‘And Forgive Us Our Debts’: Christian Moralities and Over-indebtedness
Iftekhar Hasan, Konstantin Kiesel, Felix Noth
Journal of Financial Research,
Vol. 48 (3),
2025
Abstract
This paper analyses whether Christian moralities and rules formed differently by Catholics and Protestants impact the likelihood of households to become overindebted. We find that over-indebtedness is lower in regions in which Catholics outweigh Protestants, indicating that Catholics‘ forgiveness culture and a stricter enforcement of rules by Protestants serve as explanations for our results. Our results provide evidence that religion affects the financial situations of individuals and show that even 500 years after the split between Catholics and Protestants, the differences in the mind-sets of both denominations play an important role for situations of severe financial conditions.
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Protest! Die Rolle kultureller Prägung im Volkswagenskandal
Felix Noth, Lena Tonzer
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 3,
2020
Abstract
Die Aufdeckung manipulierter Abgaswerte bei Dieselautos des Herstellers Volkswagen (VW) durch die amerikanischen Behörden im Jahr 2015 brachte einen der größten Unternehmensskandale Deutschlands zutage. Dieser Skandal blieb nicht ohne Konsequenzen. Martin Winterkorn trat von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender und Michael Horn als Chef von Volkswagen in den USA zurück. Viele VW-Kunden klagten gegen den Konzern, und in deutschen Großstädten wurde über Dieselfahrverbote diskutiert. Doch gab es auch eine Reaktion auf Konsumentenseite, also seitens der Autokäufer? Und wenn ja, spielen hier gesellschaftskulturelle Unterschiede wie zum Beispiel religiöse Prägung eine Rolle? Diesen Fragen geht ein im letzten Jahr erschienenes Arbeitspapier des IWH nach. Die empirische Analyse beschäftigt sich mit der Frage, ob Konsumenten nach dem VW-Skandal ihr Kaufverhalten stärker anpassen, wenn das gesellschaftliche Umfeld protestantisch geprägt ist. In der wissenschaftlichen Literatur zeigt sich, dass Protestanten mehr Wert auf eine Überwachung und Durchsetzung von Regeln legen, weshalb die Autoren von dieser Religionsgruppe eine ausgeprägtere Reaktion auf den VW-Skandal erwarten. Das Hauptergebnis der Studie legt dann genau diesen Schluss nahe: In den deutschen Regionen, in denen die Mehrheit der Bevölkerung dem protestantischen Glauben angehört, kam es zu signifikant höheren Rückgängen bei VW-Neuzulassungen infolge des VW-Skandals. Der Effekt ist umso stärker, je länger die Region durch protestantische Werte geprägt ist. Offenbar können bestimmte gesellschaftskulturelle Ausprägungen wie Religion und deren Normen ein Korrektiv für Verfehlungen von Unternehmen darstellen und somit verzögerte oder ausbleibende Maßnahmen von Politikern und Regulierern zum Teil ersetzen.
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Der Produktivitätsrückstand der ostdeutschen Industrie: Nur eine Frage der Preise?
Steffen Müller
Beitrag in IWH-Sammelwerk,
Festschrift für Gerhard Heimpold, IWH
2020
Abstract
Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung zeigt auch knapp drei Jahrzehnte nach der Deutschen Einheit, dass die Arbeitsproduktivität in Ostdeutschlands Industrie mehr als 20% unter dem westdeutschen Niveau verharrt. In dieser Arbeit gehe ich der Frage nach, ob dieser Rückstand die Folge einer geringeren physischen Produktivität oder niedrigerer Preise für ostdeutsche Erzeugnisse ist. Dazu werden Mikrodaten auf Firmenebene benutzt, die Informationen zu produzierten Gütermengen und erzielten Preisen enthalten. Der Rückstand in der Erlösproduktivität wird auch mit diesen Daten bestätigt. Die Hauptergebnisse sind, dass i) ostdeutsche Industrieunternehmen tatsächlich deutlich geringere Marktpreise erlösen und ii) der physische Output bei gleichen Inputmengen im Osten höher liegt als im Westen. Eine naheliegende Erklärung für beide Befunde ist, dass ostdeutsche Produkte weniger Kundennutzen generieren und gleichzeitig in weniger aufwändigen Produktionsverfahren hergestellt werden können. Weitere Tests zeigen, dass iii) die Hypothese verlängerter Werkbänke keine Erklärung für den ostdeutschen Produktivitätsrückstand ist und iv) ostdeutsche Betriebe im Vergleich zur westdeutschen Konkurrenz eine geringere physische Produktivität aufweisen, wenn sie Güter zu westdeutschen Preisen herstellen.
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Bank Accounting Regulations, Enforcement Mechanisms, and Financial Statement Informativeness: Cross-country Evidence
Augustine Duru, Iftekhar Hasan, Liang Song, Yijiang Zhao
Accounting and Business Research,
Vol. 50 (3),
2020
Abstract
We construct measures of accounting regulations and enforcement mechanisms that are specific to a country's banking industry. Using a sample of major banks in 37 economies, we find that the informativeness of banks’ financial statements, measured by the value relevance of earnings and common equity, is higher in countries with stricter bank accounting regulations and countries with stronger enforcement. These findings suggest that superior bank accounting and enforcement mechanisms enhance the informativeness of banks’ financial statements. In addition, we find that the effects of bank accounting regulations are more pronounced in countries with stronger enforcement in the banking industry, suggesting that enforcement is complementary to bank accounting regulations in achieving higher value relevance of financial statements. Our study has important policy implications for bank regulators.
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Gute Absicht – böses Ende: Die US-Wohnungspolitik als Brandbeschleuniger der Weltfinanzkrise
Reint E. Gropp, Vahid Saadi
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
2019
Abstract
Der Boom auf dem US-amerikanischen Eigenheimmarkt in den frühen 2000er Jahren führte zur schwersten Finanzkrise der vergangenen Jahrzehnte. Wissenschaftler haben unterschiedliche Faktoren dokumentiert, die zum rasanten Anstieg der Immobilienpreise beigetragen haben. Kaum beleuchtet wurde bisher die Rolle der US-Wohnungspolitik, insbesondere die Förderung des privaten Wohneigentums durch den Community Reinvestment Act (CRA). Der vorliegende Beitrag untersucht die Geschichte dieses Bundesgesetzes und seine Auswirkungen auf den Markt für Hypotheken und Wohneigentum seit den späten 1990er Jahren. Infolge des CRA wurden seit 1998 deutlich mehr Hypotheken aufgenommen. Der Anstieg der Immobilienpreise in der Boomphase beruhte zum Teil auf diesem politisch induzierten Anstieg der Hypothekenvergabe. Der CRA ermöglichte es auch Kreditnehmern mit geringerer Kreditwürdigkeit, eine Hypothek aufzunehmen – in der Folge kam es zu vermehrten Zahlungsausfällen. Der CRA hat also zum Boom-Bust-Zyklus auf dem amerikanischen Immobilienmarkt beigetragen. Er kann als Beispiel einer wohlmeinenden Politik gelten, die unbeabsichtigt wohlfahrtsmindernde Wirkungen zeitigt.
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Enforcement of Banking Regulation and the Cost of Borrowing
Yota D. Deli, Manthos D. Delis, Iftekhar Hasan, Liuling Liu
Journal of Banking and Finance,
Vol. 101 (April),
2019
Abstract
We show that borrowing firms benefit substantially from important enforcement actions issued on U.S. banks for safety and soundness reasons. Using hand-collected data on such actions from the main three U.S. regulators and syndicated loan deals over the years 1997–2014, we find that enforcement actions decrease the total cost of borrowing by approximately 22 basis points (or $4.6 million interest for the average loan). We attribute our finding to a competition-reputation effect that works over and above the lower risk of punished banks post-enforcement and survives in a number of sensitivity tests. We also find that this effect persists for approximately four years post-enforcement.
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‘And Forgive Us Our Debts’: Do Christian Moralities Influence Over-indebtedness of Individuals?
Iftekhar Hasan, Konstantin Kiesel, Felix Noth
Abstract
This paper analyses whether Christian moralities and rules formed differently by Catholics and Protestants impact the likelihood of households to become overindebted. We find that over-indebtedness is lower in regions in which Catholics outweigh Protestants, indicating that Catholics‘ forgiveness culture and a stricter enforcement of rules by Protestants serve as explanations for our results. Our results provide evidence that religion affects the financial situations of individuals and show that even 500 years after the split between Catholics and Protestants, the differences in the mind-sets of both denominations play an important role for situations of severe financial conditions.
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Accounting Quality in Banking: The Role of Regulatory Interventions
Manthos D. Delis, Iftekhar Hasan, Maria Iosifidi, Lingxiang Li
Journal of Banking and Finance,
Vol. 97,
2018
Abstract
Using the full sample of U.S. banks and hand-collected data on enforcement actions over 2000–2014, we analyze the role of these interventions in promoting several aspects of accounting quality. We find that enforcement actions issued for both risk-related and accounting-related reasons lead to significant improvements in accounting quality. This improvement is consistently found for earnings smoothing, big-bath accounting, timely recognition of future loan losses, the association of loan loss provisions with future loan charge offs, loss avoidance, and cash flow predictability and earnings persistence. Most of the effects are somewhat more potent in the crisis period and survive in several sensitivity tests. Our findings highlight the imperative role of regulatory interventions in promoting bank accounting quality.
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Konjunktur aktuell: Beschäftigungsboom in Deutschland – aber gesamtwirtschaftlich keine Überhitzung
Oliver Holtemöller, Hans-Ulrich Brautzsch, Andrej Drygalla, Katja Heinisch, Martina Kämpfe, Konstantin Kiesel, Axel Lindner, Brigitte Loose, Jan-Christopher Scherer, Birgit Schultz, Matthias Wieschemeyer, Götz Zeddies
Konjunktur aktuell,
Nr. 1,
2017
Abstract
Die deutsche Wirtschaft ist in recht guter Verfassung. So hält der Beschäftigungsaufbau an, und der private Konsum legt aufgrund steigender Realeinkommen robust zu. Die Ausrüstungsinvestitionen werden allerdings weiterhin nur verhalten ausgeweitet. Insgesamt expandiert die Nachfrage in etwa so schnell wie das Produktionspotenzial, und die Auslastung ist normal. Im Jahr 2017 dürfte die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts mit 1,3% nicht aufgrund einer schwächeren Konjunktur, sondern vor allem wegen einer geringeren Anzahl an Arbeitstagen niedriger als im Vorjahr ausfallen.
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IWH-Bauumfrage im vierten Quartal 2016: Bauproduktion im Osten derzeit stark vom Tiefbau getrieben
Brigitte Loose
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 1,
2017
Abstract
Das Geschäftsklima im Baugewerbe Ostdeutschlands hat sich laut Umfrage des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) Ende 2016 erneut verbessert. Das im Herbst 2016 erreichte Niveau, das bereits den Höchststand seit Beginn der Umfrage im Jahr 1993 markierte, ist damit nochmals überschritten worden.
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