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Lokale Banken und lokale Schocks
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Lokale Banken weiten Kreditvergabe aus
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Fazit
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Endnoten All on one page

Lokale Banken weiten Kreditvergabe aus

Das Hauptergebnis der Analysen ist, dass betroffene Banken ihr Kreditgeschäft in den Jahren 2014 und 2015 im Vergleich zu der Gruppe nicht betroffener Banken signifikant ausweiten. Der ökonomische Effekt – dargestellt durch die Variable „betroffen*>2013“ in Spalte 1 der Tabelle – beträgt knapp 3%, was bedeutet, dass die Banken, die hauptsächlich mit betroffenen Unternehmen in Verbindung stehen, 3% mehr Geld verleihen als Banken, die durch ihre Unternehmenskunden weit weniger vom Hochwasser betroffen waren.

Dieser positive Effekt hält vielen unterschiedlichen Überprüfungen stand. Die Autoren sind vor allem in der Lage, die bankseitige Erhöhung der Kreditvergabe ebenfalls in den Bilanzen der betroffenen Unternehmen festzustellen. In Analysen, in denen betroffene und nicht betroffene Unternehmen verglichen werden, zeigt sich, dass vor allem Unternehmen, die nur mit einer Bank eine Verbindung pflegen, ihre Kreditfinanzierung signifikant erhöhen können (dargestellt durch die Variable „betroffen*1:1 Beziehung*>2013“ in Spalte 2 der Tabelle.5 Dieses Ergebnis unterstreicht, dass die lokalen Banken im Nachgang des Hochwassers von 2013 zielgerichtet genau den Unternehmen mehr Kredit zur Verfügung gestellt haben, die diesen potenziell auch am meisten benötigt haben.6

Eine wichtige Frage in dem hier untersuchten Kontext ist, ob die Ausweitung der Kreditvergabe Auswirkungen auf die Finanzstabilität hat. Hierzu untersuchen die Autoren die Entwicklung unterschiedlicher Risikomaße der Banken und finden nur sehr schwache Anzeichen dafür, dass die Kreditvergabe zu mehr Risiko für die Banken nach 2013 führt. Vor allem finden die Autoren in ihren Analysen keinen Anstieg des Insolvenzrisikos, was damit erklärt werden kann, dass die Banken die Geschäftsmodelle und das Potenzial der kleinen und mittelständischen Unternehmen in ihrer Region kennen und die Risiken gut einschätzen können.

Die Widerstandsfähigkeit des Bankensystems

Ein weiterer wichtiger Aspekt, um die Frage der Widerstandsfähigkeit der Banken beantworten zu können, ist deren Zugehörigkeit zu einem geographisch diversifizierten Bankennetz. Für ihre Analysen machen sich die Autoren die Tatsache zunutze, dass die lokalen Sparkassen miteinander durch verschiedene Landesbanken verbunden sind. Abbildung 2 zeigt die Geschäftsgebiete der Landesbanken für das Jahr 2014. Die Bayern LB (hellblau) und die Saar LB (orange) decken beispielsweise nur ein Bundesland ab, wohingegen sich die Geschäftsgebiete der Landesbank Baden-Württemberg sowie die der Helaba (Hessen-Thüringen) über mehrere Bundesländer erstrecken.

Für die empirische Untersuchung vorteilhaft ist die Verschmelzung der Sachsen LB mit der LBBW im Jahr 2008, denn hierdurch entstand eine Landesbank, die einerseits in einem Gebiet operiert, das kaum von den Hochwassern 2013 betroffen war (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz), aber auch in Sachsen tätig ist, das zu den am stärksten betroffenen Regionen zählt. In ihren Analysen vergleichen die Autoren, ob sich die weiter oben dargestellten Effekte auf die Kreditvergabe und das Risiko von betroffenen Banken durch die Zugehörigkeit zu überregionalen Bankennetzwerken erklären lassen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Zugang zu einem überregionalen Bankennetz keine Voraussetzung ist, um den lokalen Schock durch das Hochwasser abzufedern (Variable „kein Netzwerk*>2013“ in Spalte 3 der Tabelle). Es zeigt sich zwar, dass betroffene Banken, die keinem überregionalen Netzwerk angehören, weniger Kredite vergeben; dieser Effekt erweist sich aber als statistisch nicht signifikant.

Viel wichtiger ist jedoch der Effekt auf das Kreditrisiko. Hier zeigt sich, dass Banken, die zu keinem regional diversifizierten Bankennetzwerk gehören, nach 2013 mit höheren Verlusten aus dem Kreditgeschäft konfrontiert sind (vgl. Spalte 4 der Tabelle).

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