Privatisierung in Rußland: eine widersprüchliche Zwischenbilanz
Die Privatisierung der Staatsbetriebe in Rußland hat während der letzten drei Jahre erhebliche quantitative Fortschritte gemacht. Im Bereich des Einzelhandels, der Gastronomie und der Dienstleistungen für die Bevölkerung wurde sie weitgehend abgeschlossen. Bei den mittleren und großen Unternehmen, die sich zunächst in Aktiengesellschaften umbildeten, handelt es sich wegen des immer noch bedeutenden Staatseinflusses lediglich um eine Teilprivatisierung mit starken Insiderzügen. Der Einfluß der Privatisierung auf das wirtschaftliche Verhalten der Unternehmen ist bisher enttäuschend. Von den Privatbetrieben gingen weder für die Überwindung der Wirtschaftskrise noch für den strukturellen Wandel der russischen Wirtschaft nachhaltige Impulse aus. Entscheidende Ursache dafür ist, daß die inkonsistente Reformpolitik und verbreitete institutionelle Mängel keine Rahmenbedingungen geschaffen haben, unter denen Wettbewerb zwischen den Unternehmen entstehen kann und diese zu marktgerechtem Verhalten und Anpassungen gezwungen werden.