Kulturelle Vielfalt und Immobilienpreise
Rachel Cho, Hisham Farag, Christoph Görtz, Danny McGowan, Huyen Nguyen, Max Schröder
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
2026
Abstract
Bezahlen Immobilienkäufer einen Aufpreis, um in einem kulturell vielfältigen Viertel zu leben? Eine neue Studie mit Daten aus Nordirland legt dies nahe. Um den Zusammenhang zwischen kultureller Vielfalt und Immobilienpreisen zu untersuchen, stützen sich die Forscher auf Daten aus der Zeit der britischen Kolonialisierung Irlands zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Damals entstanden Nachbarschaften mit unterschiedlicher religiöser Zusammensetzung. Diese religiöse Zusammensetzung besteht bis heute. Diese Wohnviertel unterscheiden sich also kulturell, nicht jedoch hinsichtlich ihrer ethnischen und sozioökonomischen Merkmale. Die Ergebnisse zeigen: Im Durchschnitt erzielen Immobilien in kulturell vielfältigen Vierteln einen um fast 10% höheren Verkaufspreis als solche in religiös-kulturell homogenen Gebieten. Darin spiegelt sich eine höhere Nachfrage: Vielfältige Viertel sind für ein breiteres Spektrum potenzieller Käufer attraktiv. Dadurch steigt auch die Liquidität der Immobilien. Die Ergebnisse stehen in Kontrast zu früheren Studien, die einen negativen Zusammenhang zwischen Vielfalt und Immobilienpreisen belegten.
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Do Online Real Estate Listing Prices Gauge Transaction Prices (Well)? Evidence from Novel Near-Real-Time Data
Michael Koetter, Felix Noth, Fabian Woebbeking
IWH Discussion Papers,
Nr. 13,
2026
Abstract
We show that online listing prices closely approximate transaction prices across Europe. Our validation uses the IWH European Real Estate Index (EREI), a near-real-time database of monthly purchase prices, rents, listing counts, and time on market for 1,154 NUTS-3 regions in 16 countries since April 2024. With publication lags as short as one month, validated listing prices offer a timely, comparable complement to official house price statistics. Purchase price levels correlate between 0.94 and 0.97 with transaction prices in the five most populous markets, while calibration slopes range from 0.95 to 1.00. Aggregate listing prices exceed benchmark transaction prices by 13% to 22%.
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Inflation Concerns and Green Product Consumption: Evidence From a Nationwide Survey and a Framed Field Experiment
Sabrina Jeworrek, Lena Tonzer
Journal of Economic Behavior and Organization,
Vol. 248 (August),
2026
Abstract
Promoting green (usually more costly) product consumption is one essential element in building a sustainable society. In times of high inflation, not only budget constraints but also the fear that prices will continue to rise might limit the effectiveness of exerted efforts to promote sustainable behaviors. To test this suggestion, we conducted a Germany-wide survey with almost 1200 respondents, followed by a framed field experiment to confirm causality. Our proxy for green consumption is organic food purchases. Survey respondents’ stated organic purchasing behavior is positively correlated with concerns about climate change but negatively correlated with concerns about inflation. The latter result is driven by individuals with a below-median environmental attitude. In the framed field experiment, we use the priming method to manipulate the saliency of inflation concerns. Whereas sizably relaxing the budget constraint has no impact on the share of organic products in participants’ baskets, the priming significantly decreases the share of organic products for individuals with below-median environmental attitude. Using the same inflation priming in a subsequent survey experiment with around 1800 respondents, we find that high inflationary environments affect both the perception of organic being luxury products and the social norm of buying organic. Both effects are more pronounced for individuals with below-median environmental attitude and, hence, they are the likely mechanisms driving the negative effects on organic product consumption.
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Transition Dynamics in Heterogeneous-agent Models and the Distributional Consequences of Taxation
Alexandra Gutsch, Christoph Schult
IWH Discussion Papers,
Nr. 7,
2026
Abstract
We study how idiosyncratic income risk shapes the aggregate and distributional effects of labor and capital income taxation in dynamic general equilibrium models. To this end, we compare a heterogeneous-agent (HA) model with uninsurable idiosyncratic labor productivity risk and a ten-representative-agent (TE) model in which households correspond to fixed wealth deciles without such risk. At the aggregate level, both models generate qualitatively similar responses; however, the HA model exhibits a smaller recessionary impact driven by precautionary savings behavior, which stabilizes investment. At the distributional level, the models differ sharply. In the HA framework, tax shocks trigger endogenous mobility across wealth deciles. These inter-decile transition dynamics tend to benefit lower deciles. In contrast, the TA model features fixed household positions. Our findings highlight that while simpler multi-representative-agent models can approximate aggregate dynamics well, they may miss important distributional adjustment channels. The relevance of these mechanisms ultimately depends on the empirical importance of mobility across the wealth distribution, pointing to a key trade-off between model simplicity and accuracy.
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Wie sich die Klimapolitik auf die Einkommensungleichheit auswirken könnte
Marie Young-Brun
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 3,
2025
Abstract
Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf die wirtschaftliche Entwicklung in aller Welt aus. Ärmere Haushalte sind dabei den Auswirkungen des Klimawandels stärker ausgesetzt und verletzlicher, sodass der Klimawandel die Ungleichheit wahrscheinlich noch verstärken wird. Politische Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen können eine Verschärfung des Klimawandels verhindern, schaffen aber auch ökonomische Gewinner und Verlierer. In diesem Beitrag werden die kombinierten Auswirkungen des Klimawandels und ausgewählter politischer Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen auf die wirtschaftliche Ungleichheit untersucht. Die Bewertung erfolgt anhand von acht Modellen für die integrierte Analyse von Klimawandel und wirtschaftlicher Entwicklung, die von verschiedenen Forscherteams unter Verwendung unterschiedlicher Annahmen und Methoden entwickelt wurden. Die Ergebnisse basieren auf historischen Daten und Zukunftsszenarien für zehn Länder in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Die Umsetzung einer ehrgeizigen Klimapolitik im Einklang mit dem Pariser Abkommen führt demnach zu einer geringeren Ungleichheit in der Zukunft als der Verzicht auf Maßnahmen zur Milderung des Klimawandels, auch wenn die Ungleichheit aufgrund der Kosten für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen kurzfristig zunimmt. Die Verwendung der Einnahmen aus der Kohlenstoffbepreisung kann dazu beitragen, die Verteilungseffekte der Klimapolitik zu dämpfen und die Ungleichheit kurzfristig sogar zu verringern. Diese Ergebnisse unterstreichen die Rolle von Ausgleichsmechanismen bei der Gestaltung einer fairen und politisch durchsetzbaren Klimapolitik.
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Aktuelle Trends: Wofür werden die Kohlemilliarden verwendet?
Oliver Holtemöller, Mirko Titze
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 3,
2025
Abstract
Mit rund 41 Mrd. Euro will der Bund den Regionen helfen, die vom Kohleausstieg betroffen sind. Die Wirtschaftsforschungsinstitute IWH und RWI haben den Zwischenbericht 2025 im Rahmen der begleitenden Evaluierungsforschung dazu vorgelegt.
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Alumni
IWH-Alumni Das IWH pflegt den Kontakt zu seinen ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit. Wir beziehen unsere Alumni in unsere Arbeit ein und unterrichten diese…
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Inflation Concerns and Financial Stress
Sabrina Jeworrek, Lena Tonzer
Economics Letters,
Vol. 254 (August),
2025
Abstract
We provide evidence for a psychological component of inflation concerns. Higher inflation concerns relate in a positive and significant way to respondents’ reported levels of concerns about their financial situation. Results hold when controlling for income and financial constraints.
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Die Verteilung und Struktur des deutschen Nationaleinkommens von 1992 bis 2019
Stefan Bach, Charlotte Bartels, Theresa Neef
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 2,
2025
Abstract
Wie haben sich die Einkommen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in Deutschland seit der Wiedervereinigung entwickelt? Unsere Studie untersucht die Entwicklung und Zusammensetzung des Nationaleinkommens entlang der Verteilung im Zeitraum von 1992 bis 2019. Während die untere Hälfte der Einkommensverteilung (unterhalb des Medianeinkommens) bis Mitte der 2000er Jahre reale Einkommensverluste verzeichnete, stiegen die Einkommen der oberen Mittelschicht (die obersten 10%, ohne das einkommensstärkste 1%) stetig. Die Spitzeneinkommen (oberstes 1%) blieben zwischen 1992 und 2019 relativ stabil. Arbeitseinkommen dominieren bei den unteren 99%, während das oberste 1% von Unternehmenseinkommen – insbesondere aus arbeitsintensiven Dienstleistungsunternehmen und freien Berufen – bestimmt ist. Unsere Ergebnisse sind zentral für die Debatte über Reformen der Sozialversicherungsbeiträge und der Einkommensbesteuerung.
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Inflation und Nachhaltigkeit: Wie sich Inflationssorgen auf den Kauf von Bio-Produkten auswirken
Sabrina Jeworrek, Lena Tonzer, Matti Witte
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
2025
Abstract
Der Klimawandel und die übermäßige Nutzung natürlicher Ressourcen stellen große Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung auf der Erde dar. Auf Seite der Unternehmen besteht die Herausforderung darin, Wege zu finden, wie sie Ressourcen schonen und Emissionen senken können. Die Verbraucher wiederum haben über ihr Konsumverhalten Einfluss darauf, welche Produkte Unternehmen überhaupt absetzen können. Nachhaltiger Konsum ist somit ein wichtiger Baustein in der grünen Transformation. In einer jüngst als IWH-Diskussionspapier erschienenen Studie wird untersucht, inwiefern Inflationssorgen den Kauf von Bio-Produkten beeinflussen. Gerade in Zeiten stark steigender Preise könnte die Sorge über das eigene Budget die Sorgen über Klimawandel und Nachhaltigkeit in den Hintergrund treten lassen und sich somit negativ auf den Konsum von oft relativ teuren Bio-Produkten auswirken. Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer Befragung von rund 1 200 Teilnehmenden sowie einem Feldexperiment zum tatsächlichen Einkaufsverhalten mit circa 500 Teilnehmenden. Die Ergebnisse zeigen, dass gerade Teilnehmende mit vergleichsweise geringerem Umweltbewusstsein und, damit einhergehend, sowieso schon niedrigerem Anteil an nachhaltigen Produkten nochmals erheblich weniger nachhaltige Produkte konsumieren, sobald sie mit Inflationssorgen konfrontiert werden.
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