Wie sich die Klimapolitik auf die Einkommensungleichheit auswirken könnte
Marie Young-Brun
Wirtschaft im Wandel,
No. 3,
2025
Abstract
Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf die wirtschaftliche Entwicklung in aller Welt aus. Ärmere Haushalte sind dabei den Auswirkungen des Klimawandels stärker ausgesetzt und verletzlicher, sodass der Klimawandel die Ungleichheit wahrscheinlich noch verstärken wird. Politische Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen können eine Verschärfung des Klimawandels verhindern, schaffen aber auch ökonomische Gewinner und Verlierer. In diesem Beitrag werden die kombinierten Auswirkungen des Klimawandels und ausgewählter politischer Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen auf die wirtschaftliche Ungleichheit untersucht. Die Bewertung erfolgt anhand von acht Modellen für die integrierte Analyse von Klimawandel und wirtschaftlicher Entwicklung, die von verschiedenen Forscherteams unter Verwendung unterschiedlicher Annahmen und Methoden entwickelt wurden. Die Ergebnisse basieren auf historischen Daten und Zukunftsszenarien für zehn Länder in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Die Umsetzung einer ehrgeizigen Klimapolitik im Einklang mit dem Pariser Abkommen führt demnach zu einer geringeren Ungleichheit in der Zukunft als der Verzicht auf Maßnahmen zur Milderung des Klimawandels, auch wenn die Ungleichheit aufgrund der Kosten für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen kurzfristig zunimmt. Die Verwendung der Einnahmen aus der Kohlenstoffbepreisung kann dazu beitragen, die Verteilungseffekte der Klimapolitik zu dämpfen und die Ungleichheit kurzfristig sogar zu verringern. Diese Ergebnisse unterstreichen die Rolle von Ausgleichsmechanismen bei der Gestaltung einer fairen und politisch durchsetzbaren Klimapolitik.
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11.12.2025 • 34/2025
Slight upturn on the horizon, structural problems remain
As the year draws to a close, it remains uncertain whether the German economy is on a path to recovery, as export weakness persisted through the autumn. Nevertheless, a slight upturn is forecast for 2026, supported by fiscal stimulus and rising real incomes. According to the winter forecast of the Halle Institute for Economic Research (IWH), output is projected to grow by 1.0% in 2026, after an increase of just 0.2% in 2025. In September, the IWH economists had predicted growth of 0.8% for 2026 and 0.2% for the current year. According to this forecast, the pace of expansion in East Germany is expected to be slightly slower, mainly due to demographic factors.
Oliver Holtemöller
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Konjunktur aktuell: Leichte Belebung kommt, Strukturprobleme bleiben
Konjunktur aktuell,
No. 4,
2025
Abstract
Die internationale Konjunktur scheint Ende 2025 weiter robust, die weltwirtschaftliche Expansion dürfte sich 2026 jedoch etwas abschwächen. Nach der vorliegenden Prognose steigt die Weltproduktion 2025 um 2,7%, um im Jahr darauf um 2,4% zuzulegen. Im Euroraum dürfte sich die wirtschaftliche Expansion in geringem Tempo fortsetzen. Die deutsche Wirtschaft befindet sich auf einem fragilen Erholungskurs. Für das Jahr 2026 ist aufgrund von finanzpolitischen Impulsen und gestiegenen Realeinkommen eine leichte Belebung zu erwarten. Die Produktion dürfte im kommenden Jahr um 1,0% zunehmen, nach 0,2% im Jahr 2025.
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Entrepreneurship and the Gig Economy: Evidence from U.S. Tax Returns
Matthew Denes, Spyridon Lagaras, Margarita Tsoutsoura
Journal of Financial Economics,
Vol. 173,
2025
Abstract
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Zwölf-Punkte-Kompass zur Überwindung der deutschen Wachstumsschwäche
Geraldine Dany-Knedlik, Oliver Holtemöller, Stefan Kooths, Torsten Schmidt, Timo Wollmershäuser
Wirtschaftsdienst,
forthcoming
Abstract
Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose prognostiziert für das Jahr 2025 einen leichten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland um 0,2 %. Im weiteren Prognosezeitraum stimuliert die expansive Finanzpolitik die Konjunktur. Die Institute prognostizieren für die kommenden beiden Jahre Expansionsraten von 1,3 % und 1,4 %. Strukturelle Probleme wie abnehmende Wettbewerbsfähigkeit und der demografische Wandel bleiben bestehen. Um Wachstumsperspektiven für die deutsche Wirtschaft zu schaffen, bedarf es einer umfangreichen Reformpolitik. Zur Orientierung präsentieren die Institute einen Zwölf-Punkte-Kompass für den Herbst der Reformen.
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Within-Country Inequality and the Shaping of a Just Global Climate Policy
Marie Young-Brun, Francis Dennig, Frank Errickson, Simon Feindt, Aurélie Méjean, Stéphane Zuber
Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS),
Vol. 122 (39),
2025
Abstract
Climate policy design must balance emissions mitigation with concerns for fairness, particularly as climate change disproportionately affects the poorest households within and across countries. Integrated Assessment Models used for global climate policy evaluation have so far typically not considered inequality effects within countries. To fill this gap, we develop a global Integrated Assessment Model representing national economies and subnational income, mitigation cost, and climate damage distribution and assess a range of climate policy schemes with varying levels of effort sharing across countries and households. The schemes are consistent with limiting temperature increases to 2 °C and account for the possibility to use carbon tax revenues to address distributional effects within and between countries. We find that carbon taxation with redistribution improves global welfare and reduces inequality, with the most substantial gains achieved under uniform taxation paired with global per capita transfers. A Loss and Damage mechanism offers significant welfare improvements in vulnerable countries while requiring only a modest share of global carbon revenues in the medium term. The poorest households within all countries may benefit from the transfer scheme, in particular when some redistribution is made at the country level. Our findings underscore the potential for climate policy to advance both environmental and social goals, provided revenue recycling mechanisms are effectively implemented. In particular, they demonstrate the feasibility of a welfare improving global climate policy involving limited international redistribution.
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25.09.2025 • 29/2025
Fiscal policy will stimulate the East German economy next year – Economic Forecast Fall 2025 for the East German economy
In 2025, the economy in East Germany, as in Germany as a whole, is likely to do little more than stagnate. In the coming year, fiscal policy measures will stimulate the economy, but their effects are likely to be somewhat weaker than in Germany as a whole. The Halle Institute for Economic Research (IWH) expects the expansion rate of the East German economy in 2025 to be at 0.3%, slightly higher than that of Germany as a whole (0.2%). In both following years, it will rise to 1.1% and 1.2% respectively, which is slightly less than in the west.
Oliver Holtemöller
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25.09.2025 • 28/2025
Joint Economic Forecast Autumn 2025: Fiscal stimulus masks structural weakness
The German economy is emerging from the trough and is likely to regain some momentum over the next two years. Following stagnation in the first half of the year, the Joint Economic Forecast project group predicts gross domestic product growth of 0.2% for the current year in its fall report. In the next two years, an expansionary fiscal policy is likely to accelerate economic growth noticeably to 1.3% and 1.4%, respectively. This means that the institutes' forecast for this year and next remains roughly unchanged from the spring report. “The German economy is still on shaky ground,” says Dr Geraldine Dany-Knedlik, head of the Forecasting and Economic Policy Division at the German Institute for Economic Research (DIW Berlin). “It will recover noticeably in the next two years. However, given ongoing structural weaknesses, this momentum will not last.”
Oliver Holtemöller
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Expansive Finanzpolitik kaschiert Wachstumsschwäche
Dienstleistungsauftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie,
No. 2,
2025
Abstract
Deutschland befand sich in den vergangenen zwei Jahren in der Rezession. Die jüngst stark revidierten Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zeigen, dass die Krise deutlich ausgeprägter war als bislang ausgewiesen. Mit einer Stagnation in der ersten Hälfte dieses Jahres dürfte die deutsche Wirtschaft die konjunkturelle Talsohle erreicht haben. Eine breit angelegte Erholung ist allerdings nicht zu erwarten, denn grundlegende strukturelle Schwächen dauern an.
Die Konjunktur dürfte in den kommenden zwei Jahren durch die Finanzpolitik expansive Impulse erfahren. Während die Dienstleistungsbereiche, insbesondere im öffentlichen Sektor, weiterhin kräftig zulegen, wird die Erholung im Produzierenden Gewerbe wohl nur verhalten ausfallen. Vor allem dürfte sich die Auslandsnachfrage nach deutschen Waren nicht zuletzt infolge der US-Zollpolitik weiterhin nur schleppend entwickeln. Die geplanten öffentlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur können dies nur begrenzt abfedern, denn ein erheblicher Teil der Mittel fließt in gesamtwirtschaftlich kleine Bereiche, in denen die bestehenden Kapazitäten bereits gut ausgelastet sind. Insgesamt dürfte es in den kommenden beiden Jahren zu Kapazitätsausweitungen und entsprechenden privaten Investitionen kommen.
Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr mit einem Anstieg um 0,2 % kaum mehr als stagnieren. Im weiteren Prognosezeitraum dürfte eine expansive Finanzpolitik die Konjunktur anschieben. Im kommenden Jahr steigt das Bruttoinlandsprodukt um 1,3 % und im Jahr 2027 um 1,4 %. Damit lassen die Institute ihre Prognose für das laufende und kommende Jahr im Vergleich zum Frühjahr in etwa unverändert.
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Climate Change Economics in Vietnam: Redefining Economic Impact
Christian Otto, Christoph Schult, Thomas Vogt
IWH Discussion Papers,
No. 15,
2025
Abstract
Vietnam, a lower-middle-income economy, faces severe climate risks from heat waves, sea-level rise, and tropical cyclones, which are expected to intensify under ongoing global warming. Using a dynamic general equilibrium model, we analyze economic transition dynamics from 2015 to 2100, incorporating heat-induced labor productivity losses, agricultural land loss, and cyclone-related property damage. We compare a Paris-compatible scenario limiting warming to below 2 °C with a high-emission scenario reaching 4–5 °C. While output and investment impacts remain highly uncertain and statistically indistinguishable across scenarios until 2100, consumption losses are significantly larger under high emissions, mainly driven by heat-related productivity declines, with cyclones contributing most to uncertainty. These findings underscore the importance of considering multiple impact channels beyond output damages in climate-development research.
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