29.09.2022 • 24/2022
Die ostdeutsche Wirtschaft hat im ersten Halbjahr 2022 kräftig expandiert, gerät im zweiten Halbjahr aber in die Rezession ‒ Implikationen der Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2022 und jüngerer Veröffentlichungen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche
Die Energiekrise stürzt die deutsche Wirtschaft in eine Rezession. Das betrifft auch die Konjunktur in Ostdeutschland. In diesem Jahr wird die ostdeutsche Produktion laut Prognose des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mit 1,5% etwas stärker expandieren als in Deutschland insgesamt. Für das kommende Jahr dürfte der Rückgang in Ostdeutschland mit 0,1% weniger deutlich ausfallen als im Westen (Deutschland: ‒0,4%). Für das Jahr 2024 wird ein Zuwachs von 1,7% prognostiziert (Deutschland: 1,9%).
Oliver Holtemöller
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17.08.2022 • 19/2022
Arbeitsmobilität gehört zum Strukturwandel
Der Kohleausstieg wird die betroffenen Regionen auch dadurch verändern, dass ein Teil der Beschäftigten abwandert. Die Politik sollte diesen Prozess bei der Strukturpolitik berücksichtigen, denn vollständig verhindern lässt er sich nicht. Das verdeutlicht eine vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) veröffentlichte Studie an einem historischen Beispiel.
Oliver Holtemöller
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Hiring Behavior, Remuneration, and Employment Perspectives in Newly Founded Establishments
Lisa Hölscher
PhD Thesis, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg,
2022
Abstract
In der Volkswirtschaftslehre wird das Unternehmertum als treibende Kraft hinter dem Prozess kreativer Zerstörung betrachtet, die Innovationen in den Markt einführt, ineffiziente Betriebe verdrängt, und so den Grundstein für das Wachstum der Wirtschaft legt. Ein wesentlicher Bestandteil unternehmerischen Handelns ist die Gründung neuer Firmen (Carree & Thurik, 2003). Die Ursachen und Auswirkungen von Firmengründungen sind daher Gegenstand zahlreicher empirischer Studien (Geroski, 1995; Wagner, 2006). Begutachtet man die Bedeutung dieser Start-ups für die volkswirtschaftliche Entwicklung, so nimmt ihr Beitrag zur Schaffung und Vernichtung von Arbeitsplätzen eine zentrale Rolle ein. Die vorliegende Dissertation legt dar, dass die Relevanz von neu gegründeten Betrieben als Arbeitgeber nicht nur im Hinblick auf die Anzahl der von ihnen geschaffenen Arbeitsplätze beurteilt werden sollte, sondern auch im Lichte der Qualität dieser neuen Jobs. Sollten neue Firmen sich von etablierten Betrieben bezüglich Einstellungsmustern oder Arbeitsbedingungen unterscheiden, könnte dies schwerwiegende Auswirkungen auf die Karriere der dort angestellten Arbeitnehmer haben. Vor diesem Hintergrund liefern die vier Studien dieser Dissertation neue Erkenntnisse zu Einstellungsverhalten, Entlohnung und Beschäftigungsperspektiven in neu gegründeten Betrieben.
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26.04.2022 • 10/2022
Regionale Effekte einer durch einen Lieferstopp für russisches Gas ausgelösten Rezession in Deutschland
Ein Stopp der russischen Gaslieferungen würde zu einer Rezession der deutschen Wirtschaft führen. Nicht alle Regionen wären davon gleich betroffen: Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnet vor allem dort, wo das Verarbeitende Gewerbe ein großes Gewicht hat, mit einem deutlich stärkeren Einbruch der Wirtschaftsleistung als andernorts.
Oliver Holtemöller
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Handelsschocks, Arbeitsmärkte und Wohlstand während der ersten Globalisierung
Richard Bräuer, Wolf-Fabian Hungerland, Felix Kersting
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
2022
Abstract
Dieser Beitrag untersucht Deutschland in der ersten Globalisierung in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg. Damals erlebte das Deutsche Reich eine massive Zunahme von Getreideimporten aus Amerika. Wir vergleichen Landkreise, die auf die importierten Getreidesorten spezialisiert waren, mit Kreisen, die andere landwirtschaftliche Güter hergestellt haben. Unsere Resultate zeigen, dass viele Arbeitskräfte die Kreise verlassen, in denen vom Handelsschock betroffene Produkte hergestellt wurden. Allerdings bleiben die in modernen Volkswirtschaften beobachteten negativen Effekte auf Einkommen pro Kopf und Sterblichkeit aus, auch eine politische Radikalisierung findet nicht statt. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Migrationsbewegungen negative wirtschaftliche und in der Folge auch politische Auswirkungen abfedern. Damals verließen etwa viermal so viele Einwohner ihren Landkreis nach einem Handelsschock wie in vergleichbaren Situationen in den heutigen USA.
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The (Heterogenous) Economic Effects of Private Equity Buyouts
Steven J. Davis, John Haltiwanger, Kyle Handley, Josh Lerner, Ben Lipsius, Javier Miranda
Abstract
The effects of private equity buyouts on employment, productivity, and job reallocation vary tremendously with macroeconomic and credit conditions, across private equity groups, and by type of buyout. We reach this conclusion by examining the most extensive database of U.S. buyouts ever compiled, encompassing thousands of buyout targets from 1980 to 2013 and millions of control firms. Employment shrinks 13% over two years after buyouts of publicly listed firms – on average, and relative to control firms – but expands 13% after buyouts of privately held firms. Post-buyout productivity gains at target firms are large on average and much larger yet for deals executed amidst tight credit conditions. A post-buyout tightening of credit conditions or slowing of GDP growth curtails employment growth and intra-firm job reallocation at target firms. We also show that buyout effects differ across the private equity groups that sponsor buyouts, and these differences persist over time at the group level. Rapid upscaling in deal flow at the group level brings lower employment growth at target firms.
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Micro-mechanisms behind Declining Labor Shares: Rising Market Power and Changing Modes of Production
Matthias Mertens
International Journal of Industrial Organization,
Vol. 81 (March),
2022
Abstract
I derive a micro-founded framework showing how rising firm market power on product and labor markets and falling aggregate labor output elasticities provide three competing explanations for falling labor shares. I apply my framework to 20 years of German manufacturing sector micro data containing firm-specific price information to study these three distinct drivers of declining labor shares. I document a severe increase in firms’ labor market power, whereas firms’ product market power stayed comparably low. Changes in firm market power and a falling aggregate labor output elasticity each account for one half of the decline in labor's share.
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Globalization, Productivity Growth, and Labor Compensation
Christian Dreger, Marius Fourné, Oliver Holtemöller
IWH Discussion Papers,
Nr. 7,
2022
Abstract
Since the onset of globalization, production activities have become increasingly fragmented and organized in global value chains, facilitating the trade of intermediaries across industries and countries. In this paper, we analyze the dynamic effect of increasing participation in global value chains on both productivity growth and the functional income distribution. To account for potential endogeneity, we construct a granular instrumental variable for international trade integration using detailed international input-output tables. Our findings show on the country-industry level, that both trade in intermediate inputs and trade in value-added significantly raise productivity in advanced countries, at the expense of the labor share of income. Moreover, labor shares decline more sharply in both manufacturing and services sectors, as well as in industries positioned closer to the final stages of the global value chain. Finally, our results show that a decline in international trade integration would have substantial negative effects on long-term productivity growth.
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Firm-level Employment, Labour Market Reforms, and Bank Distress
Ralph Setzer, Moritz Stieglitz
Journal of International Money and Finance,
Vol. 120 (February),
2022
Abstract
We explore the impact of financial frictions on the employment effect of labour market reforms. Our study combines a new cross-country reform database on labour market reforms with matched firm-bank data for nine euro area countries over the period 1999 to 2013. While we find that labour market reforms are overall effective in increasing employment, restricted access to bank credit can undo up to half of medium to long-term employment gains at the firm-level. Entrepreneurs without sufficient access to credit cannot reap the full benefits of more flexible employment regulation.
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Neue Basel-Regeln: Mehr Stabilität, weniger Kredite?
Reint E. Gropp
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 4,
2021
Abstract
Ein Kernpunkt des geplanten Basel-III-Regelwerks sind die gestiegenen Eigenkapitalanforderungen. Umsetzungsprobleme könnten die gewünschten Effekte der Reformen jedoch konterkarieren. Zum einen könnten Banken ihre Eigenkapitalquote erhöhen, indem sie weniger Kredite an risikoreiche Kreditnehmer vergeben, statt ihr Eigenkapital
aufzustocken. Hiervon wären vor allem mittelständische Unternehmen ohne Kreditrating betroffen. Zum anderen lassen auch die neuen, strengeren Regeln den nationalen Bankenaufsehern Bewertungsspielräume, die von den Banken – politisch geduldet – zu einer Inflationierung ihres Eigenkapitals genutzt werden könnten.
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