Kulturelle Vielfalt und Immobilienpreise
Rachel Cho, Hisham Farag, Christoph Görtz, Danny McGowan, Huyen Nguyen, Max Schröder
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
2026
Abstract
Bezahlen Immobilienkäufer einen Aufpreis, um in einem kulturell vielfältigen Viertel zu leben? Eine neue Studie mit Daten aus Nordirland legt dies nahe. Um den Zusammenhang zwischen kultureller Vielfalt und Immobilienpreisen zu untersuchen, stützen sich die Forscher auf Daten aus der Zeit der britischen Kolonialisierung Irlands zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Damals entstanden Nachbarschaften mit unterschiedlicher religiöser Zusammensetzung. Diese religiöse Zusammensetzung besteht bis heute. Diese Wohnviertel unterscheiden sich also kulturell, nicht jedoch hinsichtlich ihrer ethnischen und sozioökonomischen Merkmale. Die Ergebnisse zeigen: Im Durchschnitt erzielen Immobilien in kulturell vielfältigen Vierteln einen um fast 10% höheren Verkaufspreis als solche in religiös-kulturell homogenen Gebieten. Darin spiegelt sich eine höhere Nachfrage: Vielfältige Viertel sind für ein breiteres Spektrum potenzieller Käufer attraktiv. Dadurch steigt auch die Liquidität der Immobilien. Die Ergebnisse stehen in Kontrast zu früheren Studien, die einen negativen Zusammenhang zwischen Vielfalt und Immobilienpreisen belegten.
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Social Capital and Retail Investor Behavior: Evidence From the Corporate Social Irresponsibility Shocks in Taiwan
Dien Giau Bui, Ting-Hsuan Chen, Iftekhar Hasan, Chih-Yung Lin
Journal of International Financial Markets, Institutions and Money,
Vol. 108 (April),
2026
Abstract
In this paper, we use granular trading data from Taiwan between 2012 and 2016 to examine how local social capital influences retail investor behavior during corporate social irresponsibility (CSIR) events. Therefore, we are responding to longstanding calls in the international finance literature to explore investor behavior in non-US markets with distinct institutional and cultural characteristics. We find that investors residing in cities with higher social capital are less likely to purchase underpriced stocks following the announcements of negative events despite the potential for positive abnormal returns. This norm-driven restraint reflects a form of socially responsible investing motivated by community-based values rather than economic rationality. By documenting this behavior in an East Asian market, we extend the external validity of social norm theories developed in Western settings and contribute to a more nuanced understanding of how localized social preferences can influence asset pricing and capital allocation in a global context.
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Deposit Competition and Mortgage Securitization
Danny McGowan, Huyen Nguyen, Klaus Schaeck
Journal of Money, Credit and Banking,
Vol. 58 (2),
2026
Abstract
We study how deposit competition affects a bank's decision to securitize mortgages. Exploiting the state-specific removal of deposit market caps across the U.S. as a source of competition, we find a 7.1 percentage point increase in the probability that banks securitize mortgage loans. This result is driven by an 11 basis point increase in deposit costs and corresponding reductions in banks' deposit holdings. Our results are strongest among banks that rely more on deposit funding. These findings highlight a hitherto undocumented and unintended regulatory cause that motivates banks to adopt the originate-to-distribute model.
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‘And Forgive Us Our Debts’: Christian Moralities and Over-indebtedness
Iftekhar Hasan, Konstantin Kiesel, Felix Noth
Journal of Financial Research,
Vol. 48 (3),
2025
Abstract
This paper analyses whether Christian moralities and rules formed differently by Catholics and Protestants impact the likelihood of households to become overindebted. We find that over-indebtedness is lower in regions in which Catholics outweigh Protestants, indicating that Catholics‘ forgiveness culture and a stricter enforcement of rules by Protestants serve as explanations for our results. Our results provide evidence that religion affects the financial situations of individuals and show that even 500 years after the split between Catholics and Protestants, the differences in the mind-sets of both denominations play an important role for situations of severe financial conditions.
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Wie Arbeitsplatzzusagen die Unternehmensdynamiken beeinflussen
Ufuk Akcigit, Harun Alp, André Diegmann, Nicolas Serrano-Velarde
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 4,
2024
Abstract
Arbeitsplatzzusagen stellen eine häufig genutzte industriepolitische Maßnahme dar. Die zugrundeliegende Studie evaluiert die Wirkungen von Arbeitsplatzzusagen zum Zeitpunkt der Privatisierung der Unternehmen in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung. Diese industriepolitische Maßnahme verlangte von den neuen Eigentümern der Unternehmen, sich zu Beschäftigungszielen zu verpflichten, wobei Strafen für Nichteinhaltung vertraglich vereinbart waren. Die Studie zeigt, dass Arbeitsplatzzusagen zu einer Polarisierung und Fehlallokation führen. Während Unternehmen mit geringer Produktivität aus dem Markt gedrängt werden, führt das industriepolitische Instrument zu Verzerrungen in der Unternehmensgröße. Um diese Verzerrungen abzubauen, haben Unternehmen einen Anreiz, in Produktivität zu investieren. Im Vergleich mit produktivitätssteigernden Subventionen zeigen sich Arbeitsplatzzusagen langfristig als weniger nachhaltig und generieren geringere Beschäftigungseffekte.
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Chinesische Massenimporte und Wahlverhalten in Europa: Kann der Aufstieg der politischen Ränder durch Importschocks erklärt werden?
Annika Backes, Steffen Müller
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 4,
2024
Abstract
Wir untersuchen die kurz- und langfristigen Auswirkungen eines starken Anstiegs chinesischer Importe auf Wahlergebnisse in Europa. Populistische sowie links- und rechtsextreme Parteien gewannen erst viele Jahre nach dem Höhepunkt des China-Schocks bedeutenden Zuwachs an Wählerstimmen. Wir zeigen, dass die Auswirkungen von Importschocks überwiegend zugunsten populistischer Parteien ausfallen. In geringerem Maße profitieren in der kurzen Frist zudem linksextreme Parteien, langfristig hingegen rechtsextreme Parteien. Die Effekte auf das Wahlverhalten sind jedoch moderat und wir schlussfolgern, dass Importschocks den Aufstieg der politischen Ränder nur in begrenztem Maße erklären können.
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