Auf dem Weg zum Euro: Besonnenheit wahren! - ein Kommentar
Rüdiger Pohl
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 9,
1997
Abstract
Auf dem Wege zum EURO herrscht das Chaos. Kontroversen um Goldreserven, Stabilitätspakt, europäische Beschäftigungsinitiativen schüren das ebenso wie der rational kaum mehr nachvollziehbare Streit um Auslegung und Bedeutung der Fiskalkriterien. Ob und wann und mit wem der EURO kommt, ist ungewisser denn je – zur Freude der EURO-Gegner, zum Schaden für Europa. Wenn nicht Emotionen und Vorurteile ausschlaggebend bleiben, sondern sachliche Abwägung gewinnt, sollte aber klar sein: die Währungsunion muß am 1. Januar 1999 beginnen; Italien, Spanien, Portugal sollten dabei sein.
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Verdeckte Arbeitslosigkeit in West- und Ostdeutschland: Die Bedeutung der stillen Reserve
Lioba Trabert
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
1997
Abstract
In Ost- und Westdeutschland kann noch immer nicht von einem einheitlichen Arbeitsmarkt gesprochen werden. Ein Vergleich der beiden Teilarbeitsmärkte allein auf Basis der Arbeitslosenquote gibt daher nur ein unvollständiges Bild wieder. Neben der offenen gibt es einen quantitativ bedeutsamen Umfang verdeckter Arbeitslosigkeit in Form arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen sowie der Stillen Reserve. Die Stille Reserve umfaßt alle Personen, die eine Beschäftigung suchen, aber in der amtlichen Arbeitsmarktstatistik nicht registriert sind. Während in Ostdeutschland der Aufbau einer Stillen Reserve bisher kaum stattgefunden hat, arbeitsmarktpolitische Programme hingegen eine vorherrschende Position einnehmen, ist es in Westdeutschland eher umgekehrt. Hier erreicht die Stille Reserve – je nach Abgrenzung –ein Volumen von rund 600.000 bis 2,2 Millionen Personen. Auch wenn die Stille Reserve ihrem Ausmaß nach und hinsichtlich der Wiederbeschäftigungschancen nicht die gleiche Bedeutung wie die offene Arbeitslosigkeit erlangt, stellt sie – wie auch der Umfang arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen – ein wichtiges Element zur Quantifizierung des Arbeitsmarktungleichgewichts dar. Allzuoft wird in wirtschafts- und beschäftigungspolitischen Fragestellungen vernachlässigt, daß die verdeckte Arbeitslosigkeit ein zusätzliches Arbeitsangebotspotential darstellt und deswegen ein Zuwachs an Beschäftigung nicht zwangsläufig mit der Reduzierung der offenen Arbeitslosigkeit verbunden ist.
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Sachsen-Anhalt im Aufholprozeß - Zur ökonomischen Tragfähigkeit des sachsen-anhaltinischen Entwicklungspfades
Kimberly Crow, Martin Junkernheinrich, Robert Skopp
Wirtschaft im Wandel,
S
1997
Abstract
Kurzfassung zum Gutachten "Sachsen-Anhalt im Aufholprozeß - Zur ökonomischen Tragfähigkeit des sachsen-anhaltinischen Entwicklungspfades"
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IWH-Industrieumfrage: Zuversicht im Mai 1997 weiter verbessert
Udo Ludwig
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 8,
1997
Abstract
Die Geschäftslage in der ostdeutschen Industrie hat sich laut Mai-Umfrage unter 300 Unternehmen weiter verbessert. Der Saldo aus positiven und negativen Meldungen ist gegenüber der vorangegangenen Befragung um 6 Punkte auf 45 angestiegen, nachdem er sich bereits im März um 15 Punkte erhöht hatte. Damit liegt die Stimmung im Mai um 23 Punkte über dem Niveau vom Vorjahr. Der Anteil der Unternehmen mit „guter“ Geschäftslage nahm seit Jahresbeginn kontinuierlich auf 22 vH zu. Im Unschärfebereich zwischen „eher gut“ und „eher schlecht“ überwiegt mit 51 vH der Anteil optimistischer Unternehmen. Die Pessimisten sind derzeit auf dem Rückzug.
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Transformationsökonomien sind krisenanfällig - ein Kommentar
Hubert Gabrisch
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 8,
1997
Abstract
Weit verbreitet ist der Eindruck, daß die mitteleuropäischen Transformationsländer nach dem ersten Transformationsschock einen stabilen Weg der wirtschaftlichen Erholung und Inflationsverminderung eingeschlagen hätten. Nicht selten werden bereits erreichte Wachstumsraten extrapoliert, um den Zeitpunkt abzuschätzen, wann beispielsweise das durchschnittliche EU-Niveau beim Bruttoinlandsprodukt je Einwohner erreicht sein wird. Das bulgarische Beispiel zeigt jedoch, wie irreführend diese Vorstellung ist. Auch Bulgarien schien 1994 und 1995 den schwersten Transformationsschock überwunden zu haben, erlitt aber 1996 einen dramatischen Rückschlag mit Wirkungen bis in dieses Jahr hinein. Wirtschaftliche Erholung und Preisstabilität stehen aber in allen mitteleuropäischen Transformationsländern noch auf schwachen Füßen, auch in jenen, in denen im Gegensatz zu Bulgarien die Transformation institutionell weit vorangeschritten ist und die bisher politische Stabilität aufwiesen.
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Kapitalausstattung und Produktivitätsrückstand im ostdeutschen Unternehmenssektor
Vera Dietrich
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 7,
1997
Abstract
Die realisierte Arbeitsproduktivität wird wesentlich von der Kapitalausstattung der Unternehmen sowie der Auslastung der Kapazitäten bestimmt. Eine zentrale Ursache für die Produktivitätsdifferenz zu westdeutschen Unternehmen ist in dem Umstand zu suchen, daß in Ostdeutschland weniger kapitalintensiv produziert wird. Das Anlagevermögen ist dabei im Durchschnitt moderner als das der westdeutschen Unternehmen und durch eine hohe Auslastung der Ausrüstungen gekennzeichnet. Die geringere Kapitalintensität der Produktion ist primär als Folge transformationsbedingt unterschiedlicher Wirtschaftsstrukturen einzuordnen und läßt zunächst keine Schlussfolgerungen im Hinblick auf die technische Effizienz der Produktion zu. Eine weitere Angleichung der Faktoreinsatzrelationen an westdeutsche Verhältnisse ist dennoch zu erwarten. Sie muß von einer entsprechenden Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten und einer realistischen Lohnpolitik begleitet werden, um negative Auswirkungen auf die Beschäftigung auszuschließen. Der Spielraum für beschäftigungsneutrale Einkommenssteigerungen wird dabei immer von der erzielten Arbeitsproduktivität vorgegeben.
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IWH-Bauumfrage: Frühjahrsbelebung im ostdeutschen Baugewerbe
Brigitte Loose
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 7,
1997
Abstract
Im ostdeutschen Baugewerbe sind die aktuellen Geschäfte laut Umfrage des IWH im April wieder günstiger gelaufen. Damit beginnt sich die saisonbedingte Aufwärtstendenz in diesem Jahr durchzusetzen. Ausschlaggebend ist die deutliche Lageverbesserung im Hoch- und im Tiefbau. Dagegen hat die Stimmung im Ausbaugewerbe im Vergleich zur Befragung im Februar leicht nachgegeben. 13 vH aller Bauunternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage wieder mit gut, 35 vH mit eher gut. Allerdings verlaufen bei 52 vH der Befragten die Geschäfte nach eigenen Angaben nach wie vor schlecht oder eher schlecht.
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Systemadäquate Finanzierung von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) im sozialen Bereich - ein Kommentar
Birgit Schultz
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 7,
1997
Abstract
Mit der gegenwärtigen Reform des Arbeitsförderungsgesetzes wird von sozialpolitischer Seite befürchtet, daß Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im sozialen Bereich, wie Altenbetreuung, Jugendhilfe und die Unterstützung von sozial Schwachen, aufgrund von Finanzierungsrestriktionen stark zurückgehen werden und damit große Teile der sozialen Hilfe in diesen Bereichen verschwinden. Deshalb wird die Forderung laut, die bisherige Förderpraxis auch zukünftig weiterzuführen und damit die entstandenen Strukturen des zweiten Arbeitsmarktes zu erhalten. Als Begründung dafür wird auf die Nützlichkeit dieser Arbeiten für die Gesellschaft verwiesen. Der gesellschaftliche Nutzen von ABM-Projekten im Sozialbereich ist in der Tat unstrittig. Gerade in Ostdeutschland helfen die Beschäftigungsmaßnahmen, Defizite des öffentlichen bzw. ehrenamtlichen Engagements im sozialen Sektor zu kompensieren.
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Do courts matter for Firm Value? Evidence from the U.S. Court System
Stefano Colonnello, Christoph Herpfer
Journal of Law and Economics,
Vol. 64 (2),
2021
Abstract
We estimate how US state courts impact firm value by exploiting a US Supreme Court ruling that exogenously changed firms’ exposure to different courts. We find that increased exposure to more business-friendly courts is associated with positive announcement returns. We find no such association for objective court quality. Consistent with the ruling impacting firm value through the legal environment channel, we find that effects are stronger for firms with high litigation exposure. We find that the ruling led to a shift in both the geographic distribution of lawsuits and operations of firms.
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How Does Firms’ Innovation Disclosure Affect Their Banking Relationships?
Farzad Saidi, Alminas Žaldokas
Management Science,
Vol. 67 (2),
2021
Abstract
Firms face a trade-off between patenting, thereby disclosing innovation, and secrecy. We show that this trade-off interacts with firms’ financing choices. As a shock to innovation disclosure, we study the American Inventor’s Protection Act that made firms’ patent applications public 18 months after filing, rather than when granted. We find that such increased innovation disclosure helps firms switch lenders, resulting in lower cost of debt, and facilitates their access to syndicated-loan and public capital markets. Our evidence lends support to the idea that public-information provision through patents and private information in financial relationships are substitutes, and that innovation disclosure makes credit markets more contestable.
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