Neue Datenbank zu Kohlemilliarden: IWH macht Einsatz der Fördermittel transparent

Mit 41,09 Milliarden Euro will der Bund den Regionen helfen, die vom Kohleausstieg betroffen sind. Wie das Geld verwendet wird, zeigt ab sofort eine öffentlich zugängliche Datenbank des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Alle Interessierten können das Online-Angebot kostenfrei nutzen.

Autoren Mirko Titze

Geld für neue Straßen, Schienen und Forschungseinrichtungen: Die Bundesregierung stellt in den Jahren von 2020 bis 2038 41,09 Milliarden Euro zur Verfügung, um die Folgen des Kohleausstiegs in den betroffenen Regionen zu mildern. Dank einer neuen Datenbank auf der Website des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) lässt sich von nun an der Einsatz der Finanzhilfen besser nachvollziehen. Die aggregierten Statistiken zeigen auf der Ebene der Kohlereviere, wann, wo und wie viel Geld verplant, freigegeben und ausgezahlt wurde.

Nach einer Registrierung erhält jede interessierte Person umgehend einen kostenfreien Zugang zu dem Online-Angebot. Aufgrund der komplexen Datenstruktur eignen sich die Statistiken insbesondere für die Nutzung in professionellen Kontexten wie zum Beispiel in Politik, Verwaltungen, Wissenschaft und Medien. Zum besseren Verständnis des Zahlenwerks bietet das IWH auf seiner Website Hintergrundinformationen und ein Dokument mit einer ausführlichen Beschreibung der Daten an.

Die Datenbank entstand im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Sie bietet zurzeit Informationen mit Stand 31.12.2024 und wird einmal pro Jahr aktualisiert. „Unser jetziges Angebot verstehen wir als Startpunkt, das wir zukünftig weiter ausbauen werden“, sagt Mirko Titze, Leiter des IWH-Zentrums für evidenzbasierte Politikberatung – jenes Teams, das die Informationen zu den Fördermitteln sammelt und aufbereitet. „Wir erhöhen damit die Transparenz in einem hoch komplexen, laufenden Förderprozess, der die Lebenswelt von Millionen Menschen in Deutschland für Jahrzehnte mitprägt.“

Den Zugang zu dem neuen Datenangebot finden Sie auf dieser Webseite: 
www.iwh-halle.de/kohledaten

Hintergrund: Kohleausstieg, Milliardenförderung und wissenschaftliche Begleitung

Um die gesetzlichen Klimaschutzziele zu erreichen, hat die Politik den Ausstieg aus der Kohleverstromung beschlossen. Davon betroffen sind vor allem die Braunkohlereviere in der Lausitz, in Mitteldeutschland und im Rheinland. Der Bund stellt diesen drei Regionen bis zum Jahr 2038 bis zu 40 Milliarden Euro zur Verfügung, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Kohleausstiegs zu mildern. Außerdem erhalten zwei kleinere Braunkohleregionen – das ehemalige Helmstedter Revier und das Altenburger Land – sowie zehn weitere Kreise und kreisfreie Städte mit Steinkohlekraftwerken Finanzhilfen von etwas mehr als einer Milliarde Euro. Das Gesamtbudget liegt laut Investitionsgesetz Kohleregionen bei 41,09 Milliarden Euro.

Wird dieses Geld zielgenau ausgegeben? Und welche Wirkung entfalten die unterschiedlichen Maßnahmen? Diese Fragen untersucht das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zusammen mit dem RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, das seinen Sitz in Essen hat. Die groß angelegte Evaluierung läuft in den Jahren 2022 bis 2026 im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Regelmäßige Gutachten stellen die Forschungsergebnisse vor. Die Analyse soll es der Politik erlauben, Erfolge zu erkennen und bei weniger günstigen Entwicklungen gegenzusteuern. Im Auftrag des BMWE veröffentlicht das IWH von nun an regelmäßig Daten über die Verwendung der Fördermittel.

Veröffentlichung: 
Brachert, Matthias; Giebler, Alexander; Szymczak, Wiebke; Titze, Mirko: Daten der Fördermaßnahmen im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG). IWH Technical Reports 1/2026. Halle (Saale) 2026.

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Zugehörige Publikationen

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Daten der Fördermaßnahmen im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG)

Matthias Brachert Alexander Giebler Wiebke Szymczak Mirko Titze

in: IWH Technical Reports, 1, 2026

Abstract

Der vorliegende Report beschreibt fünf Datenprodukte zu den Fördermaßnahmen im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG). Über dieses Programm stellt die Bundesregierung bis zum Jahr 2038 Fördermittel im Umfang von bis zu 41,09 Mrd. Euro zur Verfügung, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Ausstiegs aus der thermischen Verwertung von Kohle abzufedern. Das InvKG besteht aus einer breiten Palette verschiedener Programme bzw. Programmfamilien. Nach einer Einordnung in den rechtlichen Rahmen geht der Datenreport detailliert ein auf die einzelnen Schritte der Aufbereitung sowie die in den Datenprodukten enthaltenen Informationen. Da das Fördergeschehen einer hohen Dynamik unterliegt, werden die Datenprodukte fortlaufend aktualisiert und erweitert.

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