Wie sich die Klimapolitik auf die Einkommensungleichheit auswirken könnte
Marie Young-Brun
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 3,
2025
Abstract
Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf die wirtschaftliche Entwicklung in aller Welt aus. Ärmere Haushalte sind dabei den Auswirkungen des Klimawandels stärker ausgesetzt und verletzlicher, sodass der Klimawandel die Ungleichheit wahrscheinlich noch verstärken wird. Politische Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen können eine Verschärfung des Klimawandels verhindern, schaffen aber auch ökonomische Gewinner und Verlierer. In diesem Beitrag werden die kombinierten Auswirkungen des Klimawandels und ausgewählter politischer Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen auf die wirtschaftliche Ungleichheit untersucht. Die Bewertung erfolgt anhand von acht Modellen für die integrierte Analyse von Klimawandel und wirtschaftlicher Entwicklung, die von verschiedenen Forscherteams unter Verwendung unterschiedlicher Annahmen und Methoden entwickelt wurden. Die Ergebnisse basieren auf historischen Daten und Zukunftsszenarien für zehn Länder in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Die Umsetzung einer ehrgeizigen Klimapolitik im Einklang mit dem Pariser Abkommen führt demnach zu einer geringeren Ungleichheit in der Zukunft als der Verzicht auf Maßnahmen zur Milderung des Klimawandels, auch wenn die Ungleichheit aufgrund der Kosten für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen kurzfristig zunimmt. Die Verwendung der Einnahmen aus der Kohlenstoffbepreisung kann dazu beitragen, die Verteilungseffekte der Klimapolitik zu dämpfen und die Ungleichheit kurzfristig sogar zu verringern. Diese Ergebnisse unterstreichen die Rolle von Ausgleichsmechanismen bei der Gestaltung einer fairen und politisch durchsetzbaren Klimapolitik.
Artikel Lesen
Road to Net Zero: Carbon Policy and Redistributional Dynamics in the Green Transition
Alessandro Sardone
IWH Discussion Papers,
Nr. 16,
2025
Abstract
This paper examines the macroeconomic and distributional effects of the European Union’s transition to Net Zero emissions through a gradually increasing carbon tax. I develop a New Keynesian Environmental DSGE model with two household types and distinct energy and non-energy sectors. Five alternative uses of carbon tax revenues are considered: equal transfers to households, targeted transfers to Hand-to-Mouth households, subsidies to green energy firms, and reductions in labor and capital income taxes. In the absence of technological progress, the carbon tax policy induces a persistent increase in energy prices and a reduction in GDP, investment, and consumption. Headline inflation falls below zero in the medium run, reflecting weaker aggregate demand. Distributional outcomes vary significantly depending on the implemented revenue recycling scheme: targeted transfers are the most progressive but entail larger macroeconomic costs, while subsidies and tax cuts mitigate output and investment losses but are less effective in narrowing the consumption gap. A limited foresight scenario, in which agents learn about policy targets sequentially, generates more volatile adjustment paths and temporary inflationary spikes around announcements, but long-run outcomes remain close to the baseline.
Artikel Lesen
Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)
IWH-Insolvenztrend: Leichter Rückgang der Firmenpleiten im dritten Quartal Deutlich schneller als die amtliche Statistik liefert das IWH jeden Monat ein Lagebild vom bundesweiten…
Zur Seite
Kurzportrait
Das IWH im Kurzportrait Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wurde mit Wirkung zum 1. Januar 1992 gegründet. Als Institut der Leibniz-Gemeinschaft wird sein…
Zur Seite
Wirtschaft im Wandel
Wirtschaft im Wandel Die Zeitschrift „Wirtschaft im Wandel“ unterrichtet die breite Öffentlichkeit über aktuelle Themen der Wirtschaftsforschung. Sie stellt wirtschaftspolitisch…
Zur Seite
Datenschutz
Datenschutzerklärung Wir nehmen den Schutz Ihrer persönlichen Daten sehr ernst und behandeln Ihre personenbezogenen Daten vertraulich und entsprechend der gesetzlichen…
Zur Seite
Makrodaten interaktiv
Makrodaten interaktiv Das Angebot präsentiert interaktiv anschaulich aufbereitete Zeitreihen aus amtlichen Veröffentlichungen (Statistisches Bundesamt, Arbeitskreis…
Zur Seite
Die Verteilung und Struktur des deutschen Nationaleinkommens von 1992 bis 2019
Stefan Bach, Charlotte Bartels, Theresa Neef
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 2,
2025
Abstract
Wie haben sich die Einkommen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in Deutschland seit der Wiedervereinigung entwickelt? Unsere Studie untersucht die Entwicklung und Zusammensetzung des Nationaleinkommens entlang der Verteilung im Zeitraum von 1992 bis 2019. Während die untere Hälfte der Einkommensverteilung (unterhalb des Medianeinkommens) bis Mitte der 2000er Jahre reale Einkommensverluste verzeichnete, stiegen die Einkommen der oberen Mittelschicht (die obersten 10%, ohne das einkommensstärkste 1%) stetig. Die Spitzeneinkommen (oberstes 1%) blieben zwischen 1992 und 2019 relativ stabil. Arbeitseinkommen dominieren bei den unteren 99%, während das oberste 1% von Unternehmenseinkommen – insbesondere aus arbeitsintensiven Dienstleistungsunternehmen und freien Berufen – bestimmt ist. Unsere Ergebnisse sind zentral für die Debatte über Reformen der Sozialversicherungsbeiträge und der Einkommensbesteuerung.
Artikel Lesen
Global Banks’ Macroeconomic Expectations and Credit Supply
Xiang Li, Steven Ongena
IWH Discussion Papers,
Nr. 8,
2025
Abstract
We investigate how global banks’ macroeconomic expectations for borrower countries influence their credit supply. Utilizing granular data on varying expectations among banks lending to the same firm at the same time, combined with an instrumental variable approach, we find that more optimistic GDP growth expectations for a borrower country are strongly linked to increased credit supply. Specifically, a one standard deviation increase in a lender’s GDP growth expectation for the borrower’s country corresponds to an increase of 8.46 percentage points in the loan share, equivalent to approximately 0.75 standard deviations of the loan share and $75.35 million in loan amount. In contrast, global banks’ short-term inflation expectations do not show a significant impact on their credit supply.
Artikel Lesen
Robot Hubs and the Use of Robotics in US Manufacturing Establishments
Erik Brynjolfsson, Catherine Buffington, Nathan Goldschlag, J. Frank Li, Javier Miranda, Robert Seamans
American Economic Association Papers and Proceedings,
Vol. 115 (May),
2025
Abstract
We use data from the Annual Survey of Manufactures to study the characteristics and geographic distribution of investments in robots across US manufacturing establishments. Robotics adoption and robot intensity (the number of robots per employee) cluster in "robot hubs." Establishments that report having robotics are larger and have a larger production worker share, lower pay per worker, lower labor share, and higher capital expenditures, including higher IT capital expenditures. Notably, establishments are more likely to have robots if other establishments in the same core-based statistical area and industry also report having robotics, suggestive of agglomeration and peer effects.
Artikel Lesen