Kapitalimporte in Osteuropa: Garant oder Hemmnis für wirtschaftliche Stabilität und Wachstum?
Thomas Linne, Silke Tober
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 9,
1995
Abstract
Die Erfahrungen zahlreicher Länder Mittel- und Osteuropas zeigen, dass makroökonomische Instabilitäten sowohl von der Struktur der Kapitalimporte als auch vom Saldo der Kapitalbilanz ausgehen können. Durch hohe Nettokapitalimporte geraten die Zentralbanken in einen Zielkonflikt zwischen Wechselkursstabilisierung und Preisniveaustabilisierung.. Zudem bewirken die Nettokapitalimporte tendenziell eine Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit inländischer Unternehmen. Eine Reduzierung der Kreditaufnahme der Unternehmen und des Staates im Ausland ist daher dringend geboten.
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Produktionsverlagerungen deutscher Unternehmen nach Mittel- und Osteuropa
Hubert Gabrisch
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 12,
1995
Abstract
Die wichtigsten Strategien der Produktionsverlagerung von Unternehmen ins Ausland sind Direktinvestitionen und passive Lohnveredelung. Beide treten branchenspezifisch auf. Direktinvestitionen deutscher Unternehmen in Mittel- und Osteuropa fielen mit 2,7 Mrd. DM (1994) noch deutlich niedriger aus als Einfuhren nach Lohnveredelung mit 6, 7 Mrd. DM (1993). Nur ein Teil der Direktinvestitionen sind dabei unmittelbar mit Produktionsverlagerungen verbunden. Lohnveredelung stellte von 1990 bis 1993 16 vH aller Wareneinfuhren aus Mittel- und Osteuropa, im Gesamthandel dagegen nur 1,8 vH. Attraktivster Standort für Produktionsverlagerungen deutscher Unternehmen ist Tschechien, gefolgt von Ungarn und Polen. Während Direktinvestitionen breit gestreut nach Wirtschaftszweigen sind, entfallen ca. 60 vH der passiven Lohnveredelung auf die lohnkostenintensive Bekleidungsindustrie. Motive und Charakteristika von Direktinvestitionen und passiver Lohnveredelung zeigen, daß Struktur- und Beschäftigungseffekte beider Formen unterschiedlich ausfallen, daß langfristig aber beide Arbeitsplätze im Inland sichern können.
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Zu den längerfristigen Energie-Exportpotentialen von Mittel- und Osteuropa
Martin Weisheimer
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 11,
1995
Abstract
Es wird nachgewiesen, dass mittel- und osteuropäische Länder ein bemerkenswertes Potenzial für Energieexporte besitzen. Das bezieht sich bei Elektrizität vor allem auf Russland, Ukraine und Tschechien, bei Steinkohle auf Polen, bei Erdgas und Erdöl auf Russland. Die Chancen und Risiken des erhöhten Energieexportes sowie ihre Determinanten werden analysiert.
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Zur Bestandsentwicklung bei Direktinvestitionen
Ingrid Haschke
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 16,
1995
Abstract
Der ausländische Direktinvestitionsbestand deutscher Unternehmen hat sich von 1980 an ähnlich rasch entwickelt wie der Direktinvestitionsbestand in der Welt. Regional gesehen waren die deutschen Auslandsinvestitionsaktivitäten mit zunehmendem Gewicht auf Europa konzentriert. Darunter haben die mittel- und osteuropäischen Länder als Zielregion für Investoren aus Deutschland weiter an Bedeutung gewonnen.
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Hat die deutsche Wirtschaft bei einer Ost-Erweiterung der EU einen Standortvorteil?
Hubert Gabrisch
Wirtschaft im Wandel,
1994
Abstract
Deutschland wird aufgrund seiner geographischen Lage ein Standortvorteil gegenüber anderen EU-Ländern, insbesondere den west- und südwesteuropäischen Mitgliedern, nachgesagt, falls es zu einer Ost-Erweiterung der EU käme. Zieht ein Land aber stärker als andere Mitgliedsländer ökonomische Vorteile aus einer Ost-Erweiterung, so wird sich zwangsläufig auch seine politische Position in der Gemeinschaft verbessern. Diese Furcht könnte neben der Gefährdung sensibler Industrien der Gemeinschaft und hohen Transfers aus EU-Fonds ein Motiv für den Widerstand einiger Mitgliedsländer gegen eine Ost-Erweiterung der EU sein. Die These eines deutschen Standortvorteils wird auf den ersten Blick durch die Entwicklung des Außenhandels der früheren RGW-Länder gestützt. Danach ist Deutschland zum wichtigsten Partner aufgestiegen. 1992 entfielen 27 vH der Exporte der mittel- und osteuropäischen Reformländer auf Deutschland, nach nur 13 vH im Jahre 1989. Bei den Importen waren es 22 vH gegenüber 16 vH (Tabelle 1). Dies hat weniger mit Handelserleichterungen seitens der EU zunächst in Form von Handels- und Kooperationsabkommen und später (ab 1.3.1992) von den sog. Interimsabkommen zu tun, sondern mit der ReOrientierung dieser Länder auf ihre natürlichen Handelspartner nach der Auflösung des RGW.
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