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Aktuelle Trends: Auf dem Weg zur europäischen Bankenunion: Verzögerte Umsetzung der Abwicklungsrichtlinie

In Reaktion auf die Erfahrungen aus der letzten Finanzmarktkrise veröffentlichte die Europäische Kommission im Mai 2014 die Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten (Bank Recovery and Resolution Directive, BRRD). Die Richtlinie legt Regeln zur Abwicklung und Restrukturierung von Banken einschließlich eines Bail-in-Mechanismus fest, der das Verlustrisiko beim Scheitern einer Bank vorrangig deren Anteilseignern und Gläubigern aufbürdet.

30. June 2021

Authors Michael Koetter Thomas Krause Eleonora Sfrappini Lena Tonzer

Die EU-Mitgliedstaaten waren verpflichtet, die Richtlinie bis Ende 2014 in nationales Recht umzusetzen und die entsprechenden Regeln ab 1. Januar 2015 in Kraft zu setzen. Viele Staaten verzögerten jedoch die nationale Implementierung der BRRD. Die Abbildung zeigt, um wie viele Monate sich die Umsetzung der Richtlinie in den EU-27-Staaten jeweils verspätete, gemessen am Datum der Veröffentlichung des zentralen nationalen Gesetzes zur BRRD. Es zeigt sich, dass die Dauer der Verzögerung von Land zu Land sehr verschieden ist. Belgien, Polen und Zypern setzten die Richtlinie über ein Jahr verspätet um. Deutschland, Finnland, Österreich und die Slowakei waren pünktlich, Ungarn verabschiedete das nationale Gesetz sogar fünf Monate vorfristig. Im Durchschnitt der 27 EU-Mitgliedstaaten ist eine Verzögerung um 6,5 Monate zu beobachten, etwas weniger als bei der Umsetzung von EU-Richtlinien in anderen Politikbereichen (8,5 Monate).

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Staggered Completion of the European Banking Union: Transposition Dates of the BRRD

Michael Koetter Thomas Krause Eleonora Sfrappini Lena Tonzer

in: IWH Technical Reports, No. 1, 2021

Abstract

In May 2014, the European Commission published the Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD). The directive introduces rules on bank resolution and restructuring including a bailin tool. It constitutes the legal foundation underlying the Single Resolution Mechanism (SRM). Member countries of the European Union (EU) had to transpose this directive into national law by 31 December 2014 and implement the rules on resolution and restructuring of failing banks from 1 January 2015 onwards. However, many countries delayed the implementation. We assemble a dataset on national transposition dates of the BRRD across the EU-27 countries.

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Projektion der Ausgaben für die Beamtenversorgung in Deutschland bis zum Jahr 2080

Oliver Holtemöller Götz Zeddies

in: Wirtschaft im Wandel, No. 2, 2021

Abstract

Seit einigen Jahren steigt die Zahl der Pensionäre in Deutschland. Der demographische Wandel dürfte die Versorgungsausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten deutlich zunehmen lassen. In diesem Beitrag wird die Zahl der Versorgungsempfänger bis zum Jahr 2080 vorausgeschätzt und die Versorgungsausgaben werden projiziert. Im Ergebnis zeigt sich ein teilweise deutlicher Anstieg der Versorgungsausgaben der Gebietskörperschaften. Im Verhältnis zum erwarteten Zuwachs des Steueraufkommens fällt dieser jedoch beim Bund vergleichsweise moderat und auch bei Ländern und Gemeinden nicht übermäßig hoch aus. Dies geht unter anderem auf die Annahme zurück, dass der Anteil der Beamten an der Gesamtbevölkerung in Zukunft konstant bleibt. Dagegen steht die gesetzliche Rentenversicherung größeren finanziellen Herausforderungen gegenüber, weil der Anteil der Rentenempfänger an der Gesamtbevölkerung in den kommenden Jahren zunehmen wird.

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Unternehmensinsolvenzen seit Ausbruch der Pandemie

Steffen Müller

in: Wirtschaft im Wandel, No. 2, 2021

Abstract

Die Insolvenzzahlen sind trotz Corona-Krise stark gesunken. Aufgrund zahlreicher Großinsolvenzen wie etwa von Esprit, Hallhuber oder Wirecard war das Jahr 2020 bezogen auf die Zahl der betroffenen Beschäftigten trotzdem ein schwieriges Jahr. Eine Insolvenzwelle mit vielen gefährdeten Jobs ab Sommer 2021 ist aufgrund staatlicher Unterstützungsmaßnahmen und abwartendem Verhalten der Unternehmen eher unwahrscheinlich. Soweit es die Pandemielage zulässt, sollten Stützungsmaßnahmen bereits im Jahr 2021 auf den Prüfstand, um eine „Zombifizierung“ der Wirtschaft zu verhindern.

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