Zwischenbetriebliche Lohnunterschiede, Mitbestimmung und Tarifverträge
Steffen Müller
Wirtschaft im Wandel,
No. 2,
2020
Abstract
Niedriglohnsektor und steigende Lohnungleichheit sind seit langem dominierende Themen am Arbeitsmarkt. Dieser Artikel legt nahe, dass die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer von der Existenz von Betriebsräten und Tarifverträgen abhängt und dass sich vor allem betriebliche Mitbestimmung positiv auf Löhne auswirkt. Während Mitbestimmung die zwischenbetriebliche Lohnungleichheit erhöht, wird sie durch Tarifverträge reduziert.
Read article
Lokaler Schock trifft lokale Bank: Die Folgen der Hochwasser des Jahres 2013 für das deutsche Finanzsystem
Benjamin Freudenstein, Michael Koetter, Felix Noth
Wirtschaft im Wandel,
No. 2,
2020
Abstract
Welche Auswirkungen makroökonomische Schocks in Form von Naturkatastrophen auf Banken haben und welche realwirtschaftlichen Implikationen sich daraus ergeben können, wurde unter dem Titel „Katrina und die Folgen: Sicherere Banken und positive Produktionseffekte“ bereits an früherer Stelle in der „Wirtschaft im Wandel“ dargestellt. Daran anknüpfend stellt dieser Artikel einen Forschungsbeitrag vor, der die Folgen der Hochwasser des Jahres 2013 in Deutschland für die Sparkassen und Genossenschaftsbanken und deren Unternehmenskunden untersucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob lokale Banken die negativen Effekte des Hochwassers mildern, indem sie die Kreditvergabe an Unternehmen ausweiten. Der Befund ist erstens, dass Banken, die Beziehungen zu betroffenen Unternehmen haben, ihre Kreditvergabe um 3% relativ zu Banken ohne Beziehungen zu betroffenen Unternehmen ausweiten, und zweitens, dass bei Sparkassen mit Zugang zu nicht betroffenen regionalen Märkten keine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos zu beobachten ist. Ein gegenüber regionalen Katastrophen widerstandsfähiges Finanzsystem sollte somit aus lokalen Banken bestehen, die gleichwohl überregional verbunden sind, damit ausreichende Möglichkeiten zur Diversifikation bestehen.
Read article
Transformation und Finanzmärkte: Die Rolle evidenzbasierter Politik
Claudia M. Buch
Contribution to IWH Volume,
Festschrift für Gerhard Heimpold, IWH
2020
Abstract
Die Transformation der Planwirtschaften Osteuropas in markwirtschaftliche Systeme, die Integration Ost- und Westeuropas und die deutsche Wiedervereinigung waren recht einmalige politische und gesellschaftliche Prozesse. Es gab keine „Evidenz“ aus früheren Zeiten, an denen sich die handelnden Akteure orientieren konnten. Zeigt dies die Grenzen evidenzbasierter Politik auf? Einer Politik, die Maßnahmen vorab evaluiert, deren Wirkungen beobachtet und aus diesen empirischen Beobachtungen systematisch Schlüsse für zukünftiges politisches Handeln zieht? In einem eng definierten Sinn evidenzbasierter Politik muss die Antwort auf diese Frage sicherlich „Ja“ lauten. Es gibt Grenzen evidenzbasierter Politik in Zeiten großer gesellschaftlicher Umwälzungen und wenn (wirtschafts-)politische Maßnahmen so weit aus dem Rahmen des bisher Bekannten heraustreten, dass Verhaltensmuster der Vergangenheit kaum Rückschlüsse auf zukünftiges Verhalten zulassen. In solchen Phasen sind alle sozialwissenschaftlichen Disziplinen gefordert, politische Prozesse aus einem breiten Fundus an Wissen und Erfahrungen heraus zu begleiten. Empirisch messbare Effekte einzelner Maßnahmen sind in solchen Umbruchzeiten nicht verfügbar. So verstanden könnten Überlegungen zur Rolle evidenzbasierter Politik generell und speziell zur Frage, wie Finanzmärkte zur Transformation von wirtschaftlichen Systemen beitragen, schnell enden.
Read article
Regionale Disparitäten in Demographie und Migration — Ein Rückblick aus ostdeutscher Perspektive
Alexander Kubis, Lutz Schneider
Contribution to IWH Volume,
Festschrift für Gerhard Heimpold, IWH
2020
Abstract
Ostdeutschland schrumpft, Westdeutschland wächst. Dieser Eindruck drängt sich aus demographischer Sicht auf, wenn die Bevölkerungsentwicklung seit 1989 betrachtet wird. Lebten auf dem Gebiet der fünf östlichen Bundesländer Ende 1988 noch 15,4 Millionen Personen, so waren es Ende 2018 nur 12,6 Millionen Personen – ein Rückgang um fast drei Millionen Einwohner oder beinahe 20%. Die zehn westlichen Bundesländer wuchsen im selben Zeitraum von 59,6 Millionen auf 66,8 Millionen Einwohner. Der überwiegende Teil dieser unterschiedlichen demographischen Entwicklung ist der räumlichen Umverteilung von Bevölkerung geschuldet, einerseits der Nettobinnenwanderung von Ost- nach Westdeutschland, andererseits der sehr unterschiedlichen Verteilung der Nettoaußenwanderungen. Die Umverteilung der Bevölkerung ist dabei nicht homogen, vielmehr in starkem Maße selektiv – vor allem in den Dimensionen von Ausbildung, Alter, Geschlecht und Nationalität.
Read article
03.07.2020 • 12/2020
IWH Bankruptcy Update: Much more jobs affected by corporate bankruptcy in Germany
The number of corporate bankruptcies declines but, compared to the beginning of the year, the number of affected employees per month recently doubled. This is the latest insight from the IWH Bankruptcy Update provided monthly by the Halle Institute for Economic Research (IWH).
Steffen Müller
Read
To Securitise or to Price Credit Default Risk?
Huyen Nguyen, Danny McGowan
Abstract
We evaluate if lenders price or securitise mortgages to mitigate credit risk. Exploiting exogenous variation in regional credit risk created by differences in foreclosure law along US state borders, we find that financial institutions respond to the law in heterogeneous ways. In the agency market where Government Sponsored Enterprises (GSEs) provide implicit loan guarantees, lenders transfer credit risk using securitisation and do not price credit risk into mortgage contracts. In the non-agency market, where there is no such guarantee, lenders increase interest rates as they are unable to shift credit risk to loan purchasers. The results inform the debate about the design of loan guarantees, the common interest rate policy, and show that underpricing regional credit risk leads to an increase in the GSEs‘ debt holdings by $79.5 billion per annum, exposing taxpayers to preventable losses in the housing market.
Read article
Credit Allocation when Borrowers are Economically Linked: An Empirical Analysis of Bank Loans to Corporate Customers
Iftekhar Hasan, Kristina Minnick, Kartik Raman
Journal of Corporate Finance,
Vol. 62 (June),
2020
Abstract
Using detailed loan level data, we examine bank lending to corporate customers relying on principal suppliers. Customers experience larger loan spreads, higher intensity of covenants and greater likelihood of requiring collateral when they depend more on the principal supplier for inputs. The positive association between the customer’s loan spread and its dependence on the principal supplier is less pronounced when the bank has a prior loan outstanding with the principal supplier, and when the bank has higher market share in the industry. Longer relationships between the customer and its principal supplier, and between the bank and the principal supplier, mitigate lending constraints. The evidence is consistent with corporate suppliers serving as an informational bridge between the lender and the customer.
Read article
05.06.2020 • 8/2020
IWH Bankruptcy Update: Increase in large firm bankruptcies
With overall corporate bankruptcies remaining constant, ever more employees are subject to employer bankruptcy in Germany. This is the latest insight from the IWH Bankruptcy Update provided monthly by the Halle Institute for Economic Research (IWH).
Steffen Müller
Read
Firm Productivity Report
Johannes Amlung, Tommaso Bighelli, Roman Blyzniuk, Marco Christophori, Jonathan Deist, Filippo di Mauro, Annalisa Ferrando, Mirja Hälbig, Peter Haug, Sergio Inferrera, Tibor Lalinsky, Phillip Meinen, Marc Melitz, Matthias Mertens, Ottavia Papagalli, Verena Plümpe, Roberta Serafini
CompNet - The Competitive Research Network,
2020
Abstract
As we enter a second phase of the COVID-pandemic, in which we attempt to reopen economies and foster growth, investigating the efficiency and productivity of firms becomes essential if we wish to design the appropriate policies. The 2020 Flagship Firm Productivity report provides a comprehensive account of how productivity is changing –and what is driving those changes –in Europe, drawing from granular firm-level information.Although it was written before the crisis erupted, this report can therefore offer critical insights to current policymaking andprovides grounds for future research.
Read article
How to Talk Down Your Stock Performance
Andreas Barth, Sasan Mansouri, Fabian Woebbeking, Severin Zörgiebel
SSRN Discussion Papers,
2020
Abstract
We process the natural language of verbal firm disclosures in order to study the use of context specific language or jargon and its impact on financial performance. We observe that, within the Q&A of earnings conference calls, managers use less jargon in responses to tougher questions, and after a quarter of bad economic success. Moreover, markets interpret the lack of precise information as a bad signal: we find lower cumulative abnormal returns and a higher implied volatility following earnings calls where managers use less jargon. These results support the argument that context specific language or jargon helps to efficiently and precisely transfer information.
Read article