Aktuelle Trends - Verschuldungsbereitschaft der ostdeutschen Privathaushalte ändert sich nur langsam
Ruth Grunert
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 15,
1999
Abstract
Von 1992 bis 1999 hat sich der Anteil der ostdeutschen Haushalte, die mit Krediten belastet sind, von knapp 30 vH auf 34 vH erhöht. Gemessen an den bislang günstigen Bedingungen für die Inanspruchnahme von Krediten sowie dem noch hohen Nachholbedarf bei Wohneigentum ist dies eine eher schwache Verschuldungsdynamik. Nach wie vor sind zwei Drittel der Haushalte der Meinung, daß Anschaffungen erst dann vorgenommen werden sollten, wenn dafür genügend Geld angespart wurde. Zugleich stellen aber 82 vH der Haushalte fest, daß Wohneigentum ohne Kredite nicht zu finanzieren ist. Die Verwendungsstruktur der aufgenommenen Kredite hat sich dahingehend geändert. So wurde im Jahr 1992 rund die Hälfte der Kredite für die Anschaffung von Personenkraftwagen aufgewendet und ein Drittel für Bau- und Modernisierungsvorhaben bzw. für den Kauf von Wohnungen eingesetzt. Im Jahr 1999 hat sich dieses Verhältnis umgekehrt. Damit verbunden ist eine Erhöhung des Kreditvolumens. So hat sich lt. amtlicher Statistik die Verschuldungssumme der über Haus- und Grundbesitz verfügenden Haushalte in den neuen Bundesländern im Jahr 1998 gegenüber 1993 mehr als verdreifacht.
Artikel Lesen
Aktuelle Trends - Industrie und Dienstleistungen tragen das Wirtschaftswachstum in Ostdeutschland
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 5,
1999
Abstract
Um 44 Prozent ist die reale Bruttowertschöpfung in Ostdeutschland von 1991 bis 1998 gewachsen. Dazu trug in erster Linie das Verarbeitende Gewerbe mit knapp 18 Prozentpunkten bei, dicht gefolgt mit 16 Prozentpunkten von den Dienstleistungsunternehmen (Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen, Wohnungsvermietung, sonstige Dienstleistungsunternehmen). Das Baugewerbe ist nach einer starken Wachstumsphase seit 1996 auf Schrumpfkurs; der Wachstumsbeitrag über den Gesamtzeitraum liegt nur bei 6,8 Prozentpunkten. Einen ähnlichen Wert erreicht der Sektor Handel und Verkehr.
Artikel Lesen
Ist eine spezifische FuE-Förderung für die neuen Länder notwendig?
Ralf Müller
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 14,
1998
Abstract
Es herrscht vielfach die Auffassung vor, in den neuen Ländern bestehe eine im Vergleich zu den alten Ländern geringe und für eine zügige Anpassung der Wettbewerbsfähigkeit nicht ausreichende Aktivität der Unternehmen in Forschung und Entwicklung (FuE). Hierauf basieren Forderungen, FuE in den neuen Ländern stärker als bisher zu fördern. Bei disaggregierter Betrachtung für unterschiedliche Sektoren und Unternehmensgrößen zeigt sich in den neuen Ländern allerdings eine FuE-Intensität, die eher höher ist als in vergleichbaren westdeutschen Unternehmen.
Grundsätzlich können verschiedene Marktbesonderheiten eine FuE-Förderung rechtfertigen. Dazu zählen externe Effekte von Innovationen sowie FuE-Größenvorteile und unvollkommene Kreditmärkte, die den Eintritt in FuE-intensive Märkte behindern. Dies begründet aber nicht, warum kleine und mittlere sowie allgemein junge Unternehmen der alten Länder weniger Förderung erhalten sollten als entsprechende ostdeutsche Unternehmen. Begründet werden kann eine spezifische FuE-Förderung für die neuen Länder jedoch mit dem Fehlen von Netzwerken innovativer Unternehmen. Hieraus entsteht ein Standortnachteil für innovierende ostdeutsche Unternehmen, da es an Kooperationsmöglichkeiten in ihrer Region mangelt. Dies behindert nicht nur die Neugründung innovativer Unternehmen, sondern auch die Ansiedlung solcher aus Westdeutschland und dem Ausland.
Artikel Lesen
Die Wirtschaftslage in China: Leichte Abwertung erst mittelfristig zu erwarten
Sun Xiaoqing
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 13,
1998
Abstract
Bereits vor dem Beginn der Asienkrise hatte sich das chinesische Wirtschaftswachstum, das in der ersten Hälfte der neunziger Jahre zweistellige Raten erreicht hatte, deutlich abgeschwächt. Zu einem gewissen Maß war diese Abschwächung im Zuge der Inflationsbekämpfung erwünscht. Nicht nur die Inlandsnachfrage, sondern auch die Exportnachfrage hat deutlich an Dynamik verloren. Die Absatzmöglichkeiten chinesischer Unternehmen im Ausland haben sich im Zuge der Asienkrise zugespitzt, und es ist nicht zu erwarten, daß das von der Regierung für dieses Jahr gesetzte Wachstumsziel in Höhe von 8 vH realisiert werden kann. Die Abwertung der Währungen der südostasiatischen Krisenländer und des japanischen Yen, der wirtschaftliche Zusammenbruch in diesen Ländern und die steigende Arbeitslosigkeit in China nähren Zweifel daran, ob der fixe Wechselkurs des chinesischen Yuan zum US-Dollar aufrechtzuhalten ist. Gegen eine Abwertung sprechen in erster Linie der resultierende Vertrauensverlust, die Gefahr einer Aufrechterhaltung des Wechselkurses zum US-Dollar kann von dieser Seite bedroht werden. Dies gilt um so mehr, als sich gegenwärtig ein Auslandsdirektinvestition abzeichnet. Durch die Wachstumsabschwächung machen sich bestehende Probleme im Unternehmenssektor stärker bemerkbar. Nach offiziellen Angaben schreiben etwa 40 vH der zumeist klein- und mittel-ständischen Staatsbetriebe rote Zahlen. Diese Betriebe haben erhebliche Absatzschwierigkeiten. Das Bankensystem steht infolge eines hohen Bestands an „faulen“ Krediten vor einer Finanzkrise. Von den notleidenden und uneinbringbaren Krediten entfallen mindestens 40 vH auf den Staatssektor und konzentrieren sich dabei insbesondere auf zwei Bereiche: die Staatsbetriebe und den Immobiliensektor. Da die chinesische Regierung jedoch explizit die Zahlungsfähigkeit der Staatsbanken garantiert, ist das Risiko eines Schwundes an öffentlichem Vertrauen zur Zeit begrenzt.
Artikel Lesen
Russland-Krise: Ursachen, Folgen und Wege zu ihrer Überwindung
Thomas Linne, Hubert Gabrisch
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 12,
1998
Abstract
Die russische Währungskrise vom August 1998 ist der vorläufige Höhepunkt einer sich seit November 1997 verstärkenden Krise der Staatsfinanzen und des Bankensektors. Die Krise entstand durch eine zunehmende kurzfristige Defizitfinanzierung und Spekulationsgeschäfte der Banken. Gefördert wurde beides durch die Geldpolitik der Zentralbank, die nicht nur hohe, sondern sogar steigende Realzinsen in Kauf nahm, um den Wechselkurs zu stabilisieren. Die internationale Gemeinschaft sollte neue Kredite zur Unterstützung des Reformprozesses in Erwägung ziehen, wenn die Märkte das Vertrauen in die Reform- und Politikfähigkeit der Regierung zurückgewonnen haben. Eine Freigabe des Wechselkurses könnte der Indikator für entsprechende Fortschritte sein.
Artikel Lesen
Vorsorgende Umweltschutzinvestitionen aus der Sicht nachhaltiger Ressourcennutzung - Eine Analyse der Nachfragestruktur von Förderkrediten
Walter Komar
Externe Publikationen,
1998
Abstract
Artikel Lesen
Inanspruchnahme von Förderkrediten für (präventive) Umweltschutzinvestitionen aus der Sicht nachhaltiger Ressourcennutzung
Walter Komar
IWH Discussion Papers,
Nr. 76,
1998
Abstract
An Hand von Managementregeln nachhaltiger Ressourcennutzung werden Umwelt-schutzinvestitionen gruppiert. Mit dieser Klassifikation wird untersucht, wie sich Um-fang und Struktur der Nachfrage von Förderkrediten für nachhaltigkeitsrelevante (vor-sorgende) Umweltschutzinvestitionen in der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands entwickelt haben. Der Kreditnachfrage zufolge nahmen die Investitionsaktivitäten in nachhaltigkeitsrelevanten Feldern zu.
Artikel Lesen
Aktuelle Trends - Transferleistungen für die neuen Länder bleiben auf hohem Niveau
Joachim Ragnitz
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 3,
1998
Abstract
Die Leistungen, die aus den öffentlichen Haushalten Westdeutschlands (Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen) für Ostdeutschland zur Verfügung gestellt werden, bleiben auch 1998 auf einem hohen Niveau. Sie dürften sich nach Schätzungen des IWH in diesem Jahr auf etwa 183 Mrd. DM belaufen. Netto, d.h. nach Abzug der Steuereinnahmen des Bundes aus Ostdeutschland, dürften sie eine Höhe von etwa 134 Mrd. DM erreichen, was einem knappen Drittel des nominalen ostdeutschen Bruttoinlandsprodukts entspricht. Die Struktur der Ausgaben ist dabei im Zeitablauf bemerkenswert konstant: Etwa die Hälfte der Bruttotransferleistungen entfällt auf sozialpolitisch motivierte Ausgaben; ein knappes Fünftel der Transfers wird für Maßnahmen der Wirtschaftsförderung und für Investitionen in die im weiteren Sinne wirtschaftsnahe Infrastruktur verwendet. Dabei sind allerdings Ausgaben der ostdeutschen Länder für diese Zwecke wie auch kreditähnliche Leistungen (Darlehen der bundeseigenen Förderbanken und Sonderabschreibungen) nicht berücksichtigt.
Artikel Lesen
Personal Bankruptcy and Credit Supply and Demand
Reint E. Gropp, J. K. Scholz, M. J. White
Quarterly Journal of Economics,
Vol. 112 (1),
1997
Abstract
This paper examines how personal bankruptcy and bankruptcy exemptions affect the supply and demand for credit. While generous state-level bankruptcy exemptions are probably viewed by most policy-makers as benefiting less-well-off borrowers, our results using data from the 1983 Survey of Consumer Finances suggest that they increase the amount of credit held by high-asset households and reduce the availability and amount of credit to low-asset households, conditioning on observable characteristics. Thus, bankruptcy exemptions redistribute credit toward borrowers with high assets. Interest rates on automobile loans for low-asset households also appear to be higher in high exemption states.
Artikel Lesen
Förderkreditnachfrage für Umweltschutzinvestitionen unter besonderer Berücksichtigung vorsorgender prozeßintegrierter Vermeidungstechnik
Walter Komar
Forschungsreihe,
Nr. 1,
1997
Abstract
Artikel Lesen