Inflation und Nachhaltigkeit: Wie sich Inflationssorgen auf den Kauf von Bio-Produkten auswirken
Sabrina Jeworrek, Lena Tonzer, Matti Witte
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
2025
Abstract
Der Klimawandel und die übermäßige Nutzung natürlicher Ressourcen stellen große Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung auf der Erde dar. Auf Seite der Unternehmen besteht die Herausforderung darin, Wege zu finden, wie sie Ressourcen schonen und Emissionen senken können. Die Verbraucher wiederum haben über ihr Konsumverhalten Einfluss darauf, welche Produkte Unternehmen überhaupt absetzen können. Nachhaltiger Konsum ist somit ein wichtiger Baustein in der grünen Transformation. In einer jüngst als IWH-Diskussionspapier erschienenen Studie wird untersucht, inwiefern Inflationssorgen den Kauf von Bio-Produkten beeinflussen. Gerade in Zeiten stark steigender Preise könnte die Sorge über das eigene Budget die Sorgen über Klimawandel und Nachhaltigkeit in den Hintergrund treten lassen und sich somit negativ auf den Konsum von oft relativ teuren Bio-Produkten auswirken. Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer Befragung von rund 1 200 Teilnehmenden sowie einem Feldexperiment zum tatsächlichen Einkaufsverhalten mit circa 500 Teilnehmenden. Die Ergebnisse zeigen, dass gerade Teilnehmende mit vergleichsweise geringerem Umweltbewusstsein und, damit einhergehend, sowieso schon niedrigerem Anteil an nachhaltigen Produkten nochmals erheblich weniger nachhaltige Produkte konsumieren, sobald sie mit Inflationssorgen konfrontiert werden.
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Mittelfristige Projektion der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und Szenarien für die Erreichung der gesetzlichen Emissionsziele
Andrej Drygalla, Katja Heinisch, Oliver Holtemöller, Axel Lindner, Alessandro Sardone, Christoph Schult, Götz Zeddies
Konjunktur aktuell,
Nr. 4,
2024
Abstract
Das Produktionspotenzial der deutschen Wirtschaft wächst mittelfristig (2023 bis 2029) mit einer jahresdurchschnittlichen Rate von 0,3% und damit deutlich schwächer als in den Jahren zuvor. Dies ist auf eine ungünstigere Entwicklung aller drei Faktoren (Arbeitsvolumen, Kapitalstock, totale Faktorproduktivität) zurückzuführen. Das potenzielle Wachstum wird insbesondere durch den Rückgang der durchschnittlichen Arbeitszeit gedämpft.
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Grüne Transformation und Schuldenbremse: Implikationen zusätzlicher Investitionen für öffentliche Finanzen und privaten Konsum
Andrej Drygalla, Katja Heinisch, Oliver Holtemöller, Axel Lindner, Alessandro Sardone, Christoph Schult, Birgit Schultz, Götz Zeddies
Konjunktur aktuell,
Nr. 4,
2023
Abstract
Das deutsche Klimaschutzgesetz sieht unter anderem vor, dass die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bis zum Jahr 2030 um 65% gegenüber dem Jahr 1990 verringert werden. Die damit einhergehende Transformation der Wirtschaft hat weitreichende Konsequenzen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die öffentlichen Finanzen. Alles in allem erfordert der Ausbau erneuerbarer Energien für die Klimaschutzziele jährliche Investitionen in der Größenordnung von 2,5% in Relation zum Bruttoinlandsprodukt. Mithilfe eines makroökonomischen Modells kann gezeigt werden, mit welchen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen zu rechnen ist, wenn die Klimaschutzziele eingehalten werden.
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Konjunktur aktuell: Export und privater Konsum schwach – Deutschland wartet auf den Aufschwung
Konjunktur aktuell,
Nr. 4,
2023
Abstract
Die Weltwirtschaft verliert zum Ende des Jahres 2023 weiter an Schwung. Der durch den weltweiten Inflationsschub ausgelöste restriktive Schwenk der Geldpolitik drückt über höhere Finanzierungskosten vielerorts die Güternachfrage. Im nächsten Jahr dürfte die Weltwirtschaft wieder etwas anziehen. Die deutsche Wirtschaft ist nach Ende der Pandemie nicht wieder auf ihren alten Wachstumspfad zurückgekehrt. Das Verarbeitenden Gewerbe hat an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, und die Weltnachfrage nach Industriegütern ist zurzeit schwach. Zudem ist die Inflation immer noch hoch, und die Realeinkommen sind längere Zeit über zurückgegangen. Die geldpolitische Straffung hat die Finanzierungsbedingungen verschlechtert, was besonders die Bauwirtschaft belastet. Das Bruttoinlandsprodukt wird 2023 wohl um 0,3% sinken und im kommenden Jahr um 0,5% expandieren.
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Exposure to Conflict, Migrations and Long-run Education and Income Inequality: Evidence from Bosnia and Herzegovina
Adnan Efendic, Dejan Kovač, Jacob N. Shapiro
Defence and Peace Economics,
Vol. 34 (8),
2023
Abstract
We investigate the long-term relationship between conflict-related migration and individual socioeconomic inequality. Looking at the post-conflict environment of Bosnia and Herzegovina (BiH), a former Yugoslav state most heavily impacted by the wars of the early 1990s, the paper focuses on differences in educational performance and income between four groups: migrants, internally displaced persons, former external migrants, and those who did not move. The analysis leverages a municipality-representative survey (n ≈ 6,000) that captured self-reported education and income outcomes as well as migration histories. We find that individuals with greater exposure to conflict had systematically worse educational performance and lower earnings two decades after the war. Former external migrants now living in BiH have better educational and economic outcomes than those who did not migrate, but these advantages are smaller for external migrants who were forced to move. We recommend that policies intended to address migration-related discrepancies should be targeted on the basis of individual and family experiences caused by conflict.
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Wie stark beeinflussen menschliche Entscheidungen im Forschungsprozess die Qualität der empirischen Ergebnisse?
Michael Koetter, Shuo Xia
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 4,
2022
Abstract
Wie bedeutend ist das menschliche Element für die Genauigkeit empirischer Erkenntnisse in den Wirtschaftswissenschaften? Die Unsicherheit empirischer Schätzungen wird üblicherweise als ein statistisches Phänomen betrachtet. Unbekannte Parameter einer Grundgesamtheit werden anhand einer Stichprobe geschätzt, deren Erzeugung zu so genannten Standardfehlern führt. Forschende treffen jedoch viele unbeobachtete Entscheidungen, die nicht per se richtig oder falsch sind, sich aber auf das Ergebnis der Schätzung auswirken. Beispiele hierfür sind die Wahl der Software, die Art der Datenbereinigung oder die Spezifikation der Kontrollvariablen, um nur einige zu nennen. Wir haben an einem großen crowd-basierten Feldexperiment teilgenommen, bei dem sich herausstellte, dass dieser evidenzgenerierende Prozess von Forscher zu Forscher stark variiert, wodurch eine neue Art von Unsicherheit entsteht: so genannte Nicht-Standardfehler (NSE). 164 Teams von Finanzökonominnen und Finanzökonomen testeten sechs Hypothesen an einer identischen Stichprobe von Finanzmarktdaten. Das wichtigste Ergebnis ist, dass die Nicht-Standardfehler beträchtlich sind und die gleiche Größenordnung haben wie die Standardfehler, dass sie aber nach einem anonymen Begutachtungsprozess deutlich abnehmen. Wer sich von Wirtschaftsforschern beraten lässt, sollte sich daher darüber im Klaren sein, dass die Entscheidungen der einzelnen Forschenden die empirische Evidenz mit einer nicht unerheblichen Unsicherheit behaften. Gleichzeitig scheint eine der Veröffentlichung vorausgehende Begutachtung der Ergebnisse durch wissenschaftliche Kollegen (peer-review) die Anfälligkeit für diese Art von Unsicherheit zu verringern.
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Fallende Lohnquoten: Die Rolle von Technologie und Marktmacht
Matthias Mertens
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 2,
2022
Abstract
Die Lohnquote, definiert als die Summe der Arbeitnehmerentgelte geteilt durch die Gesamtproduktion einer Volkswirtschaft, ist in den letzten 40 Jahren in vielen Ländern gefallen. Das Fallen der Lohnquote besitzt potenziell weitreichende Implikationen für das Ausmaß an Ungleichheit und für den Wohlstand von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Daneben kann eine fallende Lohnquote auch ein Anzeichen für einen Anstieg der Firmenmarktmacht sein. Anhand von Mikrodaten zum deutschen Verarbeitenden Gewerbe untersucht dieser Artikel, welche Rolle technologischer Wandel und steigende Firmenmarktmacht als Ursachen für das Fallen der Lohnquote spielen. Es zeigt sich, dass technologischer Wandel und ein Anstieg der Firmenmarktmacht, insbesondere auf Arbeitsmärkten, jeweils die Hälfte der fallenden Lohnquote im deutschen Verarbeitenden Gewerbe erklären. Daher können politische Maßnahmen, die Firmenmarktmacht reduzieren, nicht nur eine effizienzsteigernde Wirkung entfalten, sondern, als ein Nebeneffekt, auch den Anteil der Löhne an der Gesamtproduktion erhöhen.
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Forced Displacement, Exposure to Conflict and Long-run Education and Income Inequality: Evidence from Croatia and Bosnia and Herzegovina
Adnan Efendic, Dejan Kovač, Jacob N. Shapiro
Abstract
This paper investigates the long-term relationship between conflict-related migration and individual socioeconomic inequality. Looking at the post-conflict environments of Bosnia and Herzegovina (BiH) and Croatia, the two former Yugoslav states most heavily impacted by the conflicts of the early 1990s, the paper focuses on differences in educational performance and income between four groups: migrants, internally displaced persons, refugees, and those who did not move two decades after the conflicts. For BiH, the analysis leverages a municipality-representative survey (n = 6, 021) that captured self-reported education and income outcomes as well as migration histories. For Croatia, outcomes are measured using an anonymized education registry that captured outcomes for over half a million individuals over time. This allows an assessment of convergence between different categories of migrants. In both countries, individuals with greater exposure to conflict had systematically worse educational performance. External migrants now living in BiH have better educational and economic outcomes than those who did not migrate, but these advantages are smaller for individuals who were forced to move. In Croatia, those who moved during the conflict have worse educational outcomes, but there is a steady convergence between refugees and non-migrants. This research suggests that policies intended to address migration-related discrepancies should be targeted on the basis of individual and family experiences caused by conflict.
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Exposure to Conflict, Migrations and Long-run Education and Income Inequality: Evidence from Bosnia and Herzegovina
Adnan Efendic, Dejan Kovač, Jacob N. Shapiro
Abstract
We investigate the long-term relationship between conflict-related migration and individual socioeconomic inequality. Looking at the post-conflict environment of Bosnia and Herzegovina (BiH), a former Yugoslav state most heavily impacted by the conflicts of the early 1990s, the paper focuses on differences in educational performance and income between four groups: migrants, internally displaced persons, former external migrants, and those who did not move. The analysis leverages a municipality-representative survey (n≈6,000) that captured self-reported education and income outcomes as well as migration histories. We find that individuals with greater exposure to conflict had systematically worse educational performance and lower earnings two decades after the war. Former external migrants now living in BiH have better educational and economic outcomes than those who did not migrate, but these advantages are smaller for individuals who were forced to move. We recommend that policies intended to address migration-related discrepancies should be targeted on the basis of individual and family experiences caused by conflict.
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Names and Behavior in a War
Štěpán Jurajda, Dejan Kovač
Journal of Population Economics,
Vol. 34 (1),
2021
Abstract
We implement a novel empirical strategy for measuring and studying a strong form of nationalism—the willingness to fight and die in a war for national independence—using name choices corresponding to a previous war leader. Based on data on almost half a million soldiers, we first show that having been given a first name that is synonymous with the leader(s) of the Croatian state during World War II predicts volunteering for service in the 1991–1995 Croatian war of independence and dying during the conflict. Next, we use the universe of Croatian birth certificates and the information about nationalism conveyed by first names to suggests that in ex-Yugoslav Croatia, nationalism rose continuously starting in the 1970s and that its rise was curbed in areas where concentration camps were located during WWII. Our evidence on intergenerational transmission of nationalism is consistent with nationalist fathers purposefully reflecting the trade-off between within-family and society-wide transmission channels of political values. We also link the nationalist values we proxy using first name choices to right-wing voting behavior in 2015, 20 years after the war.
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