Die Zukunft der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum: Entwicklungsoptionen für Kinderbetreuung, Schule und Kultur
Clemens Fuhrmeister, Monika Reck, Gerhard Heimpold
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 4,
2013
Abstract
Am 14. und 15. Februar 2013 veranstalteten das IWH, der Lehrstuhl für Öffentliches Recht und der Lehrstuhl für Ökonometrie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) einen Workshop zum Thema „Die Zukunft der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum: Entwicklungsoptionen für Kinderbetreuung, Schule und Kultur“. Der Workshop verdeutlichte den existierenden Effizienzdruck in den Infrastruktureinrichtungen infolge rückläufiger Einwohnerzahlen. Es wurde aber auch deutlich, dass zur Sicherung der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen ein breites Spektrum von Anpassungsmöglichkeiten existiert, das beispielsweise Veränderungen im Gebietszuschnitt, Kooperationslösungen, Flexibilisierung von Standards und Umnutzung brachgefallener Einrichtungen umfasst. Die von den Veranstaltern präsentierten Forschungsergebnisse sind im Rahmen der Expertenplattform „Demographischer Wandel in Sachsen-Anhalt“ entstanden und wurden durch das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt gefördert. Darüber hinaus hielten weitere Expertinnen und Experten aus Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern Vorträge.
Artikel Lesen
Social Capital and Migration Preferences - An Empirical Analysis for the Case of the Reunified Germany
Peter Bönisch, Lutz Schneider, Walter Hyll
Grincoh Working Papers July 2013,
2013
Abstract
We focus on the relevance of different types of social capital on migration intentions in the context of shrinking regions. On the one hand, formal social capital characterised by weak ties without local roots is supposed to drive selectivity and outmigration. On the other hand, informal social capital stressing strong ties to friends, relatives or neighbours might hinder migration. In our regression results we do not find an effect of shrinking regions on mobility intentions. Thus, living in a shrinking area is by itself not a reason to move away or to invest less in social capital. However, if an individual considers to move away she reduces her participation in informal and formal networks. Individuals characterised by strong informal ties, i.e. strong relationships to friends, relatives or neighbours show a significantly lower probability of moving away. And, more qualified types of social capital as participation in local politics or initiatives seem to encourage spatial mobility.
Artikel Lesen
Der Einfluss des Fernsehkonsums auf unsere Präferenzen
Walter Hyll, Lutz Schneider
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 2,
2013
Abstract
Fernsehen kann heutzutage als Freizeitbeschäftigung Nummer eins angesehen werden. Angesichts der großen Bedeutung dieses Mediums geht der Beitrag der Frage nach, ob Fernsehkonsum unser Verhalten und unsere Präferenzen beeinflusst. Um einen potenziellen Effekt methodisch einwandfrei identifizieren zu können, macht sich die Untersuchung ein einzigartiges natürliches Experiment innerhalb der DDR zunutze. Aufgrund von topographischen Gegebenheiten war es in einzelnen Regionen der DDR nicht möglich, Westfernsehprogramme zu empfangen. Dadurch kam es zu einer natürlichen Variation der Empfangsqualität. Die ökonometrische Analyse von Umfragedaten des Zentralinstituts für Jugendforschung der DDR aus den Jahren 1988/1989 kommt zu dem Ergebnis, dass der Konsum von Westfernsehen die materiellen Aspirationen, also die Konsum- und Einkommenswünsche, erhöht hat.
Artikel Lesen
The Causal Effect of Watching TV on Material Aspirations: Evidence from the “Valley of the Innocent”
Walter Hyll, Lutz Schneider
Journal of Economic Behavior and Organization,
2013
Abstract
The paper addresses the question of whether TV consumption has an impact on material aspirations. We exploit a natural experiment that took place during the period in which Germany was divided. Owing to geographical reasons TV programs from the Federal Republic of Germany could not be received in all parts of the German Democratic Republic. Therefore a natural variation occurred in exposure to West German television. We find robust evidence that watching TV is positively correlated with aspirations. Our identification strategy implies a causal relationship running from TV to aspirations. This conclusion resists various sets of alternative specifications and samples.
Artikel Lesen
Grundschulschließungen als Katalysator von Wanderungsbewegungen?
Walter Hyll, Lutz Schneider
Friedrich, K.; Pasternack, P. (Hrsg.), Demographischer Wandel als Querschnittsaufgabe. Fallstudien der Expertenplattform „Demographischer Wandel“, Universitätsverlag Halle-Wittenberg, Halle (Saale),
2012
Abstract
Grundschulschließungen werden kritisiert und gefürchtet. Besonders in peripheren Regionen verbindet sich mit der Aufgabe einer Schule vielfach die Sorge des demographischen Unterganges der Gemeinde infolge einer Abwanderung junger Eltern und ausbleibender Zuwanderung junger Familien. Sind Grundschul-schließungen aber tatsächlich Ursache einer Verschlechterung der Wanderungsbilanz?
Im vorliegenden Beitrag wird diese Fragestellung für die Familienwanderung zwischen Gemeinden Sachsen-Anhalts im Zeitraum von 1991 bis 2008 beantwortet. Die Untersuchung vergleicht im ersten Schritt die Wanderungsraten von Gemeinden mit unterschiedlicher Grundschulausstattung. Im zweiten Schritt wird die Querschnittsbetrachtung um eine Längsschnittanalyse ergänzt: Hier interessiert die Frage, ob sich das Wanderungsverhalten ändert, wenn die letzte Schule einer Gemeinde geschlossen wird. Der Analyse zufolge übt die schulische Infrastruktur von Gemeinden in Sachsen-Anhalt einen signifikanten Einfluss auf das Wanderungsverhalten der Familien mit jüngeren Kindern aus. So zeigt sich, dass nach der Schließung der letzten Grundschule die Zuzüge zurückgehen; überraschenderweise reduzieren sich jedoch auch die Fortzüge. Da sich beide Effekte gegenseitig gerade aufheben, ist eine Wirkung der Schließung per saldo jedoch nicht mehr erkennbar. Damit ist das Problem eines sich selbst verstärkenden Schrumpfungsprozesses zumindest mit Blick auf junge Familien empirisch nicht ersichtlich.
Artikel Lesen
Industrieforschung in Ostdeutschland: Welchen Beitrag leisten die externen Industrie-
forschungseinrichtungen?
Iciar Dominguez Lacasa, Cornelia Lang, Nicole Nulsch, C. Rammer
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 12,
2012
Abstract
Das ostdeutsche Forschungs- und Innovationssystem ist einerseits durch eine gut ausgebaute öffentliche Wissenschaftsinfrastruktur und andererseits durch ein relativ niedriges Niveau an industrieller Forschung und Entwicklung (FuE) charakterisiert. So erreichen die FuE-Ausgaben in der ostdeutschen Wissenschaft – gemessen am Bruttoregionalprodukt – das Niveau der Alten Bundesländer, während die FuE-Ausgaben der ostdeutschen Industrie deutlich unter Westniveau liegen. Ursächlich dafür ist die nach wie vor kleinteilig geprägte ostdeutsche Wirtschaft, es fehlen Großunternehmen und Konzernzentralen. Industrielle FuE geht daher in Ostdeutschland im Wesentlichen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aus. Diese können jedoch die Lücke, die durch die fehlende FuE der Großunternehmen entsteht, nicht komplett schließen. An dieser Stelle setzen die externen Industrieforschungseinrichtungen (IFE) an. Sie sind gemeinnützig und verstehen sich als FuE-Dienstleister. Die Ergebnisse ihrer FuE-Tätigkeit stellen sie der Allgemeinheit zur Verfügung, führen jedoch auch Aufträge der Privatwirtschaft aus. Im Vergleich zu kleinen und mittleren Unternehmen verfügen die IFE über deutlich größere FuE-Einheiten und können ein wesentlich breiteres Kompetenzfeld anbieten. Der Fokus liegt dabei auf Hochtechnologien. Im ostdeutschen Innovationssystem sind sie ein wichtiger Akteur und unterstützen ostdeutsche KMU in deren Innovationsbemühungen.
Artikel Lesen
The Causal Effect of Watching TV on Material Aspirations: Evidence from the “Valley of the Innocent”
Walter Hyll, Lutz Schneider
Abstract
The paper addresses the question of whether TV consumption has an impact on material aspirations. We exploit a natural experiment that took place during the period in which Germany was divided. Owing to geographical reasons, TV programs from the Federal Republic of Germany could not be received in all parts of the German Democratic Republic. Therefore, a natural variation occurred in exposure to West German television. We find robust evidence that watching TV is positively correlated with aspirations. Our identification strategy implies a causal relationship running from TV to aspirations. This conclusion resists various sets of alternative specifications and samples.
Artikel Lesen
Größenvorteile im Bereich kommunaler Leistungen – Bericht zum 4. Halleschen Kolloquium zur kommunalen Wirtschaft
Peter Haug, Albrecht Kauffmann, M. Kloss
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 6,
2012
Abstract
Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) veranstaltet unter Federführung der Forschungsabteilung Stadtökonomik alle zwei Jahre das „Hallesche Kolloquium zur kommunalen Wirtschaft“. Vor dem Hintergrund der kommunalen Gebietsreformen in Ostdeutschland befasste sich die Veranstaltung am 24. und 25. November 2011 mit der Frage, ob insbesondere mit Bezug auf den Kommunalbereich „bigger“ notwendigerweise auch „better“ (z. B. im Sinne einer möglichst kostengünstigen Versorgung mit öffentlichen Leistungen) bedeuten muss.
Die Konferenz richtete sich dabei sowohl an Wissenschaftler als auch an Praktiker aus Politik und Verwaltung. Im Mittelpunkt standen dabei wissenschaftliche Erkenntnisse zur Effizienz des öffentlichen Sektors auf verschiedenen Ebenen. Beleuchtet wurde dieses Thema nicht nur aus der volkswirtschaftlichen, sondern auch aus der rechts- und verwaltungswissenschaftlichen Perspektive. Nach den Fachvorträgen aus den genannten Bereichen bildete eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Kommunalpolitik, Kommunalverbänden und Landesverwaltung
den Abschluss der Konferenz. Insgesamt zeigte die Veranstaltung auf, dass Größe nicht alles ist bei der Gestaltung künftiger Kommunalstrukturen und Gebietsreformen alles andere als ein Allheilmittel bei mangelnder Leistungsfähigkeit (z. B. Finanzschwäche) der Kommunen sind.
Artikel Lesen
Hausärztliche Versorgung ohne Einfluss auf das Wanderungsverhalten
Lutz Schneider, Walter Hyll, Marie Ebert
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 5,
2012
Abstract
Gemeinden in demographischen Notlagen stehen vor besonderen Herausforderungen. Einerseits zwingt die Verringerung der Bevölkerungszahlen zu einer Verschlankung von Infrastruktur im technischen wie im sozialen Bereich. Andererseits kann eine weitere Ausdünnung derartiger Angebote – zu denken ist vornehmlich an die Bereiche Bildung, Kultur und Sport, Versorgung, Verkehr oder aber Gesundheit – den demographischen Abwärtstrend weiter verstärken. Steht ein Rückbau dieser Angebote doch im Verdacht, die Attraktivität der Gemeinden
als Wohnstandort auszuhöhlen und Abwanderungsprozesse zu beschleunigen bzw. Zuwanderung zu verhindern. Vor diesem Hintergrund wird im Beitrag untersucht, wie der kommunale Versorgungsgrad mit Hausärzten auf die Wanderungsbewegungen in den Gemeinden Sachsen-Anhalts in der Periode von 1996 bis 2008 wirkte. In diesem Zeitraum ist zum einen ein deutlicher Rückgang der Zahl der Hausärzte zu beobachten. Zum anderen verloren viele Gemeinden an Einwohnern, nicht zuletzt aufgrund erheblicher Wanderungsdefizite. Weder die
Querschnittsanalyse noch die Panelregressionen können jedoch signifikante Wanderungseffekte der Hausarztausstattung belegen. Gemeinden mit schlechter bzw. verschlechterter hausärztlicher Versorgungslage scheinen in der Nettobetrachtung nicht ungünstiger abzuschneiden als die übrigen Gemeinden.
Artikel Lesen
Daseinsvorsorge und demographischer Wandel in peripheren Räumen. Wie gehen die Betroffenen mit dem Ausdünnen sozialer Infrastruktur um?
Ulrich Blum, Gerhard Heimpold, Walter Hyll, Franziska Jungermann, Lutz Schneider
K. Friedrich (Hrsg.), Zukunftsgestaltung im demographischen Umbruch. Schriftenreihe des WZW Nr. 07. Wissenschaftszentrum Sachsen-Anhalt: Lutherstadt Wittenberg,
2011
Abstract
Der Beitrag ist Bestandteil einer Broschüre, die vom Wissenschaftszentrum Sachsen-Anhalt/der Expertenplattform „Demographischer Wandel“ herausgegeben wird und einen Überblick über 15 Projekte zum Thema Demographischer Wandel gibt, die im Rahmen der Forschungsförderung vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt unterstützt werden. Gefördert wird auch ein Forschungsvorhaben des IWH. Das IWH-Projekt befasst sich am Beispiel Sachsen-Anhalts mit gesellschafts- und wirtschaftspolitisch relevanten Fragen des demographischen Wandels in peripheren Räumen. Speziell geht es um die Frage, wie Einwohner in peripheren Regionen mit dem Ausdünnen sozialer Infrastruktur umgehen. Im Beitrag werden Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen der Schließung von Grundschulen und Merkmalen des demographischen Wandels präsentiert.
Artikel Lesen