Tarifpolitik: Nicht vorzeitig forcieren! - ein Kommentar
Rüdiger Pohl
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 2,
1998
Abstract
In den aktuellen Prognosen wird für 1998 ein konjunktureller Aufschwung vorhergesagt, freilich noch einer ohne viel Kraft; jedenfalls läßt er am Arbeitsmarkt vorerst keine durchgreifende Besserung erwarten. In den Konjunkturprognosen wird unterstellt, daß die Tarifpolitik auch 1998 “moderat” bleiben wird. Das heißt: die Bruttolohn- und -gehaltssumme je Beschäftigten steigt nur etwa im Ausmaß des Preisauftriebs. Da die Produktivität stärker als die Löhne zunimmt, kommt es dann ein weiteres Mal zu einer Verringerung der Lohnstückkosten. Diese tarifpolitische Vorgabe ist bei Gewerkschaften und Arbeitnehmern unbeliebt. Einige Gewerkschaften kündigen an, daß sie 1998 wieder verstärkt auf die Anhebung der Einkommen der Beschäftigten zielen („Ende der Bescheidenheit“). Überdies läge in deutlich höheren Löhnen sogar eine Chance zur Stärkung der Massenkaufkraft und damit zur Verstärkung des konjunkturellen Auftriebs.
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Aktuelle Trends - Nebeneinander von Expansion und Schrumpfung in der ostdeutschen Wirtschaft setzt sich 1998 fort
Udo Ludwig
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
1998
Abstract
Im Sog des Exportbooms expandiert die Industrieproduktion in Ostdeutschland seit Mitte 1997 kräftig. Klammert man den Saison- und Kalendereinfluß auf die Produktionsdaten aus, so sind die Zuwächse besonders bei Investitionsgütern hoch. Deutlich dahinter zurück bleibt die von ihrem Ausmaß her bedeutsamere Produktion von Vorleistungsgütern, deren Wachstum in den baunahen Bereichen von der rückläufigen Baunachfrage gedämpft wird. Infolge der verhaltenen Konsumnachfrage nimmt auch die Produktion von Verbrauchsgütern nur unterdurchschnittlich zu. Der Aufschwung der Industrie wird 1998 anhalten, da vor allem die Rahmenbedingungen für die Exportkonjunktur günstig bleiben und die Auftragseingänge aufwärts gerichtet sind. Zudem zeigen die Geschäftserwartungen der Unternehmen nach oben.
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Determinanten der Produktivitätslücke in Ostdeutschland - Ergebnisse einer Tagung am IWH - Teil I
Joachim Ragnitz, Anita Wölfl, Jacqueline Rothfels
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
1998
Abstract
In dieser Artikelserie werden die Ergebnisse einer interdisziplinären Tagung beim IWH im November 1997 zu den Determinanten der Produktivitätslücke zusammengefasst. Behandelt werden in diesem ersten Teil die Themen Kapitalstock und Produktivität (Vortrag von Bernd Görzig, DIW), Technikausstattung und Technologiemanagement (Gunter Lay, Carsten Dreher, ISIFhG), Arbeitsorientierung und Betriebsorganisation (Rudi Schmidt, Universität Jena), Führungskräfte in ostdeutschen Betrieben (Rainhart Lang, TU Chemnitz).
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Die wirtschaftliche Lage Rußlands (Elfter Bericht des DIW Berlin, IfW Kiel und IWH Halle)
Forschungsreihe,
Nr. 9,
1997
Abstract
Der elfte Bericht in der Reihe der Rußland-Analysen, die das IWH zusammen mit dem DIW, Berlin, und dem IfW, Kiel, seit 1992 regelmäßig veröffentlicht, enthält wie in den Vorjahren eine Prognose der laufenden wirtschaftlichen Entwicklung 1997 und 1998 sowie tiefergehende Untersuchungen von Teilaspekten. Die Institute erwarten für 1997 keinen weiteren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts und für 1998 ein Wirtschaftswachstum von 2 vH. Damit würde Rußland das erste Mal seit 1992 keine weitere Schrumpfung seiner Wirtschaftsleistung aufweisen. Aber auch diese Prognose ist konditioniert. Die Institute haben bereits in ihren früheren Veröffentlichungen auf die zentrale Rolle institutioneller Reformen für die wirtschaftliche Entwicklung hingewiesen. Zwar sind im Jahre 1997 Fortschritte auf diesem Gebiete gemacht worden. Allerdings bleiben nach wie vor erhebliche institutionelle Defizite. Der elfte Rußland-Bericht untersucht eines der traditionell besonders schwierigen Bereiche: die Mängel des Insolvenzrechts und den fehlenden politischen Willen in der Anwendung bestehender Regelungen. Mit den institutionellen Reformen im Bereich der Kapitalmarktliberalisierung sind sogar neue Herausforderungen auf die russische Wirtschaftspolitik hinzugekommen. Die erstmals temporär positiven Kapitalzuflüsse und die sich gegen Ende des Jahres wieder abzeichnende Umkehr der Kapitalströme war Anlaß, die Gefahr einer Zahlungsbilanzkrise und die Notwendigkeit einer geeigneten Bankenreform zu analysieren. Schließlich werden die Beziehungen Rußlands zur Europäischen Union einer weitergehenden Analyse unterzogen, wobei vor allem die institutionelle und rechtliche Anpassung an EU-Normen und Gemeinschaftsrecht im Vordergrund stehen.
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Betriebsgröße und Arbeitsproduktivität im ostdeutschen Verarbeitenden Gewerbe
Joachim Ragnitz, Siegfried Beer
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 16,
1997
Abstract
Das ostdeutsche Verarbeitende Gewerbe wird von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt. Darin wird eine Ursache für den Produktivitätsrückstand gegenüber Westdeutschland vermutet. Berechnungen auf der Grundlage von Daten aus dem Jahr 1995 haben ergeben, dass die Betriebsgrößenstruktur keinen sehr großen Einfluss auf das durchschnittliche Produktivitätsniveau hat und somit nur ein relativ kleiner Teil der Produktivitätslücke erklärt werden kann.
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Ungelöste Probleme der wirtschaftlichen Entwicklung in Mittel und Osteuropa
Klaus Werner
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 16,
1997
Abstract
Die wirtschaftliche Entwicklung in Mittel- und Osteuropa wurde auch 1997 von einer Reihe schwerwiegender Probleme belastet. Wie in den Vorjahren entstanden in vielen Ländern durch den sich verstärkenden Importsog hohe Defizite in den Handels- und Zahlungsbilanzen. Die schnell wachsende Inlandsnachfrage vor allem nach Investitionsgütern und die anhaltende reale Aufwertung der Währungen gegenüber dem ECU und der DM hatten darauf wesentlichen Einfluß. Gleichzeitig verschlechterte sich die Wettbewerbsfähigkeit des Exportangebots, auch weil die Lohnstückkosten erheblich anstiegen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte es nach der Zahlungsbilanzkrise in Tschechien auch in den baltischen Ländern und in der Slowakei zur Aufgabe der bisher weitgehend starren Wechselkursbindung der Währungen und zur spürbaren Drosselung der Inlandsnachfrage kommen. Ungeachtet der Probleme wird in diesem Jahr erstmals seit dem Beginn der Systemtransformation das zusammengefaßte Bruttoinlandsprodukt der Transformationsländer Mittel- und Osteuropas den Vorjahreswert leicht – um voraussichtlich ein Prozent – übertreffen. In Mitteleuropa fällt der Aufwärtstrend allerdings schwächer als in den Vorjahren aus. Der Anstieg der Verbraucherpreise wurde trotz des starken Inflationsschubs in Bulgarien und Rumänien um mehr als zehn Prozentpunkte zurückgeführt. Die deutschen Exporte nach Mittel- und Osteuropa nahmen im Vergleich zu 1996 um mehr als ein Fünftel zu. Für das kommende Jahr ist insgesamt in Mittel- und Osteuropa mit einer Beschleunigung des Produktionswachstums auf 2,5 vH und der weiteren Stabilisierung des Preisniveaus zu rechnen. Rückschläge in einzelnen Ländern sind allerdings nicht auszuschließen.
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Kapitalstock und demographische Komponente - Wie kann die Rentenversicherung reformiert werden?
Christian Dreger, Jürgen Kolb
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 13,
1997
Abstract
Der Artikel untersucht die Produktions- und Beschäftigungswirkungen alternativer Reformoptionen zur Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Diskutiert werden die Erweiterung der Rentenformel um eine demographische Komponente und die Bildung eines steuerfinanzierten Teilkapitalstocks als Ergänzung zum Umlageverfahren. Kurzfristig verursacht der Aufbau des Kapitalstocks Belastungen. Langfristig überwiegen jedoch die expansiven Effekte, weil die ansonsten notwendigen Beitragssteigerungen unterbleiben.
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Die ostdeutsche Wirtschaftsstruktur und die Produktivitätslücke
Jacqueline Rothfels
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 13,
1997
Abstract
Es wird untersucht, inwieweit der Rückstand der Arbeitsproduktivität der ostdeutschen gegenüber der westdeutschen Wirtschaft auf die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen zurückzuführen ist. Eine Komponentenzerlegung zeigt, dass von der Wirtschaftsstruktur nur ein geringer Einfluss ausgeht.
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Stillstand - ein Kommentar
Cornelia Lang
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 13,
1997
Abstract
In Deutschland werden Arbeitsplätze gebraucht. Und somit braucht Deutschland Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen. Vor diesem Hintergrund sind kleine und mittlere Unternehmen in den letzten Jahren verstärkt ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Auf ihnen ruhen darüber hinaus die Hoffnungen, wenn es darum geht, innovativ, flexibel und effizient zu sein und den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. In diesem Zusammenhang richtet sich das Interesse auch auf die selbständigen Erwerbspersonen. „Selbständige als Salz in der Suppe der Marktwirtschaft“ oder als „Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung“, als „Pioniere einer neuen Wirtschaftskultur“; solche fast schon beschwörerischen Etikettierungen finden sich in zahlreichen Publikationen. Tatsächlich ist der Mittelstand der größte Arbeitgeber und erwirtschaftet einen beachtlichen Teil des Bruttoinlandsproduktes. Dennoch haben Unternehmer hierzulande mit einem schlechten Image zu kämpfen. Nach einer Meinungsumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hält sie mehr als jeder dritte Deutsche für „protzig“, „raffgierig“ und „ohne Ideale“.
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Papier- und pappeverarbeitendes Gewerbe Ostdeutschlands auf Wachstumskurs
Hans-Ulrich Brautzsch
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 12,
1997
Abstract
Der Beitrag untersucht die Entwicklung von Produktion, Beschäftigung, Tarif- und Effektiv-löhnen im papier- und pappeverarbeitenden Gewerbe Ostdeutschlands. Die westdeutsche Branche wird dabei als Vergleichsmaßstab herangezogen. Trotz der rasanten Tariflohnanpassung unterschreiten die Lohnstückkosten in dieser Branche seit 1995 den westdeutschen Referenzwert. Damit gehört das papier- und pappeverarbeitende Gewerbe zu den wenigen Branchen in Ostdeutschland, die eine geringere Lohnkostenbelastung als die entsprechenden Wirt-schaftszweige in Westdeutschland haben. Im Jahr 1995 wurde die Talsohle der Beschäftigung durchschritten.
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