Zahlungsbilanzkrisen in Transformationsökonomien: Das Beispiel Tschechien
Thomas Linne, Claudia Löhnig
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 9,
1997
Abstract
Die Zahlungsbilanzkrise in Tschechien im Ma 1997 verdeutlicht, wie krisenanfällig und hindernisreich die Reformprozesse, selbst in einem Land mit bisher stabilen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen, sein können. Ausschlaggebend für die tschechische Zahlungsbilanzkrise war das durch die starke reale Aufwertung der Währung gewachsene Leistungsbilanzdefizit und die dadurch an Glaubwürdigkeit verlierende Wechselkurspolitik. Die Verteidigung des seit Februar 1993 kaum veränderten Wechselkurses durch die Nationalbank wurde durch hohe Kapitalabflüsse und eine wachsende Abwertungsspekulation gegen die Krone zunehmend schwieriger und mußte unter dem Druck des Marktes schließlich aufgegeben werden. Begünstigt wurde der Kapitalabfluß durch eine weitgehende Liberalisierung des Kapitalverkehrs, der teilweise durch die OECD-Mitgliedschaft bedingt ist. Andere Transformationsländer weisen ebenfalls einige dieser Risikomerkmale auf. Insgesamt erscheint es daher für die mittel- und osteuropäischen Länder ratsam, eine größere Flexibilisierung ihrer Wechselkurssysteme zuzulassen, auch im Hinblick auf einen möglichen Beitritt zum EWS II und der Aufrechterhaltung der Kapitalbilanzkonvertibilität.
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Transformationsökonomien sind krisenanfällig - ein Kommentar
Hubert Gabrisch
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 8,
1997
Abstract
Weit verbreitet ist der Eindruck, daß die mitteleuropäischen Transformationsländer nach dem ersten Transformationsschock einen stabilen Weg der wirtschaftlichen Erholung und Inflationsverminderung eingeschlagen hätten. Nicht selten werden bereits erreichte Wachstumsraten extrapoliert, um den Zeitpunkt abzuschätzen, wann beispielsweise das durchschnittliche EU-Niveau beim Bruttoinlandsprodukt je Einwohner erreicht sein wird. Das bulgarische Beispiel zeigt jedoch, wie irreführend diese Vorstellung ist. Auch Bulgarien schien 1994 und 1995 den schwersten Transformationsschock überwunden zu haben, erlitt aber 1996 einen dramatischen Rückschlag mit Wirkungen bis in dieses Jahr hinein. Wirtschaftliche Erholung und Preisstabilität stehen aber in allen mitteleuropäischen Transformationsländern noch auf schwachen Füßen, auch in jenen, in denen im Gegensatz zu Bulgarien die Transformation institutionell weit vorangeschritten ist und die bisher politische Stabilität aufwiesen.
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Die Entwicklung der Handelsstrukturen der Transformationsländer
Hubert Gabrisch
Politische und ökonomische Transformation in Osteuropa,
1996
Abstract
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Zur Lohn- und Einkommensentwicklung in Rußland
Peter Sigmund
Forschungsreihe,
Nr. 5,
1998
Abstract
Der langanhaltende Rückgang der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung und fallende Realeinkommen gingen in Rußland mit einer überaus starken Einkommensdifferenzierung einher. Rußland unterscheidet sich damit von fast allen mittel- und osteuropäischen Transformationsländern. Das betrifft auch die Lohneinkommen, die durch stark differenzierte Branchenlöhne und sehr hohe Lohneinkommensdifferenzierungen innerhalb der Branchen gekennzeichnet sind. Neben einem nur schwach wirkenden sozialen Sicherungssystem sind die Einkommensungleichheiten ein wesentlicher Grund für die anhaltend hohe Armut. Sowohl die Geldeinkommen und die Löhne als auch die Armut zeigen ausgeprägte regionale Unterschiede.
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Ungarns Wirtschaftspolitik im Spannungsfeld von Stabilisierung und sozialer Existenzsicherung
Werner Gnoth
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 7,
1996
Abstract
Die Integration ehemals sozialistischer Planwirtschaften in eine Gemeinschaft entwickelter Marktwirtschaften (OECD, EU) verlangt neben der Schaffung eines entsprechenden institutionellen Rahmens einen dynamischen wirtschaftlichen Aufholprozeß und einigermaßen stabile Währungsverhältnisse. Verglichen mit anderen Transformationsländern, zeigte die ungarische Wirtschaft noch keine bemerkenswerten realen Wachstumsraten, und 1995 beschleunigte sich sogar die Inflation. Verantwortlich dafür sind die besonderen Belastungen aus der Auslandsverschuldung. Im Unterschied zu den ebenfalls hoch verschuldeten Ländern Polen und Bulgarien ist Ungarn seinen Zahlungsverpflichtungen stets nachgekommen und hat auf eine Umschuldung verzichtet. Nach Spekulationen über eine etwaige Zahlungsunfähigkeit Ungarns in der ersten Hälfte 1995 schlug die ungarische Regierung einen außenwirtschaftlichen Konsolidierungskurs ein. Dieser war erfolgreich.
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Die Entwicklung der Handelsstrukturen der Transformationsländer
Hubert Gabrisch
osteuropawirtschaft. Nr. 3,
1995
Abstract
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Internationale FuE-Kooperation versus nationale Technologiepolitik in Mittel- und Osteuropa
Marianne Paasi
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
1995
Abstract
Die Transformationsländer stehen vor der Aufgabe, ihren Wissenschafts- und Technologiesektor (WuT-Sektor) in ein marktwirtschaftlich orientiertes Innovationssystem umzustrukturieren. Aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel und mangelnden Kenntnisse für den Umbau des WuT-Sektors sehen die Transformationsländer in der internationalen FuE-Kooperation einen Weg, diese Ziele schnell zu erreichen. Dieser Beitrag zeigt jedoch, daß ohne eine eigene aktive Technologie- und Forschungspolitik der Tramformationsländer die adäquate Umstrukturierung dieses Sektors nicht erreicht werden kann. Hierbei sollten die Technologiestrategien der Transformationsländer das Gewicht auf die Diffusion ausländischer Technologien und auf die Anwendung moderner Technologie aller Art legen.
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Ausländische Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa werden überschätzt
Hubert Gabrisch
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 2,
1995
Abstract
Die in der Öffentlichkeit ziemlich einhellig geäußerte Auffassung, daß Produktionsstätten via Direktinvestitionen massenhaft nach Mittel- und Osteuropa abwandern, besitzt empirisch wenig Substanz. Der Anteil der Reformländer an den Bruttoinlandsinvestitionen der OECD ist marginal. Er beträgt z.B. in Deutschland nur 0,3 vH. Die ausländischen Direktinvestitionen in die Transformationsländer Mittel- und Osteuropas haben, gemessen an ihrem Anteil an den Inlandsinvestitionen (7 bis 8 vH) und je Einwohner (52 US-Dollar), bereits ein Niveau erreicht, das im internationalen Vergleich als normal angesehen werden kann. Es ist daher nicht zu erwarten, daß auf mittlere und längere Frist größere Belastungen der internationalen Finanzmärkte entstehen, eine größere Umorientierung der internationalen Direktinvestitionsströme von Entwicklungs- zu Reformländern erfolgt oder daß gar Standortentscheidungen von Investoren zugunsten der Reformländer einen wesentlichen Einfluß auf Beschäftigung und Wirtschaftswachstum in Westeuropa oder Deutschland haben werden.
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