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Deutsche Industrie vorerst weiter im Abschwung
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Die konjunkturellen Risiken sind erheblich. So kommt es nach der vorliegenden Prognose zu einer deutlichen Erholung der Produktion und insbesondere der Exporte in der zweiten Jahreshälfte 2019. Damit ist aber nur zu rechnen, falls die angedrohten weiteren Verschärfungen der Handelsbelastungen – durch neue Zölle oder nichttarifäre Maßnahmen – unterbleiben. Hinter dieser Annahme steht die Überlegung, dass weitere Verschärfungen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Konjunktur gerade in den an den Streitigkeiten vor allem beteiligten Staaten treffen würde, und dass die dortigen politischen Entscheidungsträger ein solches Risiko letztlich scheuen werden. Ähnlich sieht es mit dem Risiko eines ungeregelten Brexit im Herbst aus, der vor allem die Konjunktur in Großbritannien und im Euroraum, und damit auch in Deutschland, schwer belasten würde.

In Ostdeutschland hat die Wirtschaft im Jahr 2018 mit 1,6% etwas rascher als in Gesamtdeutschland expandiert. Dafür war wie schon im Schnitt der vergangenen Jahre die starke Wachstumsdynamik in Berlin ausschlaggebend: Während das Berliner Bruttoinlandsprodukt um 3,1% zugenommen hat, betrug der Zuwachs in den ostdeutschen Flächenländern lediglich 1%. Was der ostdeutsche Konjunktur seit einiger Zeit zusätzlich Schwung gibt, ist die recht deutliche Expansion der verfügbaren Einkommen: In den Jahren 2015 bis 2017 nahmen sie um jährlich etwa einen halben Prozentpunkt schneller zu als in Gesamtdeutschland. Dazu trägt neben dem zügigen Rückgang der Arbeitslosigkeit auch der stärkere Anstieg der gesetzlichen Renten bei. Mitte 2019 werden sie im Osten um 3,9% erhöht, im Westen um 3,2%. Der deutliche Zuwachs der Haushaltseinkommen ist wohl der Grund dafür, dass das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel im Osten ein Stück weit freundlicher ist als in Westdeutschland. Alles in allem dürfte die ostdeutsche Produktion im Jahr 2019 um 0,8% und damit wieder etwas stärker als in Gesamtdeutschland zulegen. Wenn nach vorliegender Prognose die deutschen Exporte im kommenden Jahr wieder stärker anziehen, werden davon allerdings westdeutsche Unternehmen mehr profitieren als ostdeutsche, denn der Auslandsabsatz spielt im Westen eine größere Rolle. Die ostdeutsche Expansionsrate dürfte deshalb im Jahr 2020 mit 1,7% etwas unter der gesamtdeutschen liegen. Die Arbeitslosenquote nach der Definition der Bundesagentur für Arbeit geht von 6,9% im Jahr 2018 auf 6,5% im Jahr 2019 und 6,3% im Jahr 2020 zurück.

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Stefanie Müller
Stefanie Müller
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