Verdeckte Arbeitslosigkeit in West- und Ostdeutschland: Die Bedeutung der stillen Reserve
Lioba Trabert
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
1997
Abstract
In Ost- und Westdeutschland kann noch immer nicht von einem einheitlichen Arbeitsmarkt gesprochen werden. Ein Vergleich der beiden Teilarbeitsmärkte allein auf Basis der Arbeitslosenquote gibt daher nur ein unvollständiges Bild wieder. Neben der offenen gibt es einen quantitativ bedeutsamen Umfang verdeckter Arbeitslosigkeit in Form arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen sowie der Stillen Reserve. Die Stille Reserve umfaßt alle Personen, die eine Beschäftigung suchen, aber in der amtlichen Arbeitsmarktstatistik nicht registriert sind. Während in Ostdeutschland der Aufbau einer Stillen Reserve bisher kaum stattgefunden hat, arbeitsmarktpolitische Programme hingegen eine vorherrschende Position einnehmen, ist es in Westdeutschland eher umgekehrt. Hier erreicht die Stille Reserve – je nach Abgrenzung –ein Volumen von rund 600.000 bis 2,2 Millionen Personen. Auch wenn die Stille Reserve ihrem Ausmaß nach und hinsichtlich der Wiederbeschäftigungschancen nicht die gleiche Bedeutung wie die offene Arbeitslosigkeit erlangt, stellt sie – wie auch der Umfang arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen – ein wichtiges Element zur Quantifizierung des Arbeitsmarktungleichgewichts dar. Allzuoft wird in wirtschafts- und beschäftigungspolitischen Fragestellungen vernachlässigt, daß die verdeckte Arbeitslosigkeit ein zusätzliches Arbeitsangebotspotential darstellt und deswegen ein Zuwachs an Beschäftigung nicht zwangsläufig mit der Reduzierung der offenen Arbeitslosigkeit verbunden ist.
Artikel Lesen
Institutionelle und strukturelle Determinanten der Arbeitslosigkeit in Westdeutschland – Eine mikroökonometrische Analyse mit Paneldaten
Hilmar Schneider, Reinhard Hujer
Externe Publikationen,
1996
Abstract
Artikel Lesen
Beschäftigungswirkungen einer Ausgliederung versicherungsfremder Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung: Ergebnisse einer Simulationsrechnung
Christian Dreger
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 16,
1996
Abstract
Zur Stimulierung der Beschäftigung und zum Abbau der Arbeitslosigkeit wird in der öffentlichen Diskussion verschiedentlich vorgeschlagen, die Sozialversicherungsbeiträge von den versicherungsfremden Leistungen zu befreien und die bei den Trägern der Sozialversicherung entstehenden Einnahmeausfälle im Gegenzug entweder durch höhere Steuern oder durch Einsparungen im Staatshaushalt zu kompensieren. Die Dämpfung des Anstiegs der Lohnnebenkosten verbessert die relative Wettbewerbsposition des Faktors Arbeit, so daß ein höherer Beschäftigtenstand erreichbar wäre, der ein größeres Wachstum von verfügbarem Einkommen, privatem Verbrauch und gesamtwirtschaftlicher Produktion erwarten läßt. Allerdings hängen die quantitativen Effekte von der Art der Gegenfinanzierung ab.
Artikel Lesen
Persistenz der Arbeitslosigkeit und das System der Arbeitslosenversicherung
Hilmar Schneider
Externe Publikationen,
1995
Abstract
Artikel Lesen
Bulgarien: Realwirtschaftliche Fortschritte bei ausgeprägter monetärer Instabilität
Thomas Meißner
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 6,
1995
Abstract
Nach vier aufeinanderfolgenden Jahren, gekennzeichnet durch sinkende Wirtschaftsleistung, konnte Bulgarien im Jahre 1994 eine gewisse Trendwende in der ökonomischen Entwicklung verbuchen. Trotzdem deuten die Fundamentaldaten darauf hin, daß die Transformation nach wie vor großen Problemen gegenübersteht und Stabilisierungsmaßnahmen bislang nur bescheidener Erfolg beschieden war. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang insbesondere eine Stagnation des Produktionsniveaus auf dem - beurteilt am Maßstab des Jahres 1989 - niedrigsten Stand aller ostmittel- und südosteuropäischen Reformstaaten, eine anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, eine dreistellige Jahresinflationsrate und eine Verdoppelung des nominalen Wechselkurses des bulgarischen Lev zum US-Dollar.
Artikel Lesen
Wirtschaftliche Erholung in den Ländern Mittel- und Osteuropas setzt sich auch 1995 fort
Martina Kämpfe, Klaus Werner
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 9,
1995
Abstract
Im I. Quartal 1995 setzte sich die wirtschaftliche Erholung in den ostmittel- und südosteuropäischen Ländern vor allem in der Industrie fort. Eine fortschreitende Aufwärtsentwicklung wird jedoch durch meist zweistellige Raten der Geldentwertung, eine zu geringe Dynamik im Investitionsgeschehen, die beträchtliche und sich zunehmend verfestigende Arbeitslosigkeit sowie anhaltend hohe Handelsbilanzdefizite belastet. Für das gesamte Jahr 1995 kann dennoch mit einem Wachstum des zusammengefaßten Bruttoinlandsprodukts dieser Ländergruppe von 3,5 vH, für das kommende Jahr von sogar 4,6 vH gerechnet werden.
Artikel Lesen
Unterbeschäftigung in ostdeutschen Haushalten
Doris Gladisch
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 13,
1995
Abstract
In Ostdeutschland war 1994 gut ein Viertel des Erwerbspersonenpotentials von Arbeitslosigkeit betroffen beziehungsweise befand sich in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Auf der Haushaltsebene wird dabei die Unterbeschäftigung zu einem großen Teil von Haushalten älterer Personen absorbiert. Die übrigen Haushalte sind eher unterdurchschnittlich von Unterbeschäftigung betroffen.
Artikel Lesen
Ostdeutschland: Wandel der Wachstumskräfte
Udo Ludwig
Wirtschaft im Wandel,
1994
Abstract
In den neuen Bundesländern haben sich die wirtschaftlichen Auftriebstendenzen im ersten Halbjahr 1994 verstärkt. Das Bruttoinlandsprodukt ist gegenüber der ersten Jahreshälfte von 1993 um 8,9 vH angestiegen. Das seit 1992 anhaltende Produktionswachstum beginnt sich auf die Beschäftigung auszuwirken. Erstmalig übertrifft die Schaffung neuer Arbeitsplätze den Arbeitsplatzabbau. Die Beschäftigungseffekte sind allerdings gering, gemessen an 1,2 Millionen registrierten Arbeitslosen im Durchschnitt des ersten Halbjahres 1994 und über 0,5 Millionen Arbeitnehmern, die dank der verschiedenen Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik vor der offenen Arbeitslosigkeit bewahrt werden. Die Trendwende am Arbeitsmarkt scheint jedoch erreicht zu sein.
Artikel Lesen