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Tarifpolitik: Nicht vorzeitig forcieren! - ein Kommentar

In den aktuellen Prognosen wird für 1998 ein konjunktureller Aufschwung vorhergesagt, freilich noch einer ohne viel Kraft; jedenfalls läßt er am Arbeitsmarkt vorerst keine durchgreifende Besserung erwarten. In den Konjunkturprognosen wird unterstellt, daß die Tarifpolitik auch 1998 “moderat” bleiben wird. Das heißt: die Bruttolohn- und -gehaltssumme je Beschäftigten steigt nur etwa im Ausmaß des Preisauftriebs. Da die Produktivität stärker als die Löhne zunimmt, kommt es dann ein weiteres Mal zu einer Verringerung der Lohnstückkosten. Diese tarifpolitische Vorgabe ist bei Gewerkschaften und Arbeitnehmern unbeliebt. Einige Gewerkschaften kündigen an, daß sie 1998 wieder verstärkt auf die Anhebung der Einkommen der Beschäftigten zielen („Ende der Bescheidenheit“). Überdies läge in deutlich höheren Löhnen sogar eine Chance zur Stärkung der Massenkaufkraft und damit zur Verstärkung des konjunkturellen Auftriebs.

22. Januar 1998

Autoren Rüdiger Pohl

Außerdem in diesem Heft

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Determinanten der Produktivitätslücke in Ostdeutschland - Teil II

Gerald Müller Anita Wölfl Jacqueline Rothfels

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 2, 1998

Abstract

In dieser Artikelserie werden die Ergebnisse einer interdisziplinären Tagung beim IWH im November 1997 zu den Determinanten der Produktivitätslücke zusammengefasst. Behandelt werden in diesem zweiten Teil die Themen Absatzwirtschaftliche Schwachpunkte (Vortrag von Klaus-Dieter Schmidt, IfW Kiel), Preisposition ostdeutscher Unternehmen (Gerald Müller, IWH), Innovationsanstrengungen (Johannes Felder, Alfred Spielkamp, ZEW), Kooperation und Innovationserfolg (Rolf Lukas, TU Bergakademie Freiberg).

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IWH-Bauumfrage im Dezember 1997: Geschäftsaussichten im ostdeutschen Bauhauptgewerbe auf Tiefstand

Brigitte Loose

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 2, 1998

Abstract

Besonders ungünstig bewerteten vor allem die Hochbauunternehmen die Geschäftslage zum Jahresende 1997. Die Gründe waren vor allem in dem Nachfragerückgang bei neu zu bauenden Mietwohnungen zu suchen, deren Errichtung nach dem Auslaufen der Übergangsregelung zur steuerlichen Förderung und angesichts bestehender Angebotsüberhänge für Investoren nicht mehr attraktiv war.

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Jahresausblick - Deutschland 1998: Aufschwung gefestigt

Brigitte Loose Hans-Ulrich Brautzsch Udo Ludwig Ingrid Haschke Ruth Grunert Michael Seifert Silke Tober Christian Schumacher Martin Snelting

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 2, 1998

Abstract

Mit dem Jahresausblick für 1998 wird die ausführliche Konjunkturprognose von Mitte 1997 für das Jahr 1998 aktualisiert. Der konjunkturelle Aufschwung, der sich im ersten Halbjahr 1997 beschleunigt hatte, setzte sich im weiteren Verlauf des Jahres verlangsamt, aber stetig fort. Im Jahr 1998 wird der Aufschwung in Deutschland an Breite gewinnen. Lediglich die Bauinvestitionen erholen sich noch nicht, alle anderen Bereiche der Binnennachfrage nehmen verstärkt zu. Deutlich expandieren erneut die Exporte, die vor allem von der weiterhin günstigen Weltkonjunktur profitieren.

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Pauschale versus gezielte Flexibilisierung: Vorschläge zu einer Reform der Tarifpolitik

Jürgen Kolb

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 2, 1998

Abstract

Der Beitrag greift die Debatte zur Flexibilisierung des Flächentarifvertrages in Deutschland auf. Dazu werden die einzelnen Komponenten von Tarifverträgen nach ihrer ökonomischen Funktion in vier Kategorien unterteilt. Auf dieser Basis wird untersucht, welche Tarifregelungen am besten für eine Flexibilisierung geeignet sind. Im Ergebnis zeigt sich, das dies vor allem für bestimmte tarifliche Nebenbedingungen (Weihnachtsgeld etc.) gilt. Ein weiterer positiver Effekt einer solchen Strategie kann aus einer Motivationssteigerung der Belegschaft resultieren.

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