Mikrofundierte makroökonomische Resultate der ostdeutschen Transformationswirtschaft
Udo Ludwig
Beitrag in IWH-Sammelwerk,
Festschrift für Gerhard Heimpold, IWH
2020
Abstract
Mit zunehmend zeitlichem Abstand seit der Wiederentstehung eines vereinten Deutschlands schwindet im Alltag das Wissen und in Forschung und Lehre das Verständnis der bewegenden Kräfte um dieses historisch einmalige und bis in die Gegenwart nachwirkende Ereignis. Die Zeitzeugen und die Mitgestalter der damit verbundenen Transformation einer Zentralplanwirtschaft verlassen altersbedingt die Bühne, und die nachrückenden Generationen wenden sich anderen Herausforderungen zu. Denn heute stehen erneut, aber ganz anders geartete Transformationsprozesse auf der Tagesordnung: Gefragt sind Antworten auf den Klimawandel, den Ausstieg aus der Energiegewinnung durch fossile Brennstoffe, die Digitalisierung der Produktions- und Verbrauchsprozesse, die Verkehrswende und anderes. Schnell wird dann die Transformation einer ganzen Wirtschaftsordnung von der Agenda verdrängt, und die systemischen Zusammenhänge sowie das Verständnis der längerfristigen Folgen dieses historischen Wendepunktes für Deutschland treten in den Hintergrund und geben den Platz frei für oberflächliche Vereinfachungen. Der Systemwechsel verschwindet im sprachlichen Alltag hinter Schlagworten wie “Wende” und Ost-West-Vergleiche, in denen historische Bruchstellen geglättet bzw. sozioökonomische Inhalte durch die Projektion auf Himmelsrichtungen ersetzt werden. Selbstverständlichkeiten aus der Zeit des Umbruchs gehen unter oder werden durch Halbwahrheiten verzerrt wiedergegeben.
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16.06.2020 • 9/2020
Konjunktur aktuell: Wirtschaft stellt sich auf Leben mit dem Virus ein
Die Pandemie hat in Deutschland im ersten Halbjahr 2020 einen Produktionseinbruch ausgelöst, der auch im nächsten Jahr noch nicht vollständig wettgemacht sein wird. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte laut der Sommerprognose des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) im Jahr 2020 um 5,1% sinken und 2021 um 3,2% zulegen. In Ostdeutschland fällt der Produktionsrückgang mit 3,2% im Jahr 2020 wohl schwächer aus als in Gesamtdeutschland.
Oliver Holtemöller
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Konjunktur aktuell: Wirtschaft stellt sich auf Leben mit dem Virus ein
Konjunktur aktuell,
Nr. 2,
2020
Abstract
Die Weltwirtschaft befindet sich im Sommer 2020 in einer tiefen Rezession. Auslöser ist die Corona-Pandemie: Regierungen haben überall in der Welt eine Vielzahl von Möglichkeiten der Mobilität und des Zusammentreffens von Personen unterbunden. Etwa seit Mai werden die Restriktionen in etlichen Ländern wieder gelockert. Für den zeitlichen Verlauf der Rezession ist neben den Lockerungen vor allem das Krankheitsgeschehen selbst maßgeblich, das in Asien sehr deutlich und in der Europäischen Union spürbar zurückgegangen ist, kaum jedoch in den USA. Alles in allem dürfte der Produktionseinbruch in der Welt im ersten Halbjahr 2020 deutlich tiefer sein als infolge der Finanzkrise im Winterhalbjahr 2008/2009.
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Was taugt das Corona-Konjunkturpaket? Lehren aus der Evaluierung der Konjunkturpolitik während der Finanzkrise
Oliver Holtemöller
Wirtschaftliche Freiheit. Das ordnungspolitische Journal,
2020
Abstract
Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus hat die wirtschaftliche Aktivität stark beeinträchtigt. Nachdem die erste ökonomische Welle über den chinesischen Außenhandel zu Beginn des Jahres 2020 erste Spuren in der Weltwirtschaft hinterlassen hatte, brachten Eindämmungsmaßnahmen auf der ganzen Welt die Wirtschaft in einigen Bereichen mehr oder weniger zum Stillstand. Gastronomie, Tourismus, Unterhaltungsbranche und große Teile des Einzelhandels fielen allgemeinen Kontakteinschränkungen zum Opfer, Erwerbstätige in nicht direkt eingeschränkten Wirtschaftsbereichen sind aufgrund der Schließung von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen beeinträchtigt worden, und das Verarbeitende Gewerbe ist vor allem durch die Probleme in der Fahrzeugproduktion erheblich eingebrochen. Insgesamt ist die deutsche Wirtschaft durch einen kombinierten Angebots-Nachfrageschock in eine tiefe Rezession gestürzt.
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05.06.2020 • 8/2020
IWH-Insolvenztrend: Immer größere Firmen gehen pleite
Immer mehr Beschäftigte in Deutschland sind von einer Unternehmensinsolvenz betroffen. Jedoch bleibt die Zahl der Firmenpleiten trotz Coronakrise auch im Mai auf moderatem Niveau, zeigt der IWH-Insolvenztrend. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) liefert damit deutlich vor der amtlichen Statistik ein monatliches Update zum bundesweiten Insolvenzgeschehen.
Steffen Müller
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IWH-Transfertagung „Europas Finanzmarkt: Zwangsehe oder lose Bekanntschaft?“
Sithara Thies
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
2020
Abstract
Ein Jahrzehnt nach der weltweiten Finanzkrise steht das Finanzsystem noch immer vor enormen Herausforderungen. Wie diese in Europa gemeistert werden können, war Thema einer hochkarätig besetzten Tagung, die am 26. Februar 2020 am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) stattfand.
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Banks’ Funding Stress, Lending Supply and Consumption Expenditure
H. Evren Damar, Reint E. Gropp, Adi Mordel
Journal of Money, Credit and Banking,
Vol. 52 (4),
2020
Abstract
We employ a unique identification strategy linking survey data on household consumption expenditure to bank‐level data to estimate the effects of bank funding stress on consumer credit and consumption expenditures. We show that households whose banks were more exposed to funding shocks report lower levels of nonmortgage liabilities. This, however, only translates into lower levels of consumption for low‐income households. Hence, adverse credit supply shocks are associated with significant heterogeneous effects.
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The Dilemma of International Diversification: Evidence from the European Sovereign Debt Crisis
Bill Francis, Iftekhar Hasan, Gergana L. Kostova, Sami Ben Naceur
Asia-Pacific Journal of Financial Studies,
Vol. 49 (2),
2020
Abstract
This paper tests how capital markets value the international diversification of banks in good and in bad economic times by investigating changes in domestic and foreign sovereign debt ratings before and during the European sovereign debt crisis. Tracing 320 European banks in 29 countries and 226 credit rating announcements for European sovereigns between 1 January 2001 and 15 August 2012, we show that the market values banks with access to foreign funds. Despite occasional adverse effects immediately following negative news regarding sovereign credit rating changes, international diversification was found to be beneficial to European banks, especially during periods of distress.
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Stress Tests and Small Business Lending
Kristle R. Cortés, Yuliya Demyanyk, Lei Li, Elena Loutskina, Philip E. Strahan
Journal of Financial Economics,
Vol. 136 (1),
2020
Abstract
Post-crisis stress tests have altered banks’ credit supply to small business. Banks most affected by stress tests reallocate credit away from riskier markets and toward safer ones. They also raise interest rates on small loans. Quantities fall most in high-risk markets where stress-tested banks own no branches, and prices rise mainly where they do. The results suggest that banks price the stress-test induced increase in capital requirements where they have local knowledge, and exit where they do not. Stress tests do not, however, reduce aggregate credit. Small banks seem to increase their share in geographies formerly reliant on stress-tested lenders.
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The Effects of Graduating from High School in a Recession: College Investments, Skill Formation, and Labor-Market Outcomes
Franziska Hampf, Marc Piopiunik, Simon Wiederhold
CESifo Working Paper,
Nr. 8252,
2020
Abstract
We investigate the short- and long-term effects of economic conditions at high-school graduation as a source of exogenous variation in the labor-market opportunities of potential college entrants. Exploiting business cycle fluctuations across birth cohorts for 28 developed countries, we find that bad economic conditions at high-school graduation increase college enrollment and graduation. They also affect outcomes in later life, increasing cognitive skills and improving labor-market success. Outcomes are affected only by the economic conditions at high-school graduation, but not by those during earlier or later years. Recessions at high-school graduation narrow the gender gaps in numeracy skills and labor-market success.
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