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Reformbedarf für eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung in Europa

In einem Grundsatzurteil hat der Europäische Gerichtshof das Prinzip der Freizügigkeit auf den Gesundheitssektor übertragen und damit einer europaweiten Wahlfreiheit für Patienten zwischen Anbietern von medizinischen Leistungen den Weg bereitet. Aufgrund der zum Teil erheblichen Preisund Qualitätsunterschiede im Bereich der medizinischen Versorgung läßt dies unter den derzeit geltenden EU-Regelungen für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung verstärkte Patientenwanderungen in Europa erwarten. Vor dem Hintergrund einer Ost-Erweiterung der EU wäre insbesondere auch für das deutsche Gesundheitswesen mit einer zunehmenden Nachfrage ausländischer Patienten zu rechnen. Der mit der Umsetzung des Binnenmarktes intendierte verstärkte Wettbewerb zwischen europäischen Anbietern von Gesundheitsleistungen ist grundsätzlich zu begrüßen. Jedoch könnte eine Wahlfreiheit aufgrund von durch die bestehenden Regulierungen verursachten Fehlanreize und Ineffizienzen unter Umständen negative Auswirkungen auf die nationalen Gesundheitssysteme nach sich ziehen. Durch kurzfristig umsetzbare Reformmaßnahmen, insbesondere die Einführung des Ursprungslandprinzips und der Kostenerstattung bei der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung sowie einer Selbstbeteiligung von Patienten für Auslandsbehandlungen, kann das jetzige System unter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips kompatibel mit dem Binnenmarktgemacht werden.

15. Dezember 1999

Autoren Vera Dietrich

Außerdem in diesem Heft

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Aktuelle Trends - Ostdeutsche Exportdynamik deutlich abgeschwächt - Rußlandgeschäfte am Boden

Ingrid Haschke

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 16, 1999

Abstract

Lag der Anstieg 1998 bei den ostdeutschen Warenausfuhren mit einer Zuwachsrate von 17 vH noch im zweistelligen Bereich, so ließ die Exportdynamik im Verlauf von 1999 erheblich nach. Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Exportzuwachs im ersten Halbjahr 1999 nur noch 1,8 vH. Maßgeblich dafür war vor allem die schwache konjunkturelle Entwicklung in Westeuropa infolge der internationalen Währungs- und Finanzkrisen, die zu einem massiven Rückgang der Güternachfrage auf den Auslandsmärkten insgesamt geführt hatten.

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BVG-Urteil zum Länderfinanzausgleich: Ein Schritt in die richtige Richtung, aber keine Lösung der bundesstaatlichen Finanzprobleme! - ein Kommentar

Martin T. W. Rosenfeld

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 16, 1999

Abstract

Mitte November hat das Bundesverfassungsgericht (BVG) einen Urteilsspruch über den Länderfinanzausgleich (LFA) verkündet, demzufolge eine grundlegende Neuregelung des LFA erforderlich ist. Diese Neuregelung soll nach Maßgabe der Verfassungsrichter auf zwei Stufen erfolgen, wobei die erste Stufe auf Dauer angelegt sein und grundsätzliche, bindende Prinzipien für den LFA enthalten soll, während auf der zweiten Stufe die konkrete, nur mittelfristig gültige Verteilung der Finanzmittel zu regeln ist. Neben dieser allgemeinen Vorgabe werden vom BVG auch verschiedene Einzelregelungen des heutigen LFA für reformbedürftig gehalten; dies gilt u. a. für die pauschale Anerkennung eines höheren Finanzbedarfs für Ballungsräume (sog. „Einwohnerveredelung“) im Vergleich zu Regionen mit einer geringen Bevölkerungsdichte und für die Berücksichtigung eines besonderen Bedarfs einzelner Regionen infolge von „Seehafenlasten“. Eine „Übernivellierung“ der Länder-Finanzkraft durch horizontale oder vertikale Finanztransfers wird von den Karlsruher Richtern für unzulässig erklärt, es sei denn, die Nivellierung käme durch zeitlich begrenzte Zuweisungen des Bundes zum Ausgleich von Sonderlasten einzelner Länder zustande.

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Die Nachfrage nach Dienstleistungen im Spiegel von Mikrodaten

Gerald Müller

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 16, 1999

Abstract

In dem Beitrag wird untersucht, ob die „Nachfragehypothese zur Erklärung des Strukturwandels“ Gültigkeit besitzt. Die Überprüfung mit Hilfe einer Regressionsrechnung auf Basis des mikroökonomischen „Almost Ideal Demand Systems“ und unter Verwendung der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe zeigt, dass entsprechend der Nachfragehypothese Haushalte mit höheren pro Kopf Konsumausgaben auch mehr für Dienstleistungen ausgeben. Besonders einkommensabhängig sind Dienstleistungen im Bereich Gesundheitspflege, Häusliche Dienste sowie Urlaubsreisen. Auch die zunehmenden Einpersonen- und Rentnerhaushalte sowie die steigende Erwerbsneigung der Frauen trägt zur Tertiarisierung bei.

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Ostdeutsche Befindlichkeiten ein Jahrzehnt nach der Wende - Ambivalente Spuren des Umbruchs

Cornelia Lang

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 16, 1999

Abstract

Der Artikel beschäftigt sich mit den individuellen Bilanzen der Transformation, die je nach Alter der befragten Ostdeutschen unterschiedlich ausfallen. Die Einstellungen und Haltungen der jüngeren Generation zeigen eine stärkere Tendenz des Hineinwachsens in die neue Gesellschaft, während die mittleren Altersjahrgänge ein eher ambivalentes Bild abgeben.

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Faktoren des Wirtschaftswachstums in ausgewählten Transformationsländern

Johannes Stephan

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 16, 1999

Abstract

Der Artikel beschäftigt sich mit den Quellen des Wirtschaftswachstums ausgewählter Transformationsländer im Rahmen einer Wachstumskomponentenanalyse. In Erweiterung einer vorhergehenden Analyse (WiWa 13/98) wird nunmehr der Einfluss der Kapazitätsauslastung auf die Entwicklung der “Totalen Faktorproduktivität“ explizit berücksichtigt. Die Analyse zeigt, dass in Polen und Ungarn der Faktor einer verbesserten Kapazitätsauslastung ab 1997 von Produktivitätsverbesserungen abgelöst wurde, während in Tschechien und der Slowakei die Wachstumsraten der Totalen Faktorproduktivität über den gesamten Untersuchungszeitraum eher gering ausfielen.

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Ostdeutsche Industrie im November 1999: Schwächephase überwunden?

Udo Ludwig

in: Wirtschaft im Wandel, Nr. 16, 1999

Abstract

In der ostdeutschen Industrie hat sich das Geschäftsklima im November weiter verbessert. Nach der im gesamten Jahr verhaltenen Beurteilung der Geschäfte übertreffen jetzt die Meldungen der rund 300 regelmäßig vom IWH befragten Unternehmen erstmalig wieder deren Stand vor Jahresfrist. Die von den Währungs- und Finanzkrisen im internationalen Umfeld ausgelöste Schwächephase scheint überwunden zu sein.

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