Konjunktur aktuell: Zwischen Energiekrise und KI-Boom
Konjunktur aktuell,
Nr. 2,
2026
Abstract
Die deutsche Wirtschaft steht infolge der Energiekrise und des anhaltenden Golfkonflikts vor einer unsicheren Erholung. Steigende Kosten und eine schwächere Beschäftigungsentwicklung belasten die Konjunktur, während die Finanzpolitik stützend wirkt. Unter der Annahme stabiler Energiepreise dürfte die Produktion in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 0,9% zunehmen; ähnliche Expansionsraten sind auch für Ostdeutschland zu erwarten.
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Transparency and Forecasting: The Impact of Conditioning Assumptions on Forecast Accuracy
Katja Heinisch, Christoph Schult, Carola Stapper
Applied Economics Letters,
Vol. 33 (5),
2026
Abstract
This study investigates the impact of inaccurate assumptions on economic forecast precision. We construct a new dataset comprising an unbalanced panel of annual German GDP forecasts from various institutions, taking into account their underlying assumptions. We explicitly control for different forecast horizons to reflect the information available at the time of release. Our analysis reveals that approximately 75% of the variation in squared forecast errors can be attributed to the variation in squared errors of the initial assumptions. This finding emphasizes the importance of accurate assumptions in economic forecasting and suggests that forecasters should transparently disclose their assumptions to enhance the usefulness of their forecasts in shaping effective policy recommendations.
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14.01.2026 • 2/2026
Einhaltung der EU-Fiskalregeln erfordert umfangreiche Konsolidierung – Mittelfristige Projektion der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der öffentlichen Finanzen in Deutschland
Auf Deutschland kommen aus gesamtwirtschaftlicher und fiskalischer Perspektive erhebliche strukturelle Belastungen zu, denn das Potenzialwachstum dürfte deutlich geringer ausfallen als in den vergangenen Jahrzehnten. Nach einer Projektion des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zur makroökonomischen Entwicklung bis zum Jahr 2040 zeigt sich, dass bei unveränderter Finanzpolitik mit einem weiter steigenden Schuldenstand zu rechnen ist. Die im finanzpolitisch-strukturellen Plan der Bundesregierung unterstellte Einhaltung der EU-Vorgaben ist nur unter der Annahme sehr hoher, bislang nicht konkret hinterlegter globaler Minderausgaben möglich.
Oliver Holtemöller
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Wie sich die Klimapolitik auf die Einkommensungleichheit auswirken könnte
Marie Young-Brun
Wirtschaft im Wandel,
Nr. 3,
2025
Abstract
Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf die wirtschaftliche Entwicklung in aller Welt aus. Ärmere Haushalte sind dabei den Auswirkungen des Klimawandels stärker ausgesetzt und verletzlicher, sodass der Klimawandel die Ungleichheit wahrscheinlich noch verstärken wird. Politische Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen können eine Verschärfung des Klimawandels verhindern, schaffen aber auch ökonomische Gewinner und Verlierer. In diesem Beitrag werden die kombinierten Auswirkungen des Klimawandels und ausgewählter politischer Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen auf die wirtschaftliche Ungleichheit untersucht. Die Bewertung erfolgt anhand von acht Modellen für die integrierte Analyse von Klimawandel und wirtschaftlicher Entwicklung, die von verschiedenen Forscherteams unter Verwendung unterschiedlicher Annahmen und Methoden entwickelt wurden. Die Ergebnisse basieren auf historischen Daten und Zukunftsszenarien für zehn Länder in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Die Umsetzung einer ehrgeizigen Klimapolitik im Einklang mit dem Pariser Abkommen führt demnach zu einer geringeren Ungleichheit in der Zukunft als der Verzicht auf Maßnahmen zur Milderung des Klimawandels, auch wenn die Ungleichheit aufgrund der Kosten für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen kurzfristig zunimmt. Die Verwendung der Einnahmen aus der Kohlenstoffbepreisung kann dazu beitragen, die Verteilungseffekte der Klimapolitik zu dämpfen und die Ungleichheit kurzfristig sogar zu verringern. Diese Ergebnisse unterstreichen die Rolle von Ausgleichsmechanismen bei der Gestaltung einer fairen und politisch durchsetzbaren Klimapolitik.
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College Application Choices in a Repeated Deferred Acceptance (DA) Setting: Empirical Evidence from Croatia
Dejan Kovač, Christopher Neilson, Johanna Raith
IWH Discussion Papers,
Nr. 9,
2025
Abstract
How do beliefs on admission probability influence application choices? In this study, we empirically investigate whether and how admission probability is reflected in application choices in a centralized admission system. We exploit a novel setting of a dynamic deferred acceptance mechanism as employed in Croatia with hourly information updates and simultaneous application choices. This setting allows us to explore within-applicant strategic adjustments as a reaction to changing signals on admission probability. We show in an RDD analysis that applicants react to negative signals on admission probability with an increased propensity to adjust their application choices by 11-23%. Additionally, we show how application strategies evolve over time, while applicants learn about their admission probability. The group most-at-risk to remain unmatched improves their application choices by applying to programs with a higher admission probability towards the application deadline. Yet, we also identify a popular and potentially harmful strategy of applying to safer programs before applying to more risky “reach” programs. About a quarter of applicants have the potential to improve their application choices by resorting their application choices.
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12.06.2025 • 19/2025
Konjunktur aktuell: Konjunkturelle Belebung in Deutschland – strukturelle Probleme und US-Handelspolitik belasten
Im ersten Halbjahr 2025 hat sich die konjunkturelle Lage in Deutschland etwas gebessert. Dabei hat geholfen, dass die Nachfrage aus den USA in Erwartung höherer Zölle vorübergehend anzog. Wenn die USA ihre Handelskonflikte nicht weiter eskalieren lassen, dürfte die Produktion in Deutschland nach der Sommerprognose des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) im Jahr 2025 mit 0,4% erstmals seit zwei Jahren wieder etwas zunehmen. Im März hatten die IWH-Konjunkturforscher noch einen Zuwachs von 0,1% für das laufende Jahr prognostiziert. Für das Jahr 2026 ist mit einem Zuwachs von 1,1% zu rechnen. Ähnliche Expansionsraten sind auch für Ostdeutschland zu erwarten.
Oliver Holtemöller
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Assumption Errors and Forecast Accuracy: A Partial Linear Instrumental Variable and Double Machine Learning Approach
Katja Heinisch, Fabio Scaramella, Christoph Schult
IWH Discussion Papers,
Nr. 6,
2025
Abstract
Accurate macroeconomic forecasts are essential for effective policy decisions, yet their precision depends on the accuracy of the underlying assumptions. This paper examines the extent to which assumption errors affect forecast accuracy, introducing the average squared assumption error (ASAE) as a valid instrument to address endogeneity. Using double/debiased machine learning (DML) techniques and partial linear instrumental variable (PLIV) models, we analyze GDP growth forecasts for Germany, conditioning on key exogenous variables such as oil price, exchange rate, and world trade. We find that traditional ordinary least squares (OLS) techniques systematically underestimate the influence of assumption errors, particularly with respect to world trade, while DML effectively mitigates endogeneity, reduces multicollinearity, and captures nonlinearities in the data. However, the effect of oil price assumption errors on GDP forecast errors remains ambiguous. These results underscore the importance of advanced econometric tools to improve the evaluation of macroeconomic forecasts.
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Die (neue) Rolle der Wissenschaft für den Strukturwandel in der brandenburgischen Lausitz
Wolfram Berger, Gunther Markwardt, Julia Rettig, Jan Schnellenbach, Mirko Titze, Stefan Zundel
Begleitforschung Strukturwandel (BeForSt), Statusbericht IV. BTU Cottbus/IWH,
2025
Abstract
Rund 6 Milliarden Euro der Mittel für den Strukturwandel in der Lausitz werden bis 2038 in den Bereich Wissenschaft investiert. Wenngleich das Investitionsgesetz Kohlegebiete (InvKG) einen eindeutigen Schwerpunkt im Bereich Wissenschaft setzt und dies nicht nur in der Lausitz ist Wissenschaft im Kontext des Strukturwandels der Lausitz kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, nämlich der wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Es gibt gute Gründe für die Annahme, dass die Entwicklung in der Lausitz einen positiveren Verlauf nehmen könnte als in anderen Regionen der EU. Allerdings, das gewünschte Ergebnis wird sich nicht von allein einstellen, sobald den Akteuren die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden.
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16.01.2025 • 3/2025
Mittelfristige Projektion der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und Szenarien für die Erreichung der gesetzlichen Emissionsziele
Die Potenzialwachstumsrate der deutschen Wirtschaft ist rückläufig. Nach der mittelfristigen Projektion des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) dürfte das Produktionspotenzial in der mittleren Frist (2023−2029) jahresdurchschnittlich nur um 0,3% zunehmen. Das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 dürfte ohne weitere emissionsmindernde Maßnahmen deutlich verfehlt werden. Es könnte über höhere CO₂-Preise mittels Verknappung von Emissionsrechten zu deutlich niedrigeren gesamtwirtschaftlichen Kosten erreicht werden als über nicht marktbasierte Maßnahmen des Ordnungsrechts.
Oliver Holtemöller
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12.01.2024 • 2/2024
Grüne Transformation und Schuldenbremse: Implikationen zusätzlicher Investitionen für öffentliche Finanzen und privaten Konsum
Das deutsche Klimaschutzgesetz sieht unter anderem vor, dass die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bis zum Jahr 2030 um 65% gegenüber dem Jahr 1990 verringert werden. Die für dieses Ziel erforderlichen grünen Investitionen dürften jährlich etwa 2,5% in Relation zum Bruttoinlandsprodukt ausmachen. Die damit verbundenen zusätzlichen staatlichen Ausgaben für öffentliche Investitionen und Fördermaßnahmen werden nach der mittelfristigen Projektion des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) nicht aus dem zu erwartenden Steueraufkommen finanzierbar sein. Daher ist damit zu rechnen, dass die steuerliche Belastung der Haushalte zunehmen und der private Konsum entsprechend gedämpft wird, sofern an der gegenwärtigen Form der Schuldenbremse und den Treibhausgasminderungszielen gleichzeitig festgehalten wird.
Oliver Holtemöller
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