IWH-Flash-Indikator IV. Quartal 2025 und I. Quartal 2026
Katja Heinisch, Oliver Holtemöller, Axel Lindner, Birgit Schultz
IWH-Flash-Indikator,
No. 4,
2025
Abstract
Die deutsche Wirtschaft stagnierte im dritten Quartal 2025, nachdem sie im Quartal zuvor noch um 0,2% geschrumpft war. Einem Rückgang der Exporte standen steigende Investitionen in Ausrüstungen gegenüber. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt damit weiterhin mehr als einen Prozentpunkt unter dem Höchstwert von vor drei Jahren. Die anhaltende Exportschwäche der deutschen Industrie ist dabei nicht auf eine ungünstige weltwirtschaftliche Lage zurückzuführen, sondern auf weiterhin ungelöste strukturelle Probleme wie zu hohe Energie- und Arbeitskosten in Deutschland. Zwar deutet sich zum Jahreswechsel 2025/2026 eine moderate konjunkturelle Belebung an (vgl. Abbildung 1), von den geplanten Mehrausgaben für Verteidigung und Infrastruktur sind jedoch erst ab dem kommenden Jahr konjunkturelle Impulse zu erwarten. Allerdings belasten weltweite Spannungen die Lieferketten weiterhin, und sie führen in der stark arbeitsteiligen deutschen Industrie immer wieder zu Engpässen. Laut IWH-Flash-Indikator steigt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2025 um 0,2% und im ersten Quartal 2026 um 0,4%.
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A Helping Hand, but not a Lift. EU Cohesion Policy and Regional Development
Eva Dettmann, Sarah Fritz
IWH Discussion Papers,
No. 18,
2025
Abstract
This study provides new evidence on the impact of the EU Cohesion Policy on income growth in less developed regions. Our panel includes data from all European regions for the years 1989-2020. Using a fuzzy Regression Discontinuity Design, we model treatment dynamics by applying a random effects estimator. Based on digitized historical data, we precisely replicate the policy rule and correctly classify the regions’ eligibility status. Results show that the policy has a moderate positive effect on GDP per capita growth in the targeted regions.
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Zwölf-Punkte-Kompass zur Überwindung der deutschen Wachstumsschwäche
Geraldine Dany-Knedlik, Oliver Holtemöller, Stefan Kooths, Torsten Schmidt, Timo Wollmershäuser
Wirtschaftsdienst,
forthcoming
Abstract
Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose prognostiziert für das Jahr 2025 einen leichten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland um 0,2 %. Im weiteren Prognosezeitraum stimuliert die expansive Finanzpolitik die Konjunktur. Die Institute prognostizieren für die kommenden beiden Jahre Expansionsraten von 1,3 % und 1,4 %. Strukturelle Probleme wie abnehmende Wettbewerbsfähigkeit und der demografische Wandel bleiben bestehen. Um Wachstumsperspektiven für die deutsche Wirtschaft zu schaffen, bedarf es einer umfangreichen Reformpolitik. Zur Orientierung präsentieren die Institute einen Zwölf-Punkte-Kompass für den Herbst der Reformen.
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25.09.2025 • 28/2025
Joint Economic Forecast Autumn 2025: Fiscal stimulus masks structural weakness
The German economy is emerging from the trough and is likely to regain some momentum over the next two years. Following stagnation in the first half of the year, the Joint Economic Forecast project group predicts gross domestic product growth of 0.2% for the current year in its fall report. In the next two years, an expansionary fiscal policy is likely to accelerate economic growth noticeably to 1.3% and 1.4%, respectively. This means that the institutes' forecast for this year and next remains roughly unchanged from the spring report. “The German economy is still on shaky ground,” says Dr Geraldine Dany-Knedlik, head of the Forecasting and Economic Policy Division at the German Institute for Economic Research (DIW Berlin). “It will recover noticeably in the next two years. However, given ongoing structural weaknesses, this momentum will not last.”
Oliver Holtemöller
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Expansive Finanzpolitik kaschiert Wachstumsschwäche
Dienstleistungsauftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie,
No. 2,
2025
Abstract
Deutschland befand sich in den vergangenen zwei Jahren in der Rezession. Die jüngst stark revidierten Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zeigen, dass die Krise deutlich ausgeprägter war als bislang ausgewiesen. Mit einer Stagnation in der ersten Hälfte dieses Jahres dürfte die deutsche Wirtschaft die konjunkturelle Talsohle erreicht haben. Eine breit angelegte Erholung ist allerdings nicht zu erwarten, denn grundlegende strukturelle Schwächen dauern an.
Die Konjunktur dürfte in den kommenden zwei Jahren durch die Finanzpolitik expansive Impulse erfahren. Während die Dienstleistungsbereiche, insbesondere im öffentlichen Sektor, weiterhin kräftig zulegen, wird die Erholung im Produzierenden Gewerbe wohl nur verhalten ausfallen. Vor allem dürfte sich die Auslandsnachfrage nach deutschen Waren nicht zuletzt infolge der US-Zollpolitik weiterhin nur schleppend entwickeln. Die geplanten öffentlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur können dies nur begrenzt abfedern, denn ein erheblicher Teil der Mittel fließt in gesamtwirtschaftlich kleine Bereiche, in denen die bestehenden Kapazitäten bereits gut ausgelastet sind. Insgesamt dürfte es in den kommenden beiden Jahren zu Kapazitätsausweitungen und entsprechenden privaten Investitionen kommen.
Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr mit einem Anstieg um 0,2 % kaum mehr als stagnieren. Im weiteren Prognosezeitraum dürfte eine expansive Finanzpolitik die Konjunktur anschieben. Im kommenden Jahr steigt das Bruttoinlandsprodukt um 1,3 % und im Jahr 2027 um 1,4 %. Damit lassen die Institute ihre Prognose für das laufende und kommende Jahr im Vergleich zum Frühjahr in etwa unverändert.
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04.09.2025 • 26/2025
Recovery on shaky ground – tariffs dampen growth, but a change in fiscal policy is on the way
In late summer 2025, it is still unclear whether the German economy is on the road to recovery, as it has to cope with the dampening effect of higher US tariffs in the second half of the year. It is not until 2026 that fiscal policy stimulus measures, combined with low key interest rates, will probably lead to an economic upturn. According to the autumn forecast of the Halle Institute for Economic Research (IWH), production is then expected to increase by 0.8%, following 0.2% in 2025. Similar rates of expansion are also expected for East Germany. In June, the IWH economists were forecasting growth of 1.1% for 2026 and 0.4% for the current year.
Oliver Holtemöller
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Konjunktur aktuell: Erholung auf schwachen Füßen – Zölle bremsen, fiskalpolitischer Kurswechsel steht bevor
Konjunktur aktuell,
No. 3,
2025
Abstract
Trotz der Handelskonflikte zeigt sich die Weltwirtschaft bislang robust und dürfte weiter in mäßigem Tempo expandieren. Die Weltproduktion steigt im Jahr 2025 um 2,6% und im Jahr darauf um 2,4%. Ob sich die deutsche Wirtschaft auf Erholungskurs befindet, ist weiterhin nicht erkennbar, zumal sie in der zweiten Jahreshälfte den Dämpfer höherer US-Zölle zu verkraften hat. Erst für 2026 stehen die Chancen gut, dass finanzpolitische Impulse zusammen mit niedrigen Leitzinsen eine konjunkturelle Belebung bewirken. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte dann um 0,8% zunehmen, nach 0,2% im Jahr 2025.
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Die ostdeutsche Wirtschaft 35 Jahre nach der Deutschen Einheit
Oliver Holtemöller
Vorgänge. Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik,
2025
Abstract
In seinem Beitrag beleuchtet Oliver Holtemöller, wie sich die ostdeutsche Wirtschaft seit der Wiedervereinigung bis heute entwickelt hat. Dazu vergleicht er die ostdeutsche Wirtschaft auch mit der westdeutschen sowie mit der restlichen EU. Dabei werden der Konvergenzprozess dessen wichtigste Determinanten beschrieben. Zudem geht Holtemöller auf die weiteren Perspektiven des Wirtschaftswachstums in Ostdeutschland ein. Zwar beschreibt er den wirtschaftlichen Aufholprozess Ostdeutschland als Erfolgsgeschichte, bemerkt aber auch, dass die Erwartungen an den Aufholprozess zur Zeit der Wiedervereinigung höher als die tatsächliche Entwicklung war.
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IWH-Flash-Indikator III. und IV. Quartal 2025
Katja Heinisch, Oliver Holtemöller, Axel Lindner, Birgit Schultz
IWH-Flash-Indikator,
No. 3,
2025
Abstract
Nach einem verhalten positiven Start ins Jahr hat die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2025 mit einem Rückgang um 0,1% im Vergleich zum Vorquartal erneut einen Dämpfer erhalten. Hauptursache für den leichten Produktionsrückgang im zweiten Quartal waren rückläufige Investitionen in Ausrüstungen und in Bauten, die durch den Anstieg der privaten und staatlichen Konsumausgaben nicht vollständig ausgeglichen werden konnten. Zudem hat die drastische Revision der amtlichen Statistik das Konjunkturbild der vergangenen drei Jahre grundlegend verändert: Es zeigt nun statt einer seit 2022 anhaltenden Stagnation eine kräftige Erholung nach den pandemiebedingten Einbußen in den Jahren 2021 und 2022 und seit Ende 2022 einen fortgesetzten Rückgang der Produktion, der erst in der zweiten Jahreshälfte 2024 vorläufig zum Ende kam.
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Essays in Supply Chains and Sustainable Finance
Sochima Uzonwanne
PhD Thesis, Friedrich-Schiller-Universität Jena,
2025
Abstract
DThe interactions between supply chains and sustainable finance have become a key area of research in financial markets, driven by growing global awareness of environmental and social challenges. Article 1 examines how lenders use sustainability clauses to monitor borrowers with negative environmental incidents and compares the use of this unique loan agreement design with conventional loan terms, financial and balance sheet-related clauses. We show that lenders are less inclined to include sustainability clauses in the loan agreement if a borrower has a history of negative environmental incidents. In contrast, lenders use sustainability clauses to attract institutional investors to participate in syndication rather than as monitoring tools for borrowers' environmental performance. Article 2 examines whether banks associated with biodiversity loss in the Amazon region experience a withdrawal of deposits when depositors become aware of their financing activities. I find empirical evidence that so-called ‘Amazon carbon banks’ experience slower growth in deposits once depositors learn about their financing activities. This effect is particularly pronounced when Amazon carbon banks have branches in counties that experience greater biodiversity loss compared to other branches. Article 3, how European companies that are heavily integrated into global supply chains (GSC) are affected by a supply chain disruption (Covid-19). We show that Covid-19 negatively affects the revenue growth of companies that are heavily dependent on GSC in their home country. Crucially, we uncover the role of banking relationships in mitigating the disruptive effects.
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