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Pendlersaldo und Arbeitsplatzdefizit in Ostdeutschland

In Statistiken zur Unterbeschäftigung in Ostdeutschland wird häufig auch der hohe Pendlersaldo mitgerechnet. An dem so definierten „Arbeitsplatzdefizit" hatte der Pendlersaldo beispielsweise 1995 einen Anteil von immerhin einem Sechstel. Ohne deswegen die Situation beschönigen zu wollen, muß die Einbeziehung des Pendlersaldos in die Unterbeschäftigung als fragwürdig angesehen werden. Der weitaus größte Teil der statistisch ausgewiesenen Pendlermobilität zwischen Ost­ und Westdeutschland besteht aus kleinräumigen Bewegungen in der Region Berlin und entlang der ehemaligen Zonengrenze. Der Pendlersaldo reflektiert daher eher den Verlauf geographischer Grenzen als einen substantiellen Arbeitsplatzmangel. Werden ostdeutsche Pendler- und Wanderungsbewegungen in Relation zur Erwerbsbeziehungs- beziehungsweise Wohnbevölkerung gesetzt, zeigt sich in beiderlei Hinsicht eine im Vergleich zu Westdeutschland eher unterdurchschnittliche Mobilität. Die Unterbeschäftigung unter Einbeziehung des Pendlersaldos stellt insofern eine überzogene Norm für die Zahl fehlender Arbeitsplätze dar.

01. Juli 1996

Autoren Anja Landwehrkamp

Außerdem in diesem Heft

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Aktuelle Trends - Produktivitätslücke in Ostdeutschland 1995

IWH

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 15, 1996

Abstract

Die Produktivität im ostdeutschen Unternehmenssektor, gemessen als Bruttowertschöpfung in jeweiligen Preisen je Erwerbstätigen, lag im Jahre 1995 nur bei 54 vH des westdeutschen Niveaus. Hinter dieser Zahl verbergen sich freilich große Unterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen. Während bei Kreditinstituten und Versicherungsunternehmen im Durchschnitt bereits 88,7 vH des westdeutschen Niveaus erreicht werden, sind es beim Verarbeitenden Gewerbe nur gut 50 vH. Im Sektor Verkehr und Nachrichtenübermittlung liegt die durchschnittliche Produktivität sogar nur bei 34,3 vH des westdeutschen Niveaus.

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Beschäftigung durch Umweltschutz in Deutschland

Jens Horbach Walter Komar

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 15, 1996

Abstract

Der Beitrag fasst die Ergebnisse einer Studie der vier Wirtschaftsforschungsinstitute DIW, Ifo, IWH und RWI zusammen, in der die Beschäftigungswirkungen des Umweltschutzes im Auftrag des Bundesumweltministeriums ermittelt wurden. Danach waren im Jahr 1994 in Deutschland etwa 956.000 Personen durch den Umweltschutz beschäftigt. Für Ostdeutschland wurde die Umweltbeschäftigung erstmals systematisch ermittelt. Hier waren vor allem Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen quantitativ bedeutsam.

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IWH-Bauumfrage im Oktober: Ostdeutsches Baugewerbe: Geschäftslage hat Höhepunkt überschritten - Ausscihten überwiegend pessimistisch

Brigitte Loose

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 15, 1996

Abstract

Laut IWH-Umfrage unter 300 ostdeutschen Bauunternehmen im Oktober hat der Aufschwung nach dem Wintereinbruch seinen bisherigen Höhepunkt im Verlauf des Jahres überschritten. Die derzeitige Geschäftslage wird etwas ungünstiger, die Aussichten für das nächste Halbjahr aber werden deutlich schlechter eingeschätzt als bei der vorangegangenen Umfrage im August.

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Länderspezifische Akzente der aktiven Arbeitsmarktpolitik

Doris Gladisch

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 15, 1996

Abstract

Die Landesregierungen in Ostdeutschland tragen mit eigenen Mitteln zur Ausgestaltung der aktiven Elemente der Arbeitsmarktpolitik bei. Mit ihrer kompensatorischen Politik konnten sie den Rückgang der Bundesausgaben für aktive Arbeitsmarktpolitik zumindest mildern. Gleichwohl ist der finanzielle Spielraum vergleichsweise gering.

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