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Wie politische Faktoren staatliche Ausfallrisiken beeinflussen können
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Empirische Analyse: Investoren honorieren Regierungen der Mitte und politische Stabilität
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Empirische Analyse: Investoren honorieren Regierungen der Mitte und politische Stabilität

Zur Analyse der politischen Determinanten staatlicher Ausfallrisiken werden 27 Schwellen- und Entwicklungsländer im Zeitraum von 1996 bis 2009 untersucht. Staat­liche Ausfallrisiken werden mittels Risikoprämien auf einheimische Staatsanleihen relativ zu US-Staatsanleihen, basierend auf dem Emerging Market Bond Index von JP Morgan,² gemessen.
Politische Faktoren werden mittels der Database of Political Institutions der Weltbank klassifiziert.³ Zudem kommen eine Vielzahl makroökonomischer, finanzieller und globaler Kontrollvariablen zum Einsatz, welche im Folgenden jedoch nicht weiter besprochen werden. Im Rahmen einer Panel-Regressionsanalyse werden fixe länder- und zeitspezifische Effekte sowie robuste Standardfehler berücksichtigt.
Die Ergebnisse der Regressionskoeffizienten (in Basispunkten) für das gesamte Länderset sind in Abbildung 2 dargestellt.4

Es kann kein signifikanter Effekt von Wahlen festgestellt werden. Während Ratingagenturen Staats­anleihen in Wahljahren oft herabstufen, weicht das von Investoren wahrgenommene Ausfallrisiko in Wahl- oder Vorwahljahren nicht von den übrigen Jahren ab.
Investoren scheinen zu erwarten, dass auf eine expansive Fiskalpolitik vor der Wahl typischerweise eine fiskalische Konsolidierung nach der Wahl folgt.

Die politische Ideologie der Regierung spielt hingegen für Investoren eine entscheidende Rolle für die Bepreisung von Staatsanleihen. Die Regressionskoeffizienten zeigen, dass Länder mit einer Linksregierung (Rechtsregierung) durchschnittlich um 2,6 Prozentpunkte (3,9 Pro­zentpunkte) höhere Risikoaufschläge zahlen müssen als Länder, die von Zentrumsparteien regiert werden. Neben der Erwartung einer pragmatischeren Regierungsführung von Zentrumsregierungen könnten Investoren damit rechnen, dass ideologisch motivierte Zahlungsausfälle bei diesen Ländern weniger wahrscheinlich sind.

Auch der Index für politische Stabilität liefert einen signifikanten Erklärungsbeitrag für das staatliche Ausfallrisiko. Ein um zwei Punkte höherer Index für politische Stabilität (dies entspricht bspw. für das Jahr 2009 dem Unterschied zwischen dem stabilen Chile und dem krisengeschüttelten Venezuela) ist mit einer Reduzierung der Risikoprämie um 6,6 Prozentpunkte verbunden.

Investoren schätzen politische Stabilität aus vielerlei Gründen. Zum einen erhöhen häufige irreguläre Regime­veränderungen das Risiko, dass sich die gegenwärtige Regierung nicht an die von der Vorgängerregierung aufgenommenen Staatsschulden gebunden fühlt. Jedoch führen auch häufige demokratische Regierungswechsel im Zuge von Misstrauensvoten oder vorgezogenen Wahlen zu einem höheren Ausfallrisiko, da Investoren mutmaßen, dass sich für die politischen Akteure solcher Länder der Anreiz zu einer langfristig ausgelegten, sparsamen Fiskalpolitik verringert.

Überprüft wurde auch, ob die Handlungsfähigkeit der amtierenden Regierung das Ausfallrisiko beeinflusst. Fiskalische Konsolidierung oder Wirtschaftsreformen, so die These, setzen eine handlungsfähige Regierung mit einem starken Mandat voraus. Es kann jedoch kein signifikanter Effekt der Stärke der Regierungsmehrheit im Parlament auf das wahrgenommene Ausfall­risiko gefunden werden; auch der Grad der Fraktionalisierung der Regierungskoalition hat keinen statistisch signifikanten Einfluss.

__________________________

5 Die politische Ausrichtung der Regierungsparteien wird anhand
   der Database of Political Institutions der Weltbank vorgenommen.
   Im Falle Deutschlands würde eine CDU-geführte Bundesregierung
   etwa als rechte Regierung klassifiziert, eine SPD-geführte
   Bundesregierung gälte als links.

6 Die Variable Fraktionalisierung ist ein Herfindahl-Index
   der Stimmgewichte einzelner Parteien innerhalb einer
   Regierungskoalition, wobei höhere Werte eine
   konzentriertere Machtverteilung angeben.

7 Die Aufteilung der Länder erfolgt nach dem Polity-IV-Index,
   wobei Länder mit einem Indexwert über 5 als demokratisch,
   Länder mit einem Indexwert von gleich oder unter 5 als
   autokratisch klassifiziert werden (vgl. Fearon, J. D.; Laitin,
   D. D.: Ethnicity, Insurgency, and Civil War, in:
   American Political Science Review, Vol. 97 (1), 2003, 75-90).

 

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Ländergruppen unterscheiden sich hinsichtlich der Relevanz politischer Faktoren

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This paper analyzes the political determinants of sovereign bond yield spreads using data for 27 emerging markets in the period 1996 to 2009. I find strong evidence that countries with parliamentary systems (as opposed to presidential regimes) and a low quality of governance face higher sovereign yield spreads, while the degree of democracy and elections play no significant role. A higher degree of political stability and the power to implement austerity measures significantly reduce sovereign yield spreads particularly in autocratic regimes, while no significant effect is detected for democratic countries. Overall, political determinants have a more pronounced impact on sovereign bond yield spreads in autocratic and closed regimes than in democratic and open countries.

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