14.12.2020 • 25/2020
Deutsche Lebensversicherer investieren nicht ausreichend in Start-ups
Die deutschen Lebensversicherer legen ihr Kapital bislang zu wenig in Aktien an und hemmen so die wirtschaftliche Dynamik. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) legt nahe, dass der Gründerszene Risikokapital fehlt, um erfolgreiche Start-ups zu finanzieren. Grund dafür ist das Anlageverhalten potenzieller Investoren. IWH-Präsident Reint Gropp fordert Reformen, die die Finanzierung innovativer Ideen fördern.
Reint E. Gropp
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Wissens- und Technologietransfer und wissensbasierte Wirtschaftsentwicklung — ein Weg zur Förderung des wirtschaftlichen Aufholprozesses in Ostdeutschland?
Franz Barjak
Beitrag in IWH-Sammelwerk,
Festschrift für Gerhard Heimpold, IWH
2020
Abstract
Der wirtschaftliche Transformations- und Aufholprozess in Ostdeutschland seit 1990 hat sich gemäß verschiedenen Analysen und Publikationen nicht zuletzt des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle in einer deutlichen Steigerung der Arbeitsproduktivität niedergeschlagen: Während in Ostdeutschland 1991 nur rund 45% des Bruttoinlandsprodukts Westdeutschlands pro Erwerbstätigen erwirtschaftet wurden, so stieg dieser Wert bis 2018 auf 83%. Die Erklärungen für diese noch immer bestehende ostdeutsche „Produktivitätslücke“ sind multifaktoriell und werden etwa in fehlenden Headquarterfunktionen, der Betriebsstruktur mit wenigen Großbetrieben, der auf Arbeitsplätze fokussierten Investitionsförderung, siedlungsstrukturellen Unterschieden, einem zunehmenden Fachkräftemangel und nicht zuletzt niedrigeren Preisen für in Ostdeutschland produzierte Güter und Dienstleistungen gesucht. Folglich braucht es auch in vielen Wirtschafts- und Lebensbereichen und auf allen Ebenen Strategien und Maßnahmen. Während eine Angleichung der Unternehmensstrukturen hinsichtlich Branchen, Größenstrukturen oder Funktionen, wie etwa der Durchführung von Forschung und Entwicklung (FuE) in Ostdeutschland, sowohl mittels Unternehmensverlagerungen als auch Neugründungen von Unternehmen als Maßnahmen mit langfristiger Wirkung betrachtet werden, wurde und wird große Hoffnung in den öffentlichen Bildungs- und Forschungssektor und seinen Beitrag zu einer wissens- und technologiegestützten Entwicklung gesetzt.
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Der Produktivitätsrückstand der ostdeutschen Industrie: Nur eine Frage der Preise?
Steffen Müller
Beitrag in IWH-Sammelwerk,
Festschrift für Gerhard Heimpold, IWH
2020
Abstract
Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung zeigt auch knapp drei Jahrzehnte nach der Deutschen Einheit, dass die Arbeitsproduktivität in Ostdeutschlands Industrie mehr als 20% unter dem westdeutschen Niveau verharrt. In dieser Arbeit gehe ich der Frage nach, ob dieser Rückstand die Folge einer geringeren physischen Produktivität oder niedrigerer Preise für ostdeutsche Erzeugnisse ist. Dazu werden Mikrodaten auf Firmenebene benutzt, die Informationen zu produzierten Gütermengen und erzielten Preisen enthalten. Der Rückstand in der Erlösproduktivität wird auch mit diesen Daten bestätigt. Die Hauptergebnisse sind, dass i) ostdeutsche Industrieunternehmen tatsächlich deutlich geringere Marktpreise erlösen und ii) der physische Output bei gleichen Inputmengen im Osten höher liegt als im Westen. Eine naheliegende Erklärung für beide Befunde ist, dass ostdeutsche Produkte weniger Kundennutzen generieren und gleichzeitig in weniger aufwändigen Produktionsverfahren hergestellt werden können. Weitere Tests zeigen, dass iii) die Hypothese verlängerter Werkbänke keine Erklärung für den ostdeutschen Produktivitätsrückstand ist und iv) ostdeutsche Betriebe im Vergleich zur westdeutschen Konkurrenz eine geringere physische Produktivität aufweisen, wenn sie Güter zu westdeutschen Preisen herstellen.
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Aktuelle Trends: Entwicklung der Firmengründungen in Deutschland
André Diegmann
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
2020
Abstract
Das Produktivitätswachstum in entwickelten Volkswirtschaften hat sich in den letzten Jahren deutlich verlangsamt. Ein Indikator für die wirtschaftliche Dynamik in einer Volkswirtschaft ist die Firmengründungsaktivität. Wenn neue Ideen entstehen, kann dies in eine zunehmende Gründungsaktivität münden und so positiv auf die Produktivitätsentwicklung wirken.
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The Creation and Evolution of Entrepreneurial Public Markets
Shai B. Bernstein, Abhishek Dev, Josh Lerner
Journal of Financial Economics,
Vol. 136 (2),
2020
Abstract
This paper explores the creation and evolution of new stock exchanges around the world geared toward entrepreneurial companies, known as second-tier exchanges. Using hand-collected novel data, we show the proliferation of these exchanges in many countries, their significant volume of Initial Public Offerings (IPOs), and lower listing requirements. Shareholder protection strongly predicted exchange success, even in countries with high levels of venture capital activity, patenting, and financial market development. Better shareholder protection allowed younger, less-profitable, but faster-growing, companies to raise more capital. These results highlight the importance of institutions in enabling the provision of entrepreneurial capital to young companies.
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Age and High-Growth Entrepreneurship
Pierre Azoulay, Benjamin Jones, J. Daniel Kim, Javier Miranda
American Economic Review: Insights,
Vol. 2 (1),
2020
Abstract
Many observers, and many investors, believe that young people are especially likely to produce the most successful new firms. Integrating administrative data on firms, workers, and owners, we study start-ups systematically in the United States and find that successful entrepreneurs are middle-aged, not young. The mean age at founding for the 1-in-1,000 fastest growing new ventures is 45.0. The findings are similar when considering high-technology sectors, entrepreneurial hubs, and successful firm exits. Prior experience in the specific industry predicts much greater rates of entrepreneurial success. These findings strongly reject common hypotheses that emphasize youth as a key trait of successful entrepreneurs.
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Does Working at a Start-Up Pay Off?
Daniel Fackler, Lisa Hölscher, Claus Schnabel, Antje Weyh
Abstract
Using representative linked employer-employee data for Germany, this paper analyzes short- and long-run differences in labor market performance of workers joining startups instead of incumbent firms. Applying entropy balancing and following individuals over ten years, we find huge and long-lasting drawbacks from entering a start-up in terms of wages, yearly income, and (un)employment. These disadvantages hold for all groups of workers and types of start-ups analyzed. Although our analysis of different subsequent career paths highlights important heterogeneities, it does not reveal any strategy through which workers joining start-ups can catch up with the income of similar workers entering incumbent firms.
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Business Dynamics Statistics of High Tech Industries
Nathan Goldschlag, Javier Miranda
Journal of Economics and Management Strategy,
Vol. 29 (1),
2020
Abstract
Modern market economies are characterized by the reallocation of resources from less productive, less valuable activities to more productive, more valuable ones. Businesses in the High Tech sector play a particularly important role in this reallocation by introducing new products and services that impact the entire economy. In this paper we describe an extension to the Census Bureau’s Business Dynamics Statistics that tracks job creation, job destruction, startups, and exits by firm and establishment characteristics, including sector, firm age, and firm size in the High Tech sector. We preview the resulting statistics, showing the structural shifts in the High Tech sector over the past 30 years, including the surge of entry and young firm activity in the 1990s that reversed abruptly in the early‐2000s.
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Zur Wirtschaftskraft deutscher Regionen aus langfristiger Perspektive: Alte Muster werden in Ostdeutschland langsam wieder sichtbar
Axel Lindner
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 3,
2019
Abstract
Kann der Osten Deutschlands in Zukunft noch wesentlich aufholen, oder haben die 40 Jahre Zentralplanwirtschaft dauerhafte Spuren in der Raumstruktur der deutschen Volkswirtschaft hinterlassen? Dieser Beitrag vergleicht die Raumstruktur der deutschen Volkswirtschaft im Jahr 1925, vor den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts, mit ihrer Entwicklung nach der Vereinigung. Es zeigen sich folgende Punkte: Gewinner der historischen Umbrüche war eher Süd- als Westdeutschland. Berlin konnte sein Hauptstadt-Potenzial lange nicht ausspielen, beginnt dies aber nun nachzuholen. Die Wirtschaftskraft ostdeutscher Flächenländer war 1925 breit gestreut und dabei teils höher, teils niedriger als die Deutschlands. Seit 1990 ist sie dagegen viel niedriger als im gesamtdeutschen Durchschnitt und liegt eng beieinander. Zwar holten die ostdeutschen Flächenländer in den Jahren nach 1990 zügig auf, nach dem Jahr 2000 aber nur noch langsam. Die Streuung nimmt erst seit 2010 wieder ein wenig zu. Aus historischer Perspektive sehen manche Tendenzen, etwa der Berlin-Boom und die höhere Wachstumsdynamik in Sachsen, wie eine Normalisierung aus, die sich mit einiger Wahrscheinlichkeit fortsetzen dürfte.
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Measuring Job Creation, Growth, and Survival among the Universe of Start-ups in the United States Using a Combined Start-up Panel Data Set
Robert W. Fairlie, Javier Miranda, Nikolas Zolas
ILR Review,
Vol. 72 (5),
2019
Abstract
The field of entrepreneurship is growing rapidly and expanding into new areas. This article presents a new compilation of administrative panel data on the universe of business start-ups in the United States, which will be useful for future research in entrepreneurship. To create the US start-up panel data set, the authors link the universe of non-employer firms to the universe of employer firms in the Longitudinal Business Database (LBD). Start-up cohorts of more than five million new businesses per year, which create roughly three million jobs, can be tracked over time. To illustrate the potential of the new start-up panel data set for future research, the authors provide descriptive statistics for a few examples of research topics using a representative start-up cohort.
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