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Kommentar: Die Halbwertszeit von Superstars ist kurz – nicht nur in der Unterhaltungsbranche!

Jüngst fand eine wissenschaftliche Studie mit dem Titel „From Sick Man of Europe to Economic Superstar: Germany’s Resurgent Economy“ große Aufmerksamkeit in den Medien. Tatsächlich ist die ökonomische Entwicklung in Deutschland gegenwärtig „super“: Das Produktionspotenzial ist normal ausgelastet, die Inflationsrate ist niedrig, und die Erwerbstätigkeit befindet sich auf einem Rekordhoch. Ein Superstar zu sein, muss allerdings nicht von Dauer sein. Jene aus dem Fernsehen sind meist nach kurzer Zeit vergessen. Ähnlich könnte es auch mit der ökonomischen Lage in Deutschland sein. Wenn sich Unternehmen und Politik nicht laufend den neuen Herausforderungen stellen, kann der Superstar schnell wieder abstürzen.

27. Februar 2014

Autoren Oliver Holtemöller

In Deutschland bereiten einige Bereiche Sorgen in Bezug auf die mittel- bis langfristige ökonomische Entwicklung. Erstens altert die deutsche Bevölkerung, und es ist absehbar, dass die Kosten für die Rente deutlich zunehmen werden. Anstatt sich jedoch darauf vorzubereiten, verspricht die Bundesregierung neue Leistungen. Zweitens droht der flächendeckende Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro, Menschen dauerhaft von der Teilhabe am Arbeitsleben auszuschließen. Wie viele das sein werden, vermag derzeit niemand zu sagen. Zudem wird auch bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro oft kein Einkommen erzielt, das zur Deckung des Lebensunterhalts ausreicht, weil vor allem Teilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte niedrige Löhne beziehen. Drittens steht Deutschland bei den inländischen Investitionen schon seit Längerem auf der Bremse. Der hohe Leistungsbilanzüberschuss zeugt davon, dass Kapitalanlagen im Ausland für viele attraktiver erscheinen als Investitionen im Inland. Die Gründe für die Investitionszurückhaltung im Inland müssen weiter untersucht werden. Viertens besteht erheblicher Reformbedarf bei der Gestaltung der Finanzbeziehungen zwischen den verschiedenen föderalen Ebenen – sowohl innerhalb Deutschlands als auch in der Europäischen Union. Weil wichtige Reformen verschleppt werden, könnte die Tragbarkeit der öffentlichen Haushalte schneller wieder akutes Krisenmanagement erfordern als uns recht sein kann. Fünftens ist die Energiewende eine große Herausforderung für die deutsche Wirtschaft. Problematisch ist dabei weniger die Abkehr von der Kernenergie an sich, als vielmehr die Unsicherheiten über Art und Weise der Umsetzung und darüber, wie sich dadurch die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln in Deutschland verändern werden.

Herzlichen Glückwunsch an den Superstar! Jetzt ist genau die richtige Zeit, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Sonst ist der Erfolg schnell verspielt.

Außerdem in diesem Heft

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14th IWH-CIREQ Macroeconometric Workshop: “Forecasting and Big Data“

Katja Drechsel

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 1, 2014

Abstract

Am 2. und 3. Dezember 2013 fand am IWH in Zusammenarbeit mit dem Centre interuniversitaire de recherche en économie quantitative (CIREQ), Montréal, und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg der 14. IWH-CIREQ Macroeconometric Workshop statt. Im Rahmen des Workshops stellten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen europäischer Universiäten und internationaler Organisationen, wie z. B. der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission sowie der spanischen, kanadischen und japanischen Zentralbanken, ihre neuesten Forschungsergebnisse im Bereich makroökonometrischer Modellierung und Prognose unter Berücksichtigung großer und komplexer Datenbanken vor. Auch wurden weitere makroökonomische Themen wie beispielsweise die Wirkung geldpolitischer Schocks oder Wechselkurs-Volatilitäten diskutiert.

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7. Konferenz “Von der Transformation zur europäischen Integration – Ostdeutschland und Mittelosteuropa in der Forschung des IWH“ – ein Bericht

Gerhard Heimpold Anne Löscher

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 1, 2014

Abstract

Am 16. Dezember 2013 fand am IWH die Konferenz „Von der Transformation zur europäischen Integration – Ostdeutschland und Mittelosteuropa in der Forschung des IWH“ statt. Den Eröffnungsvortrag hielt der Minister für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Hartmut Möllring, zum Thema „Internationalisierungsstrategie für Sachsen-Anhalt: Ziele, Umsetzung und künftige Handlungsbedarfe“. In den darauf folgenden Vorträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des IWH wurden Befunde über die Internationalisierung des FuEStandortes Deutschland, die Umsetzung des europäischen Fiskalpakts und der deutschen Schuldenbremse, die Konjunkturentwicklung in Ostdeutschland und über die Auswirkungen der Preisliberalisierung auf das Städtesystem Russlands präsentiert. Den Abschluss bildete ein Podiumsgespräch mit Persönlichkeiten aus Unternehmen der Region und der Wissenschaft zum Thema: „Ostdeutsche Mittelständler auf Erfolgskurs in Europa – Was steckt dahinter?“

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Binnenwirtschaft trägt Konjunktur in Deutschland

Arbeitskreis Konjunktur des IWH

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 1, 2014

Abstract

In diesem Artikel wird die Konjunkturprognose des IWH vom 12. Dezember 2013 zusammenfassend dargestellt. Die Weltwirtschaft dürfte im Jahr 2014 in moderatem Tempo expandieren. Die wirtschaftliche Erholung im Euroraum bleibt schleppend. In Deutschland setzt sich dagegen der im Frühjahr 2013 begonnene Aufschwung fort. Er wird von der binnenwirtschaftlichen Nachfrage getragen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im Jahr 2014 um 1,8% (66%-Prognoseintervall: 1,0% bis 2,7%) zulegen, nach 0,4% im Jahr 2013. Die Arbeitslosenquote sinkt leicht auf 6,5%, die Verbraucherpreise steigen wie schon 2013 um 1,5%. Der Finanzierungssaldo des Staates nimmt konjunkturbedingt noch etwas zu, auf 0,3% im Jahr 2014.

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Im Fokus: Veränderungen im Städtesystem Russlands: Fortdauernde Tendenz zur Konzentration

Albrecht Kauffmann

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 1, 2014

Abstract

Nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft in Russland haben der darauf folgende Transformationsschock und die durch ihn in Gang gesetzten Marktprozesse Veränderungen im Städtesystem bewirkt. Anhand eigens aufbereiteter Daten der amtlichen russischen Städtestatistik geht der Beitrag diesen Veränderungen nach. Wichtigste Erkenntnisse sind die Erhöhung der Konzentration der urbanen Bevölkerung und die Verstärkung der Gegensätze zwischen urbanen Kernen und peripheren Räumen. Für die Zeit etwa ab dem Jahr 2000 darf vermutet werden, dass marktwirtschaftliche Prozesse die Veränderungen im Städtesystem beeinflussen. Hierzu kann die Neue Ökonomische Geographie einen wesentlichen Erklärungsbeitrag leisten, insbesondere vor dem Hintergrund des im Zuge der Preisliberalisierung erfolgten, noch nachwirkenden realen Anstiegs der Kosten des Frachtverkehrs. Diese schützen zum einen die im Zentrum ansässigen Unternehmen vor Wettbewerbern außerhalb der Zentren und verteuern zum anderen die Versorgung der peripheren Regionen. Die Untersuchungsergebnisse stützen die Hypothese, dass steigende Transportkosten die Raumstruktur beeinflussen. Vor dem Hintergrund eines möglichen Energiepreisanstiegs besitzen die Beobachtungen am Städtesystem Russlands daher auch für Deutschland Relevanz.

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IWH-Bauumfrage im vierten Quartal 2013: Baukonjunktur hält sich auf hohem Niveau

Brigitte Loose

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 1, 2014

Abstract

Das Geschäftsklima zum Jahresende 2013 bezeichnen die knapp 300 vom IWH befragten Bauunternehmen weiterhin als außerordentlich gut. So verharrt die Geschäftslage bei einem vergleichsweise milden Winterwetter auf einem Niveau, das bisher nur während des Baubooms Anfang der 1990er Jahre, während des mäßigen Winters zum Jahreswechsel 2011/2012 sowie im Herbst dieses Jahres erreicht wurde. Die Bauproduktion und auch die Liquiditätsausstattung wurden von den Unternehmen sogar höher als im Quartal zuvor bewertet, die Baupreise blieben dagegen in etwa stabil.

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IWH-Industrieumfrage im vierten Quartal 2013: Ostdeutsche Industrie weiterhin zuversichtlich

Cornelia Lang

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 1, 2014

Abstract

Am Jahresende 2013 florieren die Geschäfte im Verarbeitenden Gewerbe Ostdeutschlands. Das zeigen die Ergebnisse der IWH-Industrieumfrage unter knapp 300 Unternehmen. Der Saldo der aktuellen Lagebewertung hat sich gegenüber dem Vorquartal geringfügig erhöht. Und auch die Geschäftsaussichten, die bereits im September einen Aufwärtsschub erfahren hatten, verbesserten sich nochmals leicht. Der Niveauunterschied zwischen der Beurteilung der Geschäftslage und den Erwartungen hat sich weiter erhöht. Beide Komponenten liegen deutlich über dem langjährigen Mittel.

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