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Internationale Konjunkturprognose und konjunkturelle Szenarien für die Jahre 2020 bis 2025

In der vorliegenden Studie werden zunächst die weltweiten konjunkturellen Aussichten für das Ende des Jahres 2020 und für die Jahre 2021 bis 2025 dargestellt. Dabei wird folgender Länderkreis ausgewiesen: Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Polen, Portugal, Slowakei und Spanien.

10. Mai 2021

Autoren Andrej Drygalla Oliver Holtemöller Axel Lindner

Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft drastisch einbrechen lassen. Im zweiten Quartal war die gesamtwirtschaftliche Aktivität in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften um etwa 10% geringer als Ende des Jahres 2019. Im Sommer sind nach einem Rückgang der Neuinfektionen in den meisten Ländern viele wirtschaftliche Aktivitäten aber wiederaufgenommen worden. Zuletzt scheint die Erholung allerdings an Schwung verloren zu haben, weil die Infektionszahlen vielerorts wieder deutlich gestiegen sind. Der Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass es erst im Verlauf des kommenden Jahres gelingt, die Pandemie zurückzudrängen. Deshalb durfte sich die Erholung in Europa im Winterhalbjahr nur mit deutlich abgeschwächter Dynamik fortsetzen. Für das Jahr 2021 ist aufgrund des Erholungsprozesses eine kräftige Zunahme zu erwarten.

Der weitere Verlauf der Corona-Pandemie stellt das größte Prognoserisiko dar. Sollte es in großen Volkswirtschaften zu einem erneuten flächendeckenden Shutdown kommen, wäre mit einem abermaligen Einbruch der internationalen Konjunktur zu rechnen. Zudem ist unsicher, ob das Pandemiegeschehen im Verlauf des kommenden Jahres so weit kontrolliert werden kann, dass es seinen Einfluss auf das Verhalten der Menschen weitgehend verliert. Wenn nicht, ist damit zu rechnen, dass die Aktivität insbesondere in den persönlichen Dienstleistungen deutlich unter Vorkrisenniveau bleiben wird. Ein weiterer Risikofaktor ist die Unsicherheit darüber, welches Handelsregime zwischen der EU und Großbritannien gelten wird, wenn Ende 2020 die Übergangsphase im Austrittsprozess ausläuft.

Die wahrscheinlichste wirtschaftliche Entwicklung in dem betrachteten Länderkreis (Basisszenario) wird anhand grundlegender volkswirtschaftlicher Kennzahlen, etwa der Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts, beschrieben. Es wird auch die Entwicklung für den Fall skizziert, dass die Weltwirtschaft eine ungünstige Wendung nimmt (schweres Negativszenario). Dieses Szenario ist so gewählt, dass die gesamtwirtschaftliche Produktion in der betrachteten Ländergruppe im Jahr 2021 gemäß der aus dem Modell resultierenden Wahrscheinlichkeitsverteilung nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 1% noch geringer ausfällt.

Im Basisszenario geht die Produktion im betrachteten europäischen Länderkreis im Jahr 2020 um 8,3% zurück, im Jahr 2021 steigt sie um 5,7%. Im Fall eines schweren Einbruchs bleibt die Zuwachsrate der europäischen Ländergruppe im Jahr 2021 mit 2,3% um 3,4 Prozentpunkte unter der Rate im Basisszenario. Besonders stark betroffen ist die Produktion in der Slowakei, Irland und Polen, allerdings geht sie nur in Irland zurück. Die deutsche Produktion wird vom weltwirtschaftlichen Schock in etwa so stark wie im Durchschnitt der in dieser Studie betrachteten europäischen Ländergruppe reduziert, ab 2022 erholt sie sich aber deutlich zügiger.

Die länderspezifischen Szenarien erlauben auch die Antwort auf die Frage, wie stark die deutsche Wirtschaft von dem Wirtschaftseinbruch eines bestimmten Landes aus dem europäischen Länderkreis betroffen ist. Es zeigt sich, dass die Produktionsverluste für Deutschland lediglich zwischen einem und zwei Zehntel Prozentpunkten liegen. Umgekehrt führt ein schwerer konjunktureller Einbruch in Deutschland zu einem spürbaren Rückgang des Produktionszuwachses im selben Jahr insbesondere in Polen, Irland und auch in Frankreich.

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