Polens Wirtschaft wenig beeindruckt von globaler Konjunkturabschwächung
Martina Kämpfe
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 12,
2011
Abstract
Die Erholung der Konjunktur in Polen hatte sich zu Beginn des Jahres 2011 fortgesetzt. Mit einer steigenden Auslastung der Produktionskapazitäten hatten auch die Unternehmensinvestitionen sich wieder stärker belebt. Sie trugen positiv zur Binnennachfrage bei, der wichtigsten Triebkraft der wirtschaftlichen Expansion. Der private Konsum blieb trotz beschleunigter Inflation und einer Mehrwertsteuererhöhung weiter nach oben gerichtet. Die gute Konjunktur hatte auch eine Verbesserung der Arbeitsmarktlage zur Folge: Die Beschäftigung in den Unternehmen stieg wieder kräftiger an, die Arbeitslosenquote verringerte sich aber noch kaum. Im Verlauf des Jahres 2011 hat sich das konjunkturelle Klima allerdings etwas abgekühlt. Die Verschlechterung des außenwirtschaftlichen Umfeldes und damit verbundene Risiken für Nachfrage und Produktion haben die Aussichten für den Prognosezeitraum eingetrübt: Von der Binnennachfrage werden 2012 schwächere Impulse für die wirtschaftliche Expansion kommen. Investitionen in den Unternehmen werden zeitlich nach hinten verschoben, der Beschäftigungsaufbau wird abgebremst werden. Auch der private Konsum wird im kommenden Jahr wohl etwas gedämpfter zunehmen. Leicht entspannt hat sich die Haushaltslage. Das hohe Budgetdefizit von nahezu 8% des Bruttoinlandsproduktes
im Jahr 2010 hat sich im Folgejahr auf etwa 5% verringert und fiel damit geringer aus als ursprünglich veranschlagt. Dafür sind allerdings größtenteils Sondereffekte verantwortlich, während der strukturell verursachte Anteil des Defizits weiter erheblich ist. Angesichts bisheriger Versäumnisse ist die Politik gefordert, die Reform der öffentlichen Finanzen konsequenter als bislang anzugehen und einen Ausweg aus dem weiteren Anstieg der Schuldenquote zu weisen.
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Politische Institutionalisierung und Governance-Formen der deutschen Metropolregionen im Vergleich
Peter Franz
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 11,
2011
Abstract
Mit der Bildung von Metropolregionen versuchen Städte und Kreise auf Anforderungen des globalen Standortwettbewerbes zu reagieren. Damit zeichnen sich neue Formen großflächiger interkommunaler Kooperation ab. In Deutschland sind in raumentwicklungspolitischer Absicht elf solcher Metropolregionen definiert und Anstöße zu ihrer Konstituierung gegeben worden. Um ihre politische Institutionalisierung bemühen sich die regionalen Akteure mit unterschiedlichem Erfolg, schlagen dabei aber zum Teil ähnliche Wege ein. In der vorliegenden
Studie werden die deutschen Metropolregionen mit Hilfe eines Stufenmodells der politischen Institutionalisierung diesbezüglich miteinander verglichen. Dabei wird auch der Einfluss intervenierender Faktoren wie der poly- bzw. monozentrischen Siedlungsstruktur sowie der Existenz von Ländergrenzen in diesen Regionen untersucht. Die Untersuchung kommt zum Ergebnis, dass bisher nur wenige Metropolregionen das Stadium fortgeschrittener Institutionalisierung und damit auch Kooperation erreicht haben. Eine Best-Practice-Empfehlung lässt sich
den eingeschlagenen Institutionalisierungspfaden bisher nicht entnehmen. Der Konstituierungsprozess zeichnet sich derzeit noch durch hohe Dynamik aus, sodass eine Wiederholung der Studie in den nächsten Jahren angezeigt erscheint.
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Aktuelle Trends: Ostdeutsche Industrie: Auswärtige Investoren stärker von der Krise betroffen als einheimische Eigenständler
Brigitte Loose, Udo Ludwig
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 11,
2011
Abstract
Die ostdeutsche Wirtschaft ist von der Krise in den Jahren 2008/2009 weniger erschüttert worden als die westdeutsche. Das bestätigen jetzt auch erste Untersuchungen auf der Betriebsebene. In Ostdeutschland hatte demnach die Industrie die Hauptlast außerhalb des Finanzsektors zu tragen. Knapp die Hälfte der Industriebetriebe verspürte negative Auswirkungen; in der Gesamtwirtschaft war es nur ein Drittel aller Betriebe.
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Local Economic Structure and Sectoral Employment Growth in German Cities
Annette Illy, Michael Schwartz, Christoph Hornych, Martin T. W. Rosenfeld
Tijdschrift voor economische en sociale geografie,
Vol. 102 (5),
2011
Abstract
This study systematically examines the impact of fundamental elements of urban economic structure on sectoral employment growth in German cities (“urban growth”). We test four elements simultaneously – sectoral specialisation, diversification of economic activities, urban size and the impact of local competition. To account for the effect of varying spatial delimitations in the analysis of urban growth, we further differentiate between cities and planning regions as geographical units. Our regression results show a U-shaped relationship between localisation economies and urban growth and positive effects of local competition on urban growth. With respect to diversification, we find positive effects on urban growth on the city level, but insignificant results on the level of the planning regions. The impact of urban size also differs between free cities and planning regions; in the former, a U-shaped relationship is found, whereas the effect is inversely U-shaped for the latter.
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Assessing Competitiveness: How Firm-Level Data Can Help
Carlo Altomonte, Filippo di Mauro, Giorgio Barba Navaretti, Gianmarco Ottaviano
Bruegel Policy Contribution,
Nr. 16,
2011
Abstract
As policymakers refocus on growth, the ability to take a firm-level view is key to disentangling the various factors at the root of competitiveness, and thus to designing appropriate policies. Firm-level data provides critical information for the design of appropriate competitiveness measures that complement traditional macro analysis. More work remains to be done assembling firm-level information, but the variance of the distribution of firm characteristics already conveys important information in addition to standard averages. New indicators should be developed to translate the distribution of firm characteristics into indicators of competitiveness designed to capture not only average performance but also the heterogeneity of firm performance. This Policy Contribution builds on ongoing research within EFIGE (www.efige.org), a project to help identify the internal policies needed to improve the external competitiveness of the European Union.
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Determinants of International Fragmentation of Production in European Union
Götz Zeddies
Empirica,
Vol. 38 (4),
2011
Abstract
Die zurückliegenden Jahrzehnte waren weltweit durch eine erhebliche Ausweitung der internationalen Handelsströme, nicht nur absolut, sondern auch in Relation zum Welt-BIP, gekennzeichnet. Dies ist zu einem Großteil auf den zunehmenden bilateralen Handel mit Vor- und Zwischenprodukten als Folge der internationalen Fragmentierung der Produktion zurückzuführen. Offensichtlich hat der im Laufe der Zeit zunehmende internationale Wettbewerbsdruck, insbesondere seitens der südostasiatischen und der mittel- und osteuropäischen Länder, die Unternehmen in Hochlohnländern veranlasst, internationale Unterschiede in den Faktorpreisen, vor allem in den Arbeitskosten, zur Steigerung ihrer preislichen Wettbewerbsfähigkeit auszunutzen. Allerdings wird die Verlagerung von Teilelementen der Wertschöpfungsketten ins Ausland aus theoretischer Sicht, neben Faktorpreisunterschieden, von einer Vielzahl weiterer Faktoren bestimmt. Vor diesem Hintergrund veranschaulicht der vorliegende Artikel auf der Basis bilateraler Daten zum Außenhandel mit Vor- und Zwischenprodukten das Ausmaß der internationalen Fragmentierung der Produktion in der Europäischen Union. Zudem werden im Rahmen einer Paneldaten-Analyse die wesentlichen erklärenden Größen der vertikalen Aufspaltung von Wertschöpfungsketten bestimmt. Die Ergebnisse zeigen, dass internationale Unterschiede in den Arbeitskosten zwar ein wesentlicher, aber dennoch nur ein erklärender Faktor unter vielen sind.
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Clusterpolitiken in Bayern und Thüringen: Förderpraxis nimmt wenig Rücksicht auf theoretische Vorbehalte
Gerhard Heimpold
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 10,
2011
Abstract
Der Beitrag analysiert anhand veröffentlichter Dokumente die Clusterpolitiken in den Ländern Bayern und Thüringen. Ziel dieser Politiken ist die Stärkung der Innovationskraft. Eine explizite allokationspolitische Begründung
für Clusterpolitik mit dem Vorliegen von Externalitäten, Informationsasymmetrien oder Koordinierungsmängeln ist in den Dokumenten nicht sichtbar. Es bleibt daher offen, ob die praktizierte Clusterpolitik tatsächlich ursachenadäquat
ist. Beide Länder fokussieren auf die Unterstützung landesweiter Cluster und Netzwerke. Dadurch könnten aber die Vorteile räumlicher Nähe zu wenig Beachtung finden. Nicht ohne Probleme ist auch die ex ante vorgenommene Auswahl von Branchen und Technologiefeldern in den Clusterpolitiken beider Länder, selbst wenn aus den Eigendarstellungen der fördernden Ressorts Offenheit für Neues ablesbar ist. Denn dem Staat mangelt es generell an Informationen über die Zukunftsfähigkeit von Branchen und Technologien. Der Verzicht auf einen
Branchenfokus zugunsten wettbewerblicher Förderverfahren nach dem Vorbild von Bundesprogrammen kann dieses Problem mildern. Für Thüringen, das seine Clusterpolitik vor allem mit der Kleinteiligkeit der Unternehmensstruktur
motiviert, wird es jenseits clusterpolitischer Bemühungen darauf ankommen, weiterhin auch direkt die Beseitigung dieser strukturellen Nachteile anzuvisieren, insbesondere durch Rahmenbedingungen, die dem Wachstum der vorhandenen Unternehmen förderlich sind.
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Editorial
Ulrich Blum
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 10,
2011
Abstract
Zukunft braucht Herkunft, also Tradition – die sich im Fall des IWH in einer inhaltlichen und auch personalen Forschungskontinuität zeigt. Ohne diese sind kein track record, keine internationale Sichtbarkeit zu entwickeln. Zum dritten Mal innerhalb von sieben Jahren soll sich das IWH, von außen gezwungen, inhaltlich und strukturell neu aufstellen. Die Gründe dafür bleiben unscharf, zumal das Forschungsthema „Von der Transformation zur europäischen Integration“ als tragfähig angesehen wird. Gerade die Entwicklung der wissenschaftlichen Leistungen in den letzten zwei Jahren zeigt, wie produktiv sich das Institut auf dieser Basis entwickelt hat.
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Zur Aussagekraft von Frühindikatoren für Staatsschuldkrisen in Europa
Tobias Knedlik, Gregor von Schweinitz
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 10,
2011
Abstract
Die Schulden- und Vertrauenskrise in Europa hat eine intensive Diskussion über die makroökonomische Koordinierung ausgelöst. Die bestehenden Institutionen, darunter auch der Stabilitäts- und Wachstumspakt, haben sich als Krisenpräventions- und Krisenmanagementinstrumente nicht bewährt. Ein Vorschlag in der gegenwärtigen Debatte lautet, anhand geeigneter Frühindikatoren eine regelmäßige und systematische makroökonomische
Überwachung vorzunehmen, um sich anbahnende Krisen früh erkennen und darauf reagieren zu können. Dieser Beitrag stellt die Prognosegüte von vier vorgeschlagenen Indikatorensets vergleichend dar, wobei sowohl die Güte
von Einzelindikatoren als auch die Güte aggregierter Gesamtindikatoren betrachtet werden. Die verschiedenen Einzelindikatoren weisen eine sehr unterschiedliche Prognosequalität auf, wobei sich neben dem Staatsdefizit
besonders die Arbeitsmarktindikatoren, die private Verschuldung und der Leistungsbilanzsaldo durch eine hohe Prognosegüte auszeichnen. Unter den Gesamtindikatoren schneiden besonders jene gut ab, die sowohl viele unterschiedliche als auch besonders gute Einzelindikatoren beinhalten. Deshalb wird für den Einsatz eines breit basierten Gesamtindikators bei der makroökonomischen Überwachung plädiert. Dieser sollte zudem aus gleichgewichteten Einzelindikatoren zusammengesetzt sein, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Ursachen künftiger Krisen vorab nicht bekannt sind.
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