Aktienmärkte in Mittel- und Osteuropa: Anlegereuphorie trotz institutioneller Hemmnisse
Thomas Linne
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
1996
Abstract
Die Massenprivatisierung in verschiedenen Ländern Mittel- und Osteuropas hat entscheidende Impulse für die Entwicklung der Aktienmärkte gegeben. Die anfängliche Begeisterung ausländischer Investoren ist angesichts der Liquiditätsprobleme dieser Märkte übertrieben. Für die Kapitalnachfrage der inländischen Unternehmen bedeutet die geringe Liquidität eine bindende Restriktion bei der Kapitalbeschaffung. Als Ausweichreaktion streben deshalb einige Unternehmen eine Börsennotierung im Ausland an.
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Management Buy-Outs in Ostdeutschland: Ein Hoffnungsträger auf dem Prüfstand
Gerhard Heimpold, Martin Junkernheinrich, Brigitte Loose
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 7,
1996
Abstract
Der Erwerb von Treuhandunternehmen durch ostdeutsche Manager auf dem Wege des Management-Buy-Out gehörte zu den Privatisierungen, in die besondere mittelstandspolitische Hoffnungen gesetzt wurden. Aber auch skeptische Stimmen waren zu hören, die insbesondere auf Kapitaldefizite und fehlende marktwirtschaftliche Managementerfahrungen hinwiesen. Eine Untersuchung des IWH zeigt eine im Ganzen durchaus positive Entwicklung der MBOs, bei breiter Streuung zwischen den Unternehmen. Über die Hälfte der MBOs kann seit dem ersten Geschäftsjahr bis 1994 auf eine durchschnittliche jährliche Umsatz- und Produktivitätssteigerung von mehr als 5 vH verweisen. Annähernd zwei Drittel der befragten MBOs produzierten im Jahr 1994 kostendeckend oder mit Gewinn. Der Produktivitätsrückstand gegenüber westdeutschen Unternehmen ist jedoch noch erheblich. Bei MBOs des Investitionsgütergewerbes liegt die Wertschöpfung je Beschäftigten bei rd. 60 vH des Wertes westdeutscher Unternehmen dieser Branche. Eine entwicklungsorientierte Typisierung der MBOs zeigt, daß Stabilisierung und Konsolidierung dieser Unternehmen keinesfalls abgeschlossen sind und weitere unternehmerische Anpassungsfortschritte, z.B. zur Diversifikation der Kundenstruktur und zur Stärkung der überregionalen Absatzes, erforderlich sind.
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Die europäische Währungsunion als Stabilitätsgemeinschaft
Silke Tober
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 7,
1996
Abstract
Finanzpolitische Solidität stellt eine bedeutende Voraussetzung für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung dar. Eine hohe staatliche Kreditaufnahme kann eine Verdrängung privater Investitionen bewirken; eine hohe Staatsverschuldung belastet den Staatshaushalt mit erheblichen Zinszahlungen und engt den fiskalpolitischen Spielraum ein. Ein Staat mit einer mittelfristig untragbaren Verschuldung kann darüber hinaus die wirtschaftliche Entwicklung anderer Länder beeinträchtigen, die mit dem betreffenden Land über Handels- oder Kapitalströme verflochten sind. Diese Zusammenhänge sind unabhängig davon gegeben, ob zwischen den jeweiligen Ländern eine Währungsunion besteht oder nicht. Entgegen der in der deutschen Öffentlichkeit vielfach geäußerten EWU-Skepsis wird hier die Position vertreten, daß erstens die im Vertragswerk von Maastricht verankerten Regeln die Chance einer höheren finanzpolitischen Solidität innerhalb der EWU eröffnen, als in einem Europa ohne Währungsunion zu erwarten wäre, zweitens die in den finanzpolitischen Kriterien angelegten Spielräume eine ökonomische Berechtigung haben und keineswegs so unpräzise sind, wie oftmals behauptet wird, und drittens die Verträge von Maastricht im Falle eines ‚übermäßigen Defizits' Sanktionen vorsehen, die detaillierter und schärfer sind, als die meisten Maastricht-Kritiker zugestehen.
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Die Integration der mittel- und osteuropäischen Länder in die europäische Wirtschaft
Hubert Gabrisch, Klaus Werner
IWH-Sonderhefte,
Nr. 1,
1995
Abstract
Von 1950 bis 1990 war die europäische Wirtschaft in zwei Blöcke geteilt: in einen westlichen mit der EG und in einen östlichen mit dem RGW als jeweiligen Kern. Während der östliche Block bereits Mitte der 80er Jahre erste Zerfallserscheinungen zeigte, geriet die EU in Integrationsstreß: Nach der Süd-Erweiterung der EG durch Griechenland (1981), Spanien und Portugal (1986) und der Einheitlichen Europäischen Akte (1987) schuf die EG Ende 1992 den Einheitlichen Binnenmarkt; der Maastricht-Vertrag wurde unterzeichnet, durch den die EG zur monetären, sozialen und politischen Union (EU) werden soll. Anfang 1993 starteten EU und die meisten EFTA-Länder den Europäischen Wirtschaftsraum, und 1995 wurde die EU durch Österreich, Schweden und Finnland erweitert. Die mit dem Wegfall von Beschränkungen des Handels-, Kapital-, Personen- und Dienstleistungsverkehrs und der geplanten Währungsunion verbundene Zunahme der Verflechtungen auf dem Binnenmarkt ermöglicht zwar einerseits Kostensenkungen, die sich in einer besseren Wettbewerbsfähigkeit der EU gegenüber anderen Regionen der Welt, vor allem dem schnell wachsenden asiatisch-pazifischen, niederschlagen. Aber auf der anderen Seite entsteht wegen der wirtschaftlichen und sozialen Heterogenität innerhalb der EU ein enormer Anpassungsdruck für einige Mitgliedsländer, der die politische Stabilität in der Union bedroht. Unter diesen Umständen wird es bereits schwer, auf der politischen Ebene Entscheidungsregeln zu finden, die von allen akzeptiert werden. Den Anpassungsprozeß will die EU vor allem durch die Ausweitung der Finanz-transfers in ärmere Mitgliedsländer abfedern.
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Die Erneuerung des öffentlichen und privaten Kapitalstocks
Siegfried Beer, Herbert Berteit, Manfred Wilhelm
Herausforderung Ostdeutschland – Fünf Jahre Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion,
1995
Abstract
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Berufliche Weiterbildung und individuelle Erwerbsverläufe
Markus Pannenberg
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 6,
1995
Abstract
Die in der wirtschaftspolitischen Diskussion beschworenen negativen externen Effekte eines Abwerbens von durch Konkurrenten ausgebildeten Arbeitnehmern, die zu einem gesamtwirtschaftlich ineffizienten privaten Weiterbildungsvolumen führen sollen, können empirisch nicht belegt werden. Westdeutsche Betriebe, die in berufliche Weiterbildung investieren, sind durchweg in der Lage, die Rentabilität dieser Investitionen zu sichern. Als Anreizinstrument dient das Angebot innerbetrieblicher Karriereleitern, nicht aber die direkte Beteiligung der Arbeitnehmer an den Kosten und den Erträgen der Humankapitalinvestition. Allerdings gilt diese Aussage vornehmlich für Weiterbildungsinvestitionen, die betriebsnahe Qualifikationen vermitteln.
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Leistungsbilanzdefizit und Verschuldung sowie Direktinvestitionen in den Reformländern
Thomas Meißner
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 9,
1995
Abstract
In den meisten Ländern Mittel- und Osteuropas traten in den letzten Jahren vor allem infolge schnell wachsender Importe beträchtliche Leistungsbilanzdefizite auf ihre Finanzierung erfolgte 1993 zu ca. 45 vH, im vergangenen Jahr zu annähernd 78 vH durch den Zustrom ausländischer Direktinvestitionen. Die Kopplung zwischen Leistungsbilanzdefiziten und Direktinvestitionen scheint daher tendenziell nachzulassen. In Ländern, die nicht genügend ausländische Direktinvestitionen attrahieren konnten, wurden die Defizite über eine zunehmende Verschuldung finanziert. Der unkonsolidierte Bruttoschuldenstand der mittel- und osteuropäischen Länder erhöhte sich zwischen 1989 und 1993 um 38,4 vH. Wegen der nachlassenden Kreditwürdigkeit der Reformländer nahm ihre Verschuldung gegenüber privaten Banken ab, während der Kapitalzufluß über inter- und multinationale Organisationen sowie einzelne Staaten an Bedeutung gewann. Für die Zukunft wird es aber darauf ankommen, daß die Staaten Mittel und Osteuropas das Vertrauen der internationalen Bankenwelt zurückgewinnen können. Nur dann können sie die notwendigen Kapitalimporte realisieren.
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Längerfristige Wachstumsperspektiven der Reformländer
Hubert Gabrisch
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 9,
1995
Abstract
Mitte Mai diesen Jahres wurde der Wechselkurs des polnischen Zloty begrenzt freigegeben. Als wichtigsten Grund für diese Entscheidung gab die polnische Zentralbank den starken Anstieg der Devisenreserven an. Ende April betrugen die offiziellen Reserven 9 Mrd. US-Dollar im Vergleich zu 6 Mrd. US-Dollar Ende 1994 und 4,3 Mrd. USDollar Ende 1993. Durch einen ebenfalls starken Anstieg der Devisenreserven fühlt sich auch die Tschechische Zentralbank in ihren stabilitätspolitischen Bemühungen gestört, während andererseits Ungarn, das in der Vergangenheit die höchsten Kapitalimporte zu verzeichnen hatte, spätestens seit der Mexikokrise, die Gefahr einer Umkehr der Kapitalströme deutlich vor Augen hat.
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Kapitalimporte in Osteuropa: Garant oder Hemmnis für wirtschaftliche Stabilität und Wachstum?
Thomas Linne, Silke Tober
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 9,
1995
Abstract
Die Erfahrungen zahlreicher Länder Mittel- und Osteuropas zeigen, dass makroökonomische Instabilitäten sowohl von der Struktur der Kapitalimporte als auch vom Saldo der Kapitalbilanz ausgehen können. Durch hohe Nettokapitalimporte geraten die Zentralbanken in einen Zielkonflikt zwischen Wechselkursstabilisierung und Preisniveaustabilisierung.. Zudem bewirken die Nettokapitalimporte tendenziell eine Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit inländischer Unternehmen. Eine Reduzierung der Kreditaufnahme der Unternehmen und des Staates im Ausland ist daher dringend geboten.
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Ostdeutsches Baugewerbe in neuer Phase der Anpassung
Brigitte Loose, Udo Ludwig
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 13,
1995
Abstract
Es wird die Situation im ostdeutschen Baugewerbe im Jahr 1994 analysiert. Zentraler Untersuchungsgegenstand ist dabei der Selektionsprozess, der sowohl als Folge der Abflachung des Bauaufschwungs in dem angegebenen Zeitraum als auch als Ausdruck des noch bestehenden Anpassungsbedarfs im ostdeutschen Baugewerbe betrachtet wird. Dabei werden Einblicke in die amtliche Insolvenz-, Gründungs- und Stillegungsstatistik gegeben sowie Ergebnisse der IWH-Umfragen zur Eigenkapitalausstattung und zur Finanzierungsstruktur der betrieblichen Investitionen vorgestellt.
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