cover_lebensumfeld-und-wahlverhalten_fes_2020.jpg

Einflüsse des Lebensumfelds auf politische Einstellungen und Wahlverhalten - Eine vergleichende Analyse der Landtagswahlen 2019 in drei ostdeutschen Bundesländern

Die vorliegende Studie analysiert die Landtagswahlen 2019 in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Thüringen und testet die These eines »doppelten Transformationsschocks« für die ostdeutschen Länder auf der Kreisstufe. Die These besagt, dass in »Schockregionen«, die bestimmte prekäre Strukturmerkmale aufweisen, die Entfremdung von der Demokratie höher und das Protestwahlverhalten stärker ausgeprägt sind als in strukturell besser aufgestellten »Gewinnerregionen«. Die Autoren weisen in einer zweistufigen Analyse nahräumliche Kontexteffekte auf politische Einstellungen und auf das Wahlverhalten nach. Generell lockern traditionelle Parteibindungen auf und Präferenzen für Protest und Themenparteien (Zuwanderung, nationale Identität, Klimawandel) werden zunehmend stabiler. Daneben gibt es im regionalen Feld eine besondere Nebenströmung, welche jene Menschen mitnimmt, die ihre politische Weltsicht und ihr Wahlverhalten auch an den Arbeits- und Lebensbedingungen des näheren Umfelds ausrichten.

25. März 2020

Autoren Matthias Brachert Everhard Holtmann Tobias Jaeck

Empfohlene Publikationen

Politische Partizipation in Ostdeutschland

Matthias Brachert Oscar W. Gabriel Rebekka Heyme Everhard Holtmann Tobias Jaeck Aya Isabel Kleine Jürgen Maier

in: Halle (Saale): Zentrum für Sozialforschung Halle e.V. an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2019

Abstract

Die Frage, ob in Ostdeutschland politisch „die Uhren anders gehen“, hat Politik und Politikwissenschaft seit der Wiedervereinigung beschäftigt. Wie die Beantwortung der Frage ausfällt, hängt vom zyklischen Verlauf des Wahlverhaltens und dem dadurch ausgelösten dynamischen Wandel des Parteiensystems auf nationaler wie regionaler Ebene wesentlich ab. Schien ein besonderer „Ostfaktor“ in Gestalt der PDS und der ihr Erbe antretenden Partei Die Linke als ostdeutsche Regional-und Interessenpartei gut 25 Jahre lang im gesamtdeutschen Parteiensystem als eine berechenbare politische Größe auf-gehoben, so zeigt das Ergebnis der Bundestagswahl von 2017 ein wieder deutlicher zwischen beiden Landesteilen ́gespaltenes` Wahlverhalten.

Publikation lesen

Ansprechpartner

Für Wissenschaftler/innen

Für Journalistinnen/en

Stefanie Müller
Stefanie Müller
Leiterin Kommunikation

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

+49 345 7753-720 Anfrage per E-Mail
Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft LogoTotal-Equality-LogoWeltoffen Logo