Wie sich die Klimapolitik auf die Einkommensungleichheit auswirken könnte
Marie Young-Brun
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 3,
2025
Abstract
Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf die wirtschaftliche Entwicklung in aller Welt aus. Ärmere Haushalte sind dabei den Auswirkungen des Klimawandels stärker ausgesetzt und verletzlicher, sodass der Klimawandel die Ungleichheit wahrscheinlich noch verstärken wird. Politische Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen können eine Verschärfung des Klimawandels verhindern, schaffen aber auch ökonomische Gewinner und Verlierer. In diesem Beitrag werden die kombinierten Auswirkungen des Klimawandels und ausgewählter politischer Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen auf die wirtschaftliche Ungleichheit untersucht. Die Bewertung erfolgt anhand von acht Modellen für die integrierte Analyse von Klimawandel und wirtschaftlicher Entwicklung, die von verschiedenen Forscherteams unter Verwendung unterschiedlicher Annahmen und Methoden entwickelt wurden. Die Ergebnisse basieren auf historischen Daten und Zukunftsszenarien für zehn Länder in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Die Umsetzung einer ehrgeizigen Klimapolitik im Einklang mit dem Pariser Abkommen führt demnach zu einer geringeren Ungleichheit in der Zukunft als der Verzicht auf Maßnahmen zur Milderung des Klimawandels, auch wenn die Ungleichheit aufgrund der Kosten für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen kurzfristig zunimmt. Die Verwendung der Einnahmen aus der Kohlenstoffbepreisung kann dazu beitragen, die Verteilungseffekte der Klimapolitik zu dämpfen und die Ungleichheit kurzfristig sogar zu verringern. Diese Ergebnisse unterstreichen die Rolle von Ausgleichsmechanismen bei der Gestaltung einer fairen und politisch durchsetzbaren Klimapolitik.
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Within-Country Inequality and the Shaping of a Just Global Climate Policy
Marie Young-Brun, Francis Dennig, Frank Errickson, Simon Feindt, Aurélie Méjean, Stéphane Zuber
Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS),
Vol. 122 (39),
2025
Abstract
Climate policy design must balance emissions mitigation with concerns for fairness, particularly as climate change disproportionately affects the poorest households within and across countries. Integrated Assessment Models used for global climate policy evaluation have so far typically not considered inequality effects within countries. To fill this gap, we develop a global Integrated Assessment Model representing national economies and subnational income, mitigation cost, and climate damage distribution and assess a range of climate policy schemes with varying levels of effort sharing across countries and households. The schemes are consistent with limiting temperature increases to 2 °C and account for the possibility to use carbon tax revenues to address distributional effects within and between countries. We find that carbon taxation with redistribution improves global welfare and reduces inequality, with the most substantial gains achieved under uniform taxation paired with global per capita transfers. A Loss and Damage mechanism offers significant welfare improvements in vulnerable countries while requiring only a modest share of global carbon revenues in the medium term. The poorest households within all countries may benefit from the transfer scheme, in particular when some redistribution is made at the country level. Our findings underscore the potential for climate policy to advance both environmental and social goals, provided revenue recycling mechanisms are effectively implemented. In particular, they demonstrate the feasibility of a welfare improving global climate policy involving limited international redistribution.
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