Inhalt
Seite 1
Einsatz von Klima-Ökonomie-ModellenSeite 2
Messung der UngleichheitSeite 3
Gerechtere Klimapolitik durch die Verwendung der Einnahmen aus der CO2-BepreisungSeite 4
Endnoten Auf einer Seite lesenMessung der Ungleichheit
Die Auswirkungen des Klimawandels und der Klimapolitik auf die Einkommensungleichheit innerhalb der Länder werden mit dem Gini-Index gemessen. Der Gini-Index nimmt Werte zwischen 0 und 100% an, wobei die Ungleichheit bei höheren Werten größer ist. So hat beispielsweise Südafrika, das Land mit der größten Ungleichheit in der Stichprobe, einen Gini-Koeffizienten von etwa 60%, während die Slowakei, ein Land mit sehr geringer Einkommensungleichheit, einen Gini-Index von etwa 25% aufweist.
Die Veränderung der Ungleichheit wird berechnet, indem die Ungleichheit in den drei genannten Szenarien mit der Ungleichheit in einem Referenzszenario einer Welt ohne Klimaeinflüsse verglichen wird. In diesem Szenario treten keine Auswirkungen des Klimawandels auf, und es entstehen auch keine Kosten für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Das Referenzszenario prognostiziert stattdessen eine Fortsetzung der langfristigen Trends der Ungleichheit innerhalb der Länder.
Untätigkeit führt zu mehr Ungleichheit
Wenn keine klimapolitischen Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen ergriffen werden (Szenario 1), ergeben die Berechnungen, dass die Auswirkungen des Klimawandels den Gini-Index bis zum Ende des Jahrhunderts in allen Modellen und Ländern im Median um etwa 1,4 Prozentpunkte gegenüber dem Referenzszenario erhöhen können (die Spanne der von den verschiedenen Modellen errechneten Werte reicht dabei von 0 bis 2,5 Prozentpunkten). Kurzfristig hat das Fehlen einer Klimapolitik kaum Auswirkungen auf das Ungleichheitsniveau in den untersuchten Ländern.
Eine Klimapolitik im Einklang mit dem Pariser Abkommen (Szenario 2) ist mit Kosten für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen verbunden. Diese führen kurzfristig zu einem geringfügigen Anstieg des Gini-Indexes, und zwar um etwa 0,1 Prozentpunkte im Jahr 2030 (0,2 Prozentpunkte in Szenario 1). Zugleich verringert die Klimapolitik die durch den Klimawandel verursachten wirtschaftlichen Verluste. Langfristig steigt die Ungleichheit gegenüber dem Referenzszenario ohne Klimaeinflüsse weniger stark an (im Median um 0,4 Prozentpunkte). Langfristig kann eine Klimapolitik, die auf die Einhaltung des Pariser Abkommens abzielt, die klimawandelbedingte Zunahme der Einkommensungleichheit also abmildern.