Unternehmensinsolvenzen in Deutschland im Zuge der Corona-Krise
Oliver Holtemöller
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
2021
Abstract
Die Corona-Pandemie hat die deutsche Wirtschaft in eine tiefe Rezession getrieben. In diesem Beitrag wird analysiert, wie sich die Rezession in den Unternehmensinsolvenzen niederschlägt. Prognosen auf Basis des üblichen Zusammenhangs zwischen Bruttowertschöpfung und Unternehmensinsolvenzen nach Wirtschaftsbereichen deuten auf eine kräftige Zunahme der Unternehmensinsolvenzen im zweiten Halbjahr 2020 hin. Für Unternehmensinsolvenzen gelten allerdings seit März 2020 Ausnahmeregelungen, die das Ziel haben, allein durch die Corona-Krise bedingte Unternehmensinsolvenzen zu vermeiden. Ferner erhalten die Unternehmen finanzielle Unterstützung im Rahmen der Corona-Hilfspakete. Mit zunehmender Dauer der wirtschaftlichen Beeinträchtigungen nimmt die Wahrscheinlichkeit von Unternehmensinsolvenzen gleichwohl zu, sodass nach Aufhebung der Ausnahmeregelungen Insolvenzen nachgeholt werden dürften und das übliche konjunkturelle Muster wieder greift.
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Importwettbewerb und Firmenproduktivität
Viktor Slavtchev
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
2021
Abstract
Dieser Beitrag untersucht für Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland empirisch, ob der Wettbewerbsdruck durch Importe zu einer Steigerung der Produktivität führt. Um die Reaktionen der einheimischen Unternehmen besser zu verstehen, werden auch Effekte auf Output, Beschäftigung und FuE-Aktivitäten der Unternehmen analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Anreize der Unternehmen, in eine Erhöhung ihrer Produktivität zu „investieren“, von der Art der importierten Güter abhängen sowie davon, wie schwierig es für die einheimischen Unternehmen ist, mit der Konkurrenz mitzuhalten. Auf Importe von vergleichsweise technologisch einfachen und arbeitsintensiven Produkten aus Niedriglohnländern reagieren einheimische Unternehmen nicht mit einer Erhöhung ihrer Produktivität; vielmehr reduzieren sie Output und Beschäftigung. Dagegen steigt die Produktivität einheimischer Unternehmen als Reaktion auf Wettbewerbsdruck durch Importe von kapital- und technologieintensiven Gütern aus Industrieländern – jedoch nicht aufgrund höherer FuE-Ausgaben; ein Rückgang von Output und Beschäftigung ist in diesem Fall nicht beobachtbar.
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Real Estate Transaction Taxes and Credit Supply
Michael Koetter, Philipp Marek, Antonios Mavropoulos
Abstract
We exploit staggered real estate transaction tax (RETT) hikes across German states to identify the effect of house price changes on mortgage credit supply. Based on approximately 33 million real estate online listings, we construct a quarterly hedonic house price index (HPI) between 2008:q1 and 2017:q4, which we instrument with state-specic RETT changes to isolate the effect on mortgage credit supply by all local German banks. First, a RETT hike by one percentage point reduces HPI by 1.2%. This effect is driven by listings in rural regions. Second, a 1% contraction of HPI induced by an increase in the RETT leads to a 1.4% decline in mortgage lending. This transmission of fiscal policy to mortgage credit supply is effective across almost the entire bank capitalization distribution.
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26.01.2021 • 3/2021
Krisensicherheit des europäischen Finanzsystems: Leopoldina und IWH organisieren Dialogveranstaltung
Steigende Arbeitslosigkeit und drohende Staatsinsolvenzen: Die Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren hat ganz Europa getroffen. Die Folgen sind bis heute spürbar, zum Beispiel in Form niedriger Zinsen. Welche Lehren aus der Finanzkrise bisher gezogen wurden, ist Thema einer gemeinsamen Dialogveranstaltung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Zu dieser Veranstaltung laden wir Sie herzlich ein und freuen uns über eine redaktionelle Erwähnung in Ihrem Medium.
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Involuntary Unemployment and the Business Cycle
Lawrence J. Christiano, Mathias Trabandt, Karl Walentin
Review of Economic Dynamics,
Vol. 39 (January),
2021
Abstract
Can a model with limited labor market insurance explain standard macro and labor market data jointly? We construct a monetary model in which: i) the unemployed are worse off than the employed, i.e. unemployment is involuntary and ii) the labor force participation rate varies with the business cycle. To illustrate key features of our model, we start with the simplest possible framework. We then integrate the model into a medium-sized DSGE model and show that the resulting model does as well as existing models at accounting for the response of standard macroeconomic variables to monetary policy shocks and two technology shocks. In addition, the model does well at accounting for the response of the labor force and unemployment rate to these three shocks.
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Hohes öffentliches Defizit nicht nur wegen Corona – Mittelfristige Handlungsmöglichkeiten für den Staat
Andrej Drygalla, Oliver Holtemöller, Axel Lindner, Matthias Wieschemeyer, Götz Zeddies, Katja Heinisch
Konjunktur aktuell,
Nr. 4,
2020
Abstract
Nach der Mittelfristprojektion des IWH wird das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in den Jahren bis 2025 preisbereinigt um durchschnittlich ½% wachsen, und damit einen Prozentpunkt langsamer als im Zeitraum von 2013 bis 2019. Dies ist nicht nur auf den starken Einbruch im Jahr 2020 zurückzuführen, sondern auch darauf, dass die Erwerbsbevölkerung spürbar zurückgehen wird. Die Staatseinnahmen expandieren deutlich langsamer als in den vergangenen Jahren. Auch nach Überwindung der Pandemiekrise dürfte der Staatshaushalt im Fall unveränderter gesetzlicher Rahmenbedingungen ein strukturelles Defizit von etwa 2% relativ zum Bruttoinlandsprodukt aufweisen, und die Schuldenbremse würde weiter verletzt. Konsolidierungsmaßnahmen zur Rückführung dieser Defizitquote auf ½% würden die Produktion in Deutschland unter die Normalauslastung drücken. Mit Hilfe des finanzpolitischen Simulationsmodells des IWH kann gezeigt werden, dass dabei eine ausgabenseitige Konsolidierung die Produktion weniger belastet als eine einnahmenseitige. Es spricht, auch aus theoretischer Sicht, viel dafür, die Schuldenbremse zwar nicht abzuschaffen, aber ein Stück weit zu lockern.
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Konjunktur aktuell: Neue Pandemiewelle verzögert konjunkturelle Erholung in Deutschland
Konjunktur aktuell,
Nr. 4,
2020
Abstract
Während die Weltwirtschaft zweigeteilt ist – die Wirtschaft in Ostasien und in den großen Schwellenländern hat sich zügig erholt, für Nordamerika und Europa ist mit einem schwachen Winterhalbjahr zu rechnen –, lässt der Shutdown die Produktion in Deutschland zum Jahresende zurückgehen. Nach Lockerung der Infektionsschutzmaßnahmen, dank Impfkampagnen und milder Witterung dürfte die Erholung ab dem Frühjahr langsam wieder in Gang kommen. Im Jahr 2021 wird das BIP um 4,4% zunehmen, nach einem Rückgang um 5% im Jahr 2020. In Ostdeutschland fällt sowohl der Rückgang als auch der Wiederanstieg deutlich geringer aus.
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Ehrenamtliches Engagement von Flüchtlingen zur Förderung sozialer Integration
Sabrina Jeworrek
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 3,
2020
Abstract
Die soziale Integration von Flüchtlingen kann einen substanziellen Beitrag zu deren ökonomischer Integration leisten, häufig sind negative Einstellungen der Bevölkerung gegenüber ethnischen Minderheiten aber ein Schlüsselfaktor für Integrationsprobleme. Die Förderung ehrenamtlichen Engagements von Flüchtlingen könnte eine Lösung darstellen und
den Integrationsprozess positiv beeinflussen. Basierend auf den Daten dreier unterschiedlicher Experimente zeigt dieser Beitrag, dass Einheimische in höherem Maße bereit sind, die Integration von Flüchtlingen persönlich oder finanziell zu unterstützen, wenn sich Flüchtlinge an ihrem neuen Wohnort gesellschaftlich engagieren. Natürlich findet sich eine gewisse Heterogenität hinsichtlich der Neigung, eher persönlich oder eher finanziell zu unterstützen. Für die unterschiedlichsten Personengruppen gilt aber, dass ehrenamtliches Flüchtlingsengagement zumindest auf eine dieser beiden Optionen einen positiven Effekt ausübt.
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Decentralisation of Collective Bargaining: A Path to Productivity?
Daniele Aglio, Filippo di Mauro
IWH-CompNet Discussion Papers,
Nr. 3,
2020
Abstract
Productivity developments have been rather divergent across EU countries and particularly between Central Eastern Europe (CEE) and elsewhere in the continent (non-CEE). How is such phenomenon related to wage bargaining institutions? Starting from the Great Financial Crisis (GFC) shock, we analyse whether the specific set-up of wage bargaining prevailing in non-CEE may have helped their respective firms to sustain productivity in the aftermath of the crisis. To tackle the issue, we merge the CompNet dataset – of firm-level based productivity indicators – with the Wage Dynamics Network (WDN) survey on wage bargaining institutions. We show that there is a substantial difference in the institutional set-up between the two above groups of countries. First, in CEE countries the bulk of the wage bargaining (some 60%) takes place outside collective bargaining schemes. Second, when a collective bargaining system is adopted in CEE countries, it is prevalently in the form of firm-level bargaining (i. e. the strongest form of decentralisation), while in non-CEE countries is mostly subject to multi-level bargaining (i. e. an intermediate regime, only moderately decentralised). On productivity impacts, we show that firms’ TFP in the non-CEE region appears to have benefitted from the chosen form of decentralisation, while no such effects are detectable in CEE countries. On the channels of transmission, we show that decentralisation in non-CEE countries is also negatively correlated with dismissals and with unit labour costs, suggesting that such collective bargaining structure may have helped to better match workers with firms’ needs.
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Wages and the Value of Nonemployment
Simon Jäger, Benjamin Schoefer, Samuel Young, Josef Zweimüller
Quarterly Journal of Economics,
Vol. 135 (4),
2020
Abstract
Nonemployment is often posited as a worker’s outside option in wage-setting models such as bargaining and wage posting. The value of nonemployment is therefore a key determinant of wages. We measure the wage effect of changes in the value of nonemployment among initially employed workers. Our quasi-experimental variation in the value of nonemployment arises from four large reforms of unemployment insurance (UI) benefit levels in Austria. We document that wages are insensitive to UI benefit changes: point estimates imply a wage response of less than $0.01 per $1.00 UI benefit increase, and we can reject sensitivities larger than $0.03. The insensitivity holds even among workers with low wages and high predicted unemployment duration, and among job switchers hired out of unemployment. The insensitivity of wages to the nonemployment value presents a puzzle to the widely used Nash bargaining model, which predicts a sensitivity of $0.24–$0.48. Our evidence supports wage-setting models that insulate wages from the value of nonemployment.
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