2010 preisbereinigt um 3,7%. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich der Aufschwung in den beiden kommenden Jahren fortsetzen wird und das reale Bruttoinlandsprodukt 2011 um 2,3% und 2012 um 1,7% zulegt. Damit gelingt es der deutschen Wirtschaft, den Aufholprozess nach der weltweiten Finanzkrise als Startrampe für den Aufschwung zu nutzen. Käme es jedoch zu einer weiteren Zuspitzung der europäischen Schulden- und Vertrauenskrise oder wegen der äußerst expansiven Wirtschaftspolitik in den USA zu einem Verlust des Vertrauens in den US-Dollar, würde dies die konjunkturellen Erwartungen erheblich dämpfen. Entscheidend ist jetzt, dass die europäische Wirtschaftspolitik Krisenprävention und Krisenmanagement nachhaltig verbessert.
Die weltwirtschaftliche Erholung setzt sich fort. Die Produktion stieg in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften bis in den Herbst 2010 hinein weiter, in den USA sogar wieder etwas beschleunigt. Auch in der Europäischen Union nahm die Produktion deutlich zu – trotz der irischen Krise und umfangreicher Sparpakete in Großbritannien und Spanien. In den meisten Schwellenländern bemühte sich die Wirtschaftspolitik schon das ganze Jahr über, eine Überhitzung zu verhindern, ohne die vielfach hohe Wachstumsdynamik zu beschädigen. Auch deswegen hat sich der Aufschwung insbesondere in Asien seit dem Frühjahr verlangsamt. Für die Wachstumszentren China und Indien sprechen aber Stimmungsindikatoren wieder für ein Anziehen der Konjunktur im Winterhalbjahr. Davon dürften die Nachbarländer, etwa die zuletzt wieder schwächelnde Konjunktur in Japan, profitieren.
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Vermögenspreisblasen: Erklärungsansätze und wirtschaftspolitische Überlegungen
Oliver Holtemöller
Wirtschaft im Wandel,
No. 12,
2010
Abstract
Auf Vermögensmärkten ist es in der Wirtschaftsgeschichte immer wieder zu Preisblasen gekommen, also Situationen, in denen auf eine Phase stark steigender Preise ein abrupter Preissturz folgt. Wie lässt sich dieses Phänomen erklären? In diesem Beitrag wird erörtert, wie sich in einer Gesellschaft die Vorstellung durchsetzen kann, dass hohe zukünftige Gewinne stark steigende Vermögenspreise rechtfertigen. Meist basiert diese Vorstellung auf einer plausiblen Geschichte, die an aktuellen Gegebenheiten anknüpft. Während der Internetblase um die Jahrtausendwende wurde zum Beispiel davon
ausgegangen, dass neue Kommunikations- und Informationstechnologien dauerhaft ein höheres Wirtschaftswachstum als zuvor ermöglichen würden.
Zur Verbreitung einer solchen Geschichte tragen auch psychologische Phänomene wie Konformität und übermäßiges Selbstvertrauen bei. Diese Phänomene können erklären, warum viele Investoren bereit sind, Vermögensgüter zu Preisen
zu kaufen, die dann im Nachhinein ungerechtfertigt hoch erscheinen. Diese psychologischen Phänomene lassen sich nicht ohne Weiteres durch wirtschaftspolitische Maßnahmen ausschalten – zumal auch die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger von ihnen betroffen sein dürften. Weil die Ursachen für Vermögenspreisblasen somit schwer zu bekämpfen sind, sollte die Wirtschaft Rahmenbedingungen haben, die Häufigkeit, Ausmaß und
negative Folgen dieser Blasen zu reduzieren helfen. Dazu zählen insbesondere Regulierungs- und Überwachungsmechanismen für diejenigen Akteure, die den Kauf von Vermögensgütern mit Fremdkapital finanzieren.
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Klimarisikomanagement mit dem CO2-Navigator
Edeltraud Günther, C. Manthey, G. Weber, M. Nowack, Wilfried Ehrenfeld, Henry Dannenberg
HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik,
2010
Abstract
Die Software CO2-Navigator wendet den Realoptionsansatz und den Risikomanagementprozess auf den unternehmerischen Umgang mit dem Klimawandel an. Er richtet sich in erster Linie an emissionsintensive, kleine und mittlere Unternehmen ist jedoch auch in größeren Unternehmen, die beispielsweise eine eigene „Sustainability“-Abteilung unterhalten, anwendbar. Der Wertbeitrag des Softwaretools besteht darin, dass es die Aspekte Klimastrategie, quantitative Bewertung von Klimaschutzinvestitionen sowie Emissionsrechtemanagement vereint. Es kann im Unternehmen in Bereichen strategisches Management, regulatorisches Management, Energie- und Umweltmanagement, Technologiemanagement sowie Controlling Anwendung finden. Der spezielle Wertbeitrag dieses Artikels liegt in der Verknüpfung von Klimarisikomanagement und Realoptionsansatz sowie in der Darstellung des CO2-NAVIGATORs vor dem Hintergrund seiner Entwicklung im Sinne konstruktionsorientierter Forschung.
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CO2-Navigator – ein Softwaretool zur Unterstützung von Investitionsoptionen zur Emissionsreduktion und zum Management von Klimarisiken
Edeltraud Günther, G. Weber, M. Nowack, Wilfried Ehrenfeld
Klimaschutz und Anpassung an die Klimafolgen: Strategien, Maßnahmen und Anwendungsbeispiele,
2009
Abstract
Die globale Erwärmung und zunehmende klimapolitische Maßnahmen sind für viele Unternehmen mit Risiken, aber auch mit Chancen verbunden. Der Lehrstuhl für Betriebliche Umweltökonomie an der TU Dresden und das Institut für Wirtschaftsforschung Halle untersuchten im Rahmen des BMBF-Projekts „Unternehmenssteuerung im klimapolitischen Umfeld (CO2-Navigator)“ die Frage, wie Unternehmen mit diesen Herausforderungen umgehen können. Konkretes Anliegen des Projektverbunds war, den Unternehmen eine Hilfestellung anzubieten, a) mögliche Strategien zur Emissionsminderung und mittelfristige Anpassungen an veränderte Umfeldbedingungen zu erarbeiten, b) deren wirtschaftliche Auswirkungen abzuschätzen und c) darauf aufbauend Entscheidungen für die Praxis ableiten zu können. Die Kernelemente des Forschungsprojekts, das Risikomanagement und die Bewertung von Anpassungsstrategien mit dem Realoptionsansatz sowie die im Rahmen des Projekts entstandene Software CO2-Navigator werden im vorliegenden Beitrag näher beschrieben.
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Book Review on: Ahmed Bahagat, Fostering the use of Financial Risk Management Products in Developing Countries, 2002, Economic Research Papers No. 69, Abidjan: African Development Bank
Tobias Knedlik
African Development Perspectives Yearbook: Private and Public Sectors: Towards a Balance,
2004
Abstract
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Russia: A Victim to Transition or to the Financial Crisis?
Marina Grusevaja
Wirtschaft im Wandel,
No. 8,
2009
Abstract
Die Weltfinanzkrise hat Schwächen des russischen Wirtschaftssystems offenbart, die mit dem Weg der Transformation von der Plan- zur Marktwirtschaft in Zusammenhang stehen und nicht allein auf einen Verfall der Rohölpreise zurückzuführen sind. Die Engpässe bei der Kreditvergabe aufgrund der weltweit gesunkenen Liquidität treffen in Russland noch auf eine besonders hohe kurzfristige Direktverschuldung der Privatunternehmen im Ausland und auf eine einseitige wirtschaftspolitische Orientierung auf die Förderung der Rohstoffindustrie sowie der rohstoffnahen Industriezweige. Bis Mitte 2008 hatte die Auslandsverschuldung der privaten Banken und Nicht-Banken kräftig zugenommen und die Abhängigkeit der russischen Wirtschaft von den Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten erheblich verstärkt. Diese neue Abhängigkeit verstärkte die Anfälligkeit der Ex-porteinnahmen für die sinkenden Preise auf den Rohstoffmärkten. Die jüngste Abwertung des Rubel hat das Problem der Direktverschuldung noch verschärft. Die hohe Direktverschuldung des Unternehmenssektors im Ausland und die Abhängigkeit von Rohstoffexporten sind typische Ergebnisse des russischen Transformationswegs. Denn zum einen ist der Bankensektor nicht in der Lage, den Finanzierungsbedarf des Unternehmenssektors außerhalb der Rohstoffindustrien zu finanzieren, sodass die Unternehmen kurzfristig ins Ausland ausweichen müssen. Zum anderen hat die wirtschaftspolitische Strategie der vergangenen 17 Jahre den Einfluss des Staates auf den Rohstoffsektor wieder verstärkt – mit dem Ziel, diesen Sektor vorrangig auszubauen. Die hohe Marktkonzentration wirkt sich daher negativ auf die Anpassungsfähigkeit und -flexibilität des realwirtschaftlichen Sektors in Krisenzeiten aus. Die gegenwärtige Politik der Regierung ist kurzfristig orientiert und zielt auf direkte Finanzhilfen sowie protektionistische Maßnahmen ab. Ihre langfristigen Effekte könnten allerdings in einem stärkeren Eingriff des Staates in die Wirtschaft liegen. Vor diesem Hintergrund wird die Krise in Russland länger andauern als in den anderen Transformationsländern.
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