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IWH-Verdienst-Check: Kräftige Lohnzuwächse und Entlastungen bei Lohnabzügen bringen den Arbeitnehmern mehr Netto im Jahr 2019

Die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer dürften in Deutschland im nächsten Jahr kräftig zulegen. So sind in vielen Branchen wie beispielsweise dem Bauhauptgewerbe, der Metall- und Elektroindustrie oder im Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen recht hohe Tariflohnerhöhungen vorgesehen. Die gute Arbeitsmarktlage dürfte auch die nicht tarifgebundenen Löhne weiter steigen lassen. Zudem wird der Mindestlohn im Januar 2019 um knapp 4% angehoben. Insgesamt ist im nächsten Jahr von einem Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer von etwas mehr als 3% auszugehen.

19. Dezember 2018

Autoren Oliver Holtemöller Birgit Schultz

Mit Beginn des Jahres 2019 gibt es eine Reihe gesetzlicher Änderungen bei den Lohnabzügen der Arbeitnehmer in Deutschland. So werden der Grund- und Kinderfreibetrag bei der Einkommensteuer zum 1. Januar 2019 erhöht und die Eckwerte beim Einkommensteuertarif werden verschoben. Das führt zu einer im Vergleich zum Vorjahr geringeren Steuerbelastung. Allerdings reichen diese Entlastungen nicht aus, um die so genannte „kalte Progression“ völlig auszugleichen.

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung wird ab Januar 2019 um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05% steigen. Zeitgleich sinkt der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung um ebenso viele Prozentpunkte auf 2,5%. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung wird um 0,1 Prozentpunkt auf durchschnittlich 0,9% zurückgehen und nun wieder zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Insgesamt bringt dies dann eine Entlastung bei den Krankenversicherungsbeiträgen von ungefähr 0,5 Prozentpunkten für die Arbeitnehmer. Hinzu kommen weitere Entlastungen bei den Sozialbeiträgen, etwa die Ausweitung der Gleitzone im Midijob-Bereich.

Nachdem im Jahr 2018 die Verbraucherpreise relativ kräftig mit ca. 2,0% gestiegen sind, dürfte sich die Inflation im Jahr 2019 leicht abschwächen. So war der Verbraucherpreisanstieg im Jahr 2018 vor allem der Verteuerung des Rohöls geschuldet; zuletzt gab es hier Transportprobleme durch niedrige Pegelstände der Flüsse. Diese dürften sich jedoch langsam lösen und die Preise im nächsten Jahr entlasten. Die Erhöhung des Mindestlohns zum Jahresbeginn 2019 dürfte zum Teil auf die Verbraucherpreise umgelegt werden.

Werden alle Teilkomponenten berücksichtigt, so können die Arbeitnehmer für das Jahr 2019 mit einem realen Nettolohnanstieg von 2,8% rechnen. Für einen durchschnittlichen Arbeitnehmer ergibt sich damit ein Jahres-Bruttogehalt von etwas mehr als 36 000 Euro. Das sind gut 1 000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen verbleiben ihm etwa 24 000 Euro jährlich. Das sind netto 800 Euro mehr als im Jahr 2018. Rechnet man die Inflation heraus, so reduziert sich der Betrag um 14 Euro.

Die Ergebnisse des IWH-Verdienst-Checks werden im Rahmen einer Kooperation mit dem MDR-Fernsehen vom MDR grafisch aufbereitet und im Nachrichtenpro-gramm „MDR Aktuell“ gesendet sowie auf der MDR-Website veröffentlicht.

Alle bisherigen Ausgaben des IWH-Tarif-Checks und des MDR-Aktuell-Tarif-Checks sind auch auf der IWH-Website nachzulesen.

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